Koordinierungsstelle Klimaanpassung möchte Kommunen vor Überschwemmungen schützen

Die Region betreibt Starkregenvorsorge

Delmenhorst (kap). Die Interkommunale Koordinierungsstelle Klimaanpassung (Inkoka) hat am Montag auf der ersten Regionalkonferenz „Starkregenereignisse – Klimaanpassung in der Metropolregion Nordwest“ in der Markthalle erste Ergebnisse vorgestellt. Vertreter kommunaler Verwaltungen, die sich mit Starkregenvorsorge und Siedlungsentwässerung befassen, konnten sich über Anregungen und Beispiele für Handlungsmöglichkeiten vor Ort informieren.
14.07.2015, 00:00
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Die Region betreibt Starkregenvorsorge
Von Kai Purschke

Die Interkommunale Koordinierungsstelle Klimaanpassung (Inkoka) hat am Montag auf der ersten Regionalkonferenz „Starkregenereignisse – Klimaanpassung in der Metropolregion Nordwest“ in der Markthalle erste Ergebnisse vorgestellt. Vertreter kommunaler Verwaltungen, die sich mit Starkregenvorsorge und Siedlungsentwässerung befassen, konnten sich über Anregungen und Beispiele für Handlungsmöglichkeiten vor Ort informieren.

Neben dem Anstieg des Meeresspiegels sind vor allem Starkregenereignisse eine Herausforderung für die Region. Bernd Lütjen, Landrat des Landkreises Osterholz, kann das bestätigen: „Im letzten Jahr stand der Ortskern in Hambergen drei Mal regelrecht unter Wasser.“ Viele der Ortsfeuerwehren in der Samtgemeinde Hambergen seien im Dauereinsatz gewesen und hatten ein Einsatzaufkommen in bis dato unbekannter Höhe zu bewältigen. Bereits 2013 gab es in Hambergen ein besonders heftiges Starkregenereignis. „Das nahmen wir zum Anlass, um gemeinsam mit Inkoka ein Pilotprojekt zu initiieren“, sagte Lütjen.

Gemeinsam mit dem Landkreis Osterholz, seinen Gemeinden Hambergen, Lilienthal und Ritterhude sowie dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz erarbeitet Inkoka in einer Workshop-Reihe zwei Praxisleitfäden mit starkem Lokalbezug und greifbaren Beispielen aus dem Landkreis. Einer der Leitfäden wird sich laut Mitteilung der Koordinierungsstelle an Verwaltungen richten und aufzeigen, wie Kommunen das Überflutungsrisiko bestimmen können. Er wird aber auch administrative, technische sowie städtebauliche Vorsorgemaßnahmen im Hinblick auf Starkregenereignisse enthalten. Der zweite Leitfaden werde Bürger dabei unterstützen, Privathäuser vor Überschwemmungen zu schützen und Regenwasser dezentral auf Grundstücken zu bewirtschaften. Im Mittelpunkt des Projektes steht der fachliche Austausch zwischen den Beteiligten, aber auch mit eingeladenen Experten.

Henryk Predki, Projektverantwortlicher von Inkoka, erläuterte: „Der Lokalbezug ist uns besonders wichtig, denn Klimaanpassung muss auf die regionalen und kommunalen Bedarfe zugeschnitten werden. Unser Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse so aufzubereiten, dass sie für die kommunale Verwaltungspraxis anwendbar sind.“ Deshalb stelle Inkoka allen interessierten Kommunen Informationsmaterialien zur Verfügung, vernetzt regionale Akteure und informiert in seinem Newsletter über neueste Entwicklungen.

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