SPD Delmenhorst

Antje Beilemann kehrt nicht zurück

Als vermeintlich stärkste Kraft im Rat beansprucht die SPD den Vorsitz in diesem Gremium. Der Versuch, die aus der Fraktion ausgetretene, vormalige Inhaberin dieser Funktion zurück zu locken misslang.
06.09.2020, 12:43
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Gerwin Möller
Antje Beilemann kehrt nicht zurück

In der Delmenhorster SPD bereitet man die Präsentation einer Kandidatin fürs Oberbürgermeisteramt vor.

INGO MÖLLERS

Auf ihrer Suche nach einer geeigneten Person, die im kommenden Jahr der Wählerschaft fürs Oberbürgermeisteramt präsentiert werden kann, hat die SPD zunächst Unruhe ins eigene Lager getragen. Nachdem die damalige Fraktionschefin im Stadtrat, Bettina Oestermann, ihren Hut in den Ring geworfen hatte, ließ der kommissarische SPD-Unterbezirksvorsitzende, Lars Konukiewitz, die Öffentlichkeit wissen, das eine Findungskommission der Partei getagt und eine andere Kandidatur vorgeschlagen habe. Dabei verzichtete er zunächst darauf, einen Namen zu nennen. Oestermann und mit ihr zwei weitere SPD-Ratsmitglieder, Gabi Baumgart und Margret Hantke, verließen darauf Fraktion und Partei (wir berichteten). Sie gründeten zusammen mit Andreas Neugebauer, der zuvor schon die Gruppenzusammenarbeit mit den Sozialdemokraten im Rat aufgekündigt hatte, die Delmenhorser Liste.

Angesichts dieses Scherbenhaufens muss sich die SPD, mit vormals 14 Mandaten noch stärkste Kraft im Stadtrat, erst einmal sortieren. Mit Gabi Baumgart war auch die Genossin ausgetreten, die auf Vorschlag der SPD das Amt der Ratsvorsitzenden ausübt. Die Nominierung für diese Funktion ist traditionsgemäß der größten Stadtratsfraktion vorbehalten. Nun sind die Sozialdemokraten im Rat, was ihre dafür gewählten Abgeordneten betrifft, auf das Maß der CDU geschrumpft. Nur noch der Umstand, dass Oberbürgermeister Axel Jahnz über seine Funktion ebenfalls dem Rat angehört, verdankt sie das elfte Fraktionsmitglied.

Auch Antje Beilemann gehört dem Delmenhorster Stadtrat an. Sie ist zwar SPD-Mitglied, hat die Fraktion aber wegen aufgetretener Unstimmigkeiten vor knapp einem Jahr verlassen (wir berichteten). Nun war die Not bei den Sozis wohl so groß geworden, dass Beilemann gefragt wurde, in die SPD-Ratsriege zurückzukehren. „Dies habe ich ebenso wie das mir von der Partei- und Fraktionsspitze in einem späteren Gespräch unterbreitete Angebot, wieder den Ratsvorsitz zu übernehmen, abgelehnt“, sagte Beilemann auf Nachfrage des DELMENHORSTER KURIER. Die SPD-Fraktion hielt den gleichen Sachverhalt mit einer durch die Brille der Genossen betrachteten Sichtweise nur so ähnlich im Protokoll fest: „Nach einer Aussprache wurde entschieden, Antje nicht in die Fraktion aufzunehmen.“

Wenigstens die Deutungshoheit über das unschöne Erscheinungsbild der SPD wollen sich die Sozialdemokraten vorbehalten und am liebsten selbst entscheiden, was darüber in der Öffentlichkeit bekannt wird. Im genannten Protokoll wird „eine intensive Aussprache der jüngsten Ereignisse“ festgehalten. Eine eigentlich geplante „Aussprache OB Kandidatur“ war von der Tagesordnung gestrichen worden, owohl zwei Mitglieder der zuständigen Wahlkommission als Gäste anwesend waren. Immerhin verrät die Aufzeichnung, dass „die neue OB-Kandidatin“ am 19. September vorgestellt werden soll.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+