Stadtwerke übergeben Delmenhorster Wahrzeichen an die Verwaltung / Bis zur Sommerpause sollen Ideen für Nachnutzung gesammelt werden Die Zukunft des Wasserturms ist ungewiss

Delmenhorst. Die Stadtverwaltung hat ihn zurück, den Wasserturm. Das Wahrzeichen der Stadt Delmenhorst, das vor wenigen Wochen wegen der Umstellung der Wasserversorgung seine Funktion als Druckgeber verloren hat, wurde am Donnerstag zurückgegeben. Von den Stadtwerken Delmenhorst (SWD), die das 101-jährige Bauwerk gepachtet hatten. Die Zukunft des Turms, der derzeit als Touristenattraktion fungiert, ist noch völlig offen.
19.03.2011, 05:00
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Die Zukunft des Wasserturms ist ungewiss
Von Kai Purschke

Delmenhorst. Die Stadtverwaltung hat ihn zurück, den Wasserturm. Das Wahrzeichen der Stadt Delmenhorst, das vor wenigen Wochen wegen der Umstellung der Wasserversorgung seine Funktion als Druckgeber verloren hat, wurde am Donnerstag zurückgegeben. Von den Stadtwerken Delmenhorst (SWD), die das 101-jährige Bauwerk gepachtet hatten. Die Zukunft des Turms, der derzeit als Touristenattraktion fungiert, ist noch völlig offen.

Das erklärte Andreas Tensfeldt, Fachbereichsleiter Gebäude- und Immobilienservice, am Donnerstag bei der feierlichen Übergabe des Wahrzeichens, die ohne Oberbürgermeister Patrick de La Lanne und SWD-Chef Hans-Ulrich Salmen über die Bühne ging. Tensfeldt wolle nun bis zur Sommerpause Ideen für eine Nachnutzung sammeln und diese dann verwaltungsintern beraten, bevor die Politik ein Wörtchen mitreden soll.

"Es muss eine Nutzung her, die immer wieder Leute ins Haus bringt", tat Tensfeldt seine persönliche Meinung kund, wie er betonte. Denn das Gebäude und sein Innenraum seien etwas ganz Besonderes. Das soll natürlich erhalten werden und dazu müssten auch kleinere Schäden, laut Tensfeldt "nichts Substanzielles", ausgebessert werden. Das Geld dafür soll seinen Angaben nach im Haushalt 2012 eingestellt werden.

Der Verwaltungsmann bekam von den beiden SWD-Vertretern Dieter Meyer (Prokurist) und Ewald Bieler (Leiter Technische Anlagen) einen symbolischen überdimensionalen Schlüssel überreicht. Außerdem gab's eine Marzipan-Torte in Form des Wasserturms.

"Wir sind ihn los", stellte Meyer fest und klang insofern etwas erleichtert, als dass die SWD-Mitarbeiter nun nicht mehr die 200 Stufen nehmen müssten. Denn bisher waren sie für Wartungsarbeiten oder Qualitätskontrollen im Wasserturm zuständig, wo ein besonders genieteter Behälter bis zu 500 Kubikmeter Wasser (entspricht einem Gewicht von 500 Tonnen) beherbergt hatte.

Der Tank ist leer

Nun ist der Tank leer und Tensfeldt erzählte, dass die Verwaltung diesem Zeitpunkt mit etwas Unbehagen entgegengesehen hatte. Aber der Wasserturm habe den enormen Gewichtsschwankungen über 100 Jahre standgehalten und tut dies auch im entleerten Zustand, erläuterte Tensfeldt.

Das belegt ein Statistik-Gutachten, das die Stadt in Auftrag gegeben hatte. Die Stadtwerke hatten für die Nutzung jährlich rund 26000 Euro an die Stadt gezahlt. Nach Angaben von Tensfeldt ging die Summe an den Eigenbetrieb Versorgung und Verkehr, der wie die Stadtwerke eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Stadt ist.

Der eckige Wasserturm wurde nach einem Konzept des Bremer Architekten Heinz Stoffregen erbaut und im April 1910 offiziell eingeweiht. Er stand allerdings zunächst allein auf weiter Flur, denn der Anbau und das Rathaus wurden erst in den Jahren 1912 bis 1914 in der Nachbarschaft hochgezogen.

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