Beschluss des Verwaltungsausschusses aus April bisher folgenlos Doppelspitze für die Bad GmbH lässt weiter auf sich warten

Delmenhorst. Henry Peukert ist seit Mitte April ganz offiziell Geschäftsführer der Bad GmbH und damit auch der Grafttherme. Nur dürfte er es nicht alleine sein, denn der Verwaltungsausschuss (VA) hatte im April ebenso entschieden, Peukert einen zweiten Geschäftsführer an die Seite zu stellen. Einen, der von den Stadtwerken (SWD), die Alleingesellschafter der Bad GmbH sind, kommen soll. Dieser fehlt allerdings bis heute, und warum das so ist, darüber sind sich die Beteiligten nicht einig.
04.07.2013, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Doppelspitze für die Bad GmbH lässt weiter auf sich warten
Von Kai Purschke

Delmenhorst. Henry Peukert ist seit Mitte April ganz offiziell Geschäftsführer der Bad GmbH und damit auch der Grafttherme. Nur dürfte er es nicht alleine sein, denn der Verwaltungsausschuss (VA) hatte im April ebenso entschieden, Peukert einen zweiten Geschäftsführer an die Seite zu stellen. Einen, der von den Stadtwerken (SWD), die Alleingesellschafter der Bad GmbH sind, kommen soll. Dieser fehlt allerdings bis heute, und warum das so ist, darüber sind sich die Beteiligten nicht einig.

Schon direkt nach dem VA-Beschluss hatten die SWD auf Anfrage unserer Zeitung erklärt, dass sie aufgrund der früheren Querelen das Vertrauen in die Person Peukert verloren hätten und eine Zusammenarbeit daher nicht vorstellbar sei. Auf Nachfrage sagte SWD-Geschäftsführer Hans-Ulrich Salmen gestern: "Bis heute bin ich nicht offiziell über diesen Beschluss informiert worden. Als Gesellschafter muss ich mir daher die sorgenvolle Frage stellen, wie es weitergehen soll." Die Verwaltung erklärte, dass der Beschluss "im Hause der SWD bekannt sein dürfte", weil der DELMENHORSTER KURIER darüber berichtet habe. Demnach erging offenbar keine offizielle Mitteilung an Salmen.

Laut Stadtverwaltung wurde vom VA "der Aufsichtsrat der Bad GmbH angewiesen, den Beschluss umzusetzen". Das sei aber bisher im Aufsichtsrat nicht thematisiert worden und soll in der nächsten Sitzung geschehen. Das wiederum sieht Aufsichtsratsvorsitzender Detlef Roß (SPD) anders. Der Aufsichtsrat habe keinen Auftrag bekommen, deshalb seien die Stadtwerke im Zugzwang: "Das müssen die beantworten, der Aufsichtsrat ist da außen vor." Roß erklärte, dass es wegen des neu formierten Aufsichtsrats nach den Sommerferien zu einer konstituierenden Sitzung komme. Auf der könne auch der Vorsitzende neu gewählt werden. Ob Roß sich dann zur Wahl stellt, wollte er gestern noch nicht sagen.

Im Bad-Aufsichtsrat liegt die SPD mit den Vertretern von CDU und UAD traditionell über Kreuz, deshalb verwundert es nicht, dass zumindest die UAD-Fraktion sich zu einer erneuten Kandidatur von Roß klar positioniert hat: "Er sollte die Finger davon lassen und sich lieber um Sachen kümmern, von denen er Ahnung hat", stichelte UAD-Fraktionsvorsitzender Sascha Voigt. Er sieht den VA-Beschluss im Übrigen als obsolet an, weil die Stadtwerke schon frühzeitig signalisiert hätten, dass für sie eine Zusammenarbeit mit Peukert nicht in Frage kommt.

"Es bedarf einer gewissen Freiwilligkeit", stellte die Verwaltung zu diesem Punkt fest. Und erklärte, dass Peukert trotz der Nichtumsetzung des Doppelspitzen-Beschlusses eingetragener Geschäftsführer und die Gesellschaft handlungsfähig sei.

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