Zu Gast in Delmenhorst

DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt besucht CaféKö

Das Café Kö leistet in Delmenhorst wichtige Integrationsarbeit. Doch Corona hat auch hier vieles verändert, wie die DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt bei einem Besuch erfuhr.
20.08.2021, 16:04
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Niklas Golitschek
DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt besucht CaféKö

Gemeinsam mit der Bundestagsabgeordneten Astrid Grotelüschen (links) informierte sich DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt (Mitte) über die Angebote vom Café Kö.

INGO MöLLERS

Fast anderthalb Jahre war der Besuch geplant, jetzt hat er endlich geklappt: Gemeinsam mit der Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Gerda Hasselfeldt, besuchte die CDU-Bundestagsabgeordnete Astrid Grotelüschen diese Woche drei Projekte in der Region, darunter das Café Kö an der Königsberger Straße in Delmenhorst. Dort stellten lokale DRK-Vertreter die Arbeit des 2015 gegründeten Quartierzentrums vor.

Ein Schwerpunkt des Café Kö ist die Integrationsarbeit. Sprachlich, beruflich und sozial unterstützt das Team der DRK-Migrationsberatung Zugezogene aus 19 Ländern, in Delmenhorst Fuß zu fassen. "Bei uns sind fast alle Sprachen vorhanden", erklärte Ilda Grüttner, die selbst mit albanisch aushelfen kann.

Als typische Themen nannte sie die Anerkennung von Diplomen, Heiratsurkunden oder die langen Wartelisten für einen Platz in Delmenhorster Kindertagesstätten. "Das ist echt ein Problem", sagte Grüttner. Bis zu 150 Kinder stünden auf den Listen. Insbesondere für Vorschulkinder sei das traurig. Durch die Kontaktbeschränkungen habe diese Gruppe in den vergangenen Monaten weitgehend isoliert auf engem Wohnraum leben müssen und kaum Sprachkenntnisse erwerben können. Auch für die Eltern stelle das eine Herausforderung dar: "Sie können nicht arbeiten, selbst wenn sie wollen." Vor Corona konnte das Team des Quartierzentrums diese Not zumindest etwas abfedern – mit Aktivitäten, bei denen es eine Kinderbetreuung organisierte.

In gemütlicher Atmosphäre

Zu einem Aushängeschild hat sich derweil das internationale Frauen-Kultur-Café entwickelt. Bis zu Beginn der Pandemie hatten sich hier jeden Freitag Frauen in gemütlicher Atmosphäre zum Frühstück getroffen, erzählte Lilli März. "Jetzt müssen wir viel beachten", merkte sie mit Blick auf Hygiene- und Kontaktregeln an. "Aber es läuft gut", ergänzte sie.

Die größte Einschränkung gilt auch hier noch im Hinblick auf die Kinder. Denn eine Kinderbetreuung dürfen die Organisatorinnen derzeit nicht anbieten. "Wir haben dafür eine Ehrenamtliche, die auch Lehrerin ist. Das war super", schilderte sie. Darum kümmerte sich stets Mojgam Taheri Niya, die sich seit drei Jahren beim DRK engagiert und außerdem Koch- und Backkurse leitet. Sie hat noch weitere Pläne, wie sie sagte: "Ich möchte einen Strickkurs und einen Schwimmkurs mit den Frauen machen."

Bei der jüngeren Generation machte Grüttner derzeit allerdings den größten Handlungsbedarf aus. Mit Online-Angeboten zur Hausaufgabenhilfe, für Frauenkurse und Mädchengruppen habe die Migrationsberatung bereits versucht Abhilfe zu schaffen. Doch ersetze das eben nicht die persönlichen Kontakte.

Orientierung geben

Gleichzeitig hat es sich die Migrationsberatung zur Aufgabe gemacht, den Frauen eine Orientierung in Delmenhorst zu geben. "Wir haben auch Ausflüge gemacht, die Polizei, den Oberbürgermeister oder die Bibliothek besucht. Wir zeigen, wie das Leben in Deutschland aussieht", beschrieb Grüttner den Ansatz, der über das Frauencafé oder Aktivitäten wie Malkurse innerhalb des Quartierzentrums hinausgeht. Dazu zählte sie auch, den Frauen beispielsweise das Schulsystem oder die Mülltrennung zu erklären. Zudem tauschten sich die Frauen regelmäßig in einer Whatsapp-Gruppe aus.

Dass dieses ehrenamtliche Engagement auch neue Perspektiven eröffnen kann, berichtete Mona Hajj Mousa. Die Syrerin engagiert sich seit 2020 beim Frauenfrühstück und macht nun eine Weiterbildung zur Sozialbegleiterin. "Das DRK hat mir wirklich geholfen", sagte sie.

Ein großes Thema ist derzeit auch die Corona-Impfung, die Bereitschaft dazu im Quartier sei noch nicht so ausgeprägt, sagte Grüttner. "Viele gehen zu mehreren Ärzten und wenn einer sagt, das ist gefährlich, machen sie es nicht", schilderte sie. Ein Impftermin vor Ort sei jedoch genutzt worden und habe auch für das DRK wichtige Erkenntnisse gebracht, um Hemmnisse abzubauen und die Bewohner aufzuklären, merkte Kreisgeschäftsführer Michael Pleus an: "Wir müssen die Menschen erreichen, wo sie vertraut sind." Auch bei den Lehrern habe sich dieser Ansatz ausgezahlt.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+