Projekte im Rahmen von „30 Tage – 300 Euro – 1 Idee verwirklichen“ der Jugendhilfestiftung ausgezeichnet

Ein Logo und ein Wörterbuch gewinnen

Delmenhorst. Die Spannung war greifbar. So sehr fieberten die Schüler in der Markthalle der Preisverleihung entgegen.
28.10.2016, 00:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Ein Logo und ein Wörterbuch gewinnen
Von Andreas D. Becker

Delmenhorst. Die Spannung war greifbar. So sehr fieberten die Schüler in der Markthalle der Preisverleihung entgegen. 30 Tage hatten sie im September Zeit, um mit einem Startkapital von 300 Euro eine eigene kleine Geschäftsidee umzusetzen. Zehn Projekte wurden über diesen Wettbewerb der Delmenhorster Jugendhilfestiftung angeschoben. Und nun, am Donnerstag, war es endlich so weit. Die besten Ideen bekamen einen Preis. Den gab es für die „Willkommensdetektive“ der Grundschule an der Beethovenstraße und die „Logokids 55“ der Astrid-Lindgren-Schule, die sich Platz eins teilten. Zweiter wurde die Schülerfirma „Fläschdesign“ der Mosaikschule, Rang drei ging an die Grundschule Am Grünen Kamp mit „Gemeinsam statt einsam“.

„Es ging nicht darum, wer den meisten Profit erwirtschaftet hat“, erklärte Jörn Lahme. Was man ja denken könnte, wenn die Jugendhilfestiftung mit „30 Tage – 300 Euro – 1 Idee verwirklichen“ selbst bei einem Wettbewerb von Easy Credit gewonnen hat (wir berichteten). 8500 Euro betrug das Preisgeld, nachdem sich die Delmenhorster im Fan-Voting durchgesetzt hatten. Und das haben sie nun genutzt, um mit Hilfe der Volksbank Delmenhorst-Schierbrok alles in die Tat umzusetzen. „Wir haben bei der Preisverleihung darauf geachtet, ob ein Projekt nachhaltig und sozial war. Und auch die Kreativität spielte eine Rolle“, sagte Lydia Illenseer, Bereichsleiterin bei der Jugendhilfestiftung. Trotz allem sollte es natürlich darum gehen, den Kindern finanzielle und wirtschaftliche Bildung zu vermitteln.

„Als ich am Anfang gefragt wurde, ob ich Jurymitglied werden wollte, hatte ich total Lust darauf“, erzählte Merle Siedenburg, Geschäftsführerin der Stiftung. Doch als es dann so weit war, als sie zusammen mit Oberbürgermeister Axel Jahnz und Volksbank-Vorstand Wolfgang Etrich, der bei der Preisverleihung von Holger Dörgeloh vertreten wurde, über den Projekten brütete, fand sie die Aufgabe gar nicht mehr so toll. „Wir konnten uns wirklich nicht entscheiden“, erklärte sie das Dilemma. „Aber man muss eine Entscheidung treffen, das gehört dazu“, sagte Jahnz. Immerhin wurden dann zwei Projekte mit einem ersten Platz ausgezeichnet. Was für die beiden Firmen noch einmal 300 Euro Preisgeld bedeutet. Für Platz zwei gab es 150 Euro, für den Dritten noch 100. „Außerdem dürfen alle ihr Startkapital komplett behalten“, sagte Lydia Illenseer. Eigentlich lautete der Deal, dass es sich dabei nur um ein Darlehen handele und die Hälfte zurückgezahlt werden müsse.

Der eine der beiden ersten Plätze ging an die Kinder der Astrid-Lindgren-Schule, die, wie es ihr Firmenname „Logokids“ schon verrät, ein Logo für ihre Schule entworfen haben. „Wir selbst haben Skizzen von der Schule gemacht“, erzählte Sabine Wolff, Sozialarbeiterin an der Grundschule in Düsternort. Die Kinder schauten, was so typisch für ihre Schule ist, dass es sich für ein Logo anbietet. Dann haben sie sich eine Mediendesignerin mit ins Boot geholt, die ihnen half, das Logo professionell umzusetzen. „Schließlich haben wir das Logo auf die angesagten Turnbeutel gedruckt“, erzählte Sabine Wolff weiter. In der Produktion kosten sie drei Euro, für vier Euro werden sie derzeit an der Schule verkauft. An der Astrid-Lindgren-Schule sozusagen das It-Bag der Saison.

Die „Willkommensdetektive“ der Grundschule an der Beethovenstraße beschäftigen sich – auch das lässt ihr Name erahnen – mit der Willkommenskultur an ihrer Schule. „Wir haben uns gefragt, wie wir Kinder unterstützen können, die kein Deutsch sprechen“, erklärte Sozialarbeiterin Evelyn Müller. Und da kamen sie auf die Idee mit einem Wörterbuch für das Schulleben. In dem Heft finden sich kleine Illustrationen, die zum Beispiel Gefühle darstellen, Schulmaterial, Körperteile oder auch verschiedene Räume zeigen. Dabei steht auch immer das entsprechende Wort. Mit Hilfe der Illustratorin Susanne Müller und der Layouterin Carolin Schnückel ist ein 20-seitiges, sehr ansprechendes Vokabelheft entstanden. Mit dem es denen, die Deutsch noch lernen müssen, leichter fallen soll, die Wörter, die in der Schule besonders wichtig sind, zu verinnerlichen. „Wir haben schon Kontakt mit anderen Schulen aufgenommen und mittlerweile 238 Hefte verkauft“, sagte Evelyn Müller. Und das war erst der Anfang.

„Es ging nicht darum, wer den meisten Profit erwirtschaftet hat.“ Jörn Lahme, Jugendhilfestiftung
Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+