Carsten Jöhnk übernimmt die Leitung der Häuser auf der Nordwolle

Ein Museumschef aus Emden

Delmenhorst. Einen wichtigen Posten in der Stadt mit jemandem zu besetzen, der aus Emden kommt, nun, das mag aufgrund der jüngeren Stadthistorie bei einigen Mitgliedern des Politikbetriebes reflexartig zu einem Zucken führen. „Wir können stolz sein, einen so qualifizierten Mann für unser Museum gewonnen zu haben“, sagte der Erste Stadtrat Gerd Linderkamp am Mittwoch in der Pressekonferenz nach der Verwaltungsausschusssitzung: Er sprach von Carsten Jöhnk, der am 1.
18.09.2014, 00:00
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Von Andreas D. Becker
Ein Museumschef aus Emden

Carsten Jöhnk wird Museumschef.

FR (Ostfriesisches Landesmuseum Emden)

Einen wichtigen Posten in der Stadt mit jemandem zu besetzen, der aus Emden kommt, nun, das mag aufgrund der jüngeren Stadthistorie bei einigen Mitgliedern des Politikbetriebes reflexartig zu einem Zucken führen. „Wir können stolz sein, einen so qualifizierten Mann für unser Museum gewonnen zu haben“, sagte der Erste Stadtrat Gerd Linderkamp am Mittwoch in der Pressekonferenz nach der Verwaltungsausschusssitzung: Er sprach von Carsten Jöhnk, der am 1. Januar 2015 neuer Leiter des Nordwestdeutschen Museums für Industriekultur auf der Nordwolle wird. Er folgt auf Hans-Hermann Precht, der in den Ruhestand geht.

„Delmenhorst hat ein großartiges Haus. Ich finde auch das Ensemble mit den zwei Standbeinen toll, zum einen das Fabrikmuseum und zum anderen ein Haus für Stadtgeschichte“, sagte Jöhnk. Derzeit leitet er das Ostfriesische Landesmuseum Emden, zuvor war er Chef des Schifffahrtsmuseums der oldenburgischen Unterweser in Brake. „Angefangen habe ich im Focke-Museum in Bremen“, erzählte er. In der Hansestadt lebt Jöhnk auch mit seiner Familie. Von daher bedeutet die Rückkehr ins Oldenburger Land für ihn natürlich auch die Annehmlichkeit, nicht mehr so weit zur Arbeit fahren zu müssen. „Das war aber nicht ausschlaggebend, mich in Delmenhorst zu bewerben“, betonte er.

Obwohl Jöhnk von Hause aus promovierter Kunsthistoriker ist, sieht er sich selbst vielmehr als Kulturhistoriker. Denn es geht ihm um die Vermittlung der Kultur, im Falle des Industriemuseums also um die Arbeits- und Lebenskultur in einer boomenden Industriestadt des Kaiserreichs. Dabei sind ihm die beiden Schwerpunkte des Delmenhorster Vorzeigehauses – also die Industrie- und die Sozialgeschichte – durch seine vorherigen Tätigkeiten bestens vertraut. In Brake ging es auch um die Geschichte der Werften und Reedereien, das Haus in Emden zeigt gerade eine Schau zu 50 Jahre Volkswagen in Ostfriesland. „In einem Industriemuseum kann man die Inhalte sehr gut interaktiv vermitteln, anders als bei einem kulturhistorischen Haus“, nannte Jöhnk einen Punkt, der ihn didaktisch besonders reize. Dass er an ein No-Budget-Haus wechselt, sieht er gelassen. Schließlich sind die Mittel für Kultur fast überall knapp, nicht nur in Delmenhorst.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+