Einbrecherbande Bundesgerichtshof verwirft Revision

Eine Einbrecherbande war 2020 in Schwimmbäder, darunter die Delmenhorster Grafttherme, eingebrochen. Alle fünf Bandenmitglieder wurden verurteilt. Nun sind diese Urteile rechtskräftig.
28.06.2022, 11:43
Lesedauer: 1 Min
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Von Franz-Josef Höffmann

Das Urteil gegen eine fünfköpfige Einbrecherbande, die 2020 auf Einbrüche in Schwimmbäder spezialisiert war, ist rechtskräftig. Der Bundesgerichtshof hat die Revision der Angeklagten verworfen. Das bestätigte Richter Frederik Franz, stellvertretender Pressesprecher des Oldenburger Landgerichts, Anfang dieser Woche.

Die zweite große Strafkammer des Oldenburger Landgerichts unter Vorsitz von Richter Christian Weigmann hatte die fünf Bandenmitglieder im Juli 2020 zu Gefängnisstrafen von bis zu vier Jahren verurteilt. Die Hauptangeklagten waren des schweren Bandendiebstahls und Sachbeschädigung in 23 Fällen schuldig gesprochen worden.

Begonnen hatte die Einbruchsserie in Delmenhorst. Abgesehen hatte die Bande es auf die Grafttherme. Die Täter hatten sich gewaltsam Zutritt zu den Räumlichkeiten verschafft, einen Tresor aufgeschlagen und 34.000 Euro erbeutet. Weil das aus Sicht der Einbrecher gut gelaufen war, beschlossen sie, auch das Olantis-Huntebad in Oldenburg heimzusuchen. Am 9. März 2020 verschafften sich die Angeklagten auch dort gewaltsam Zutritt.

Doch so gut, wie es in Delmenhorst gelaufen war, lief es in Oldenburg nicht. Beim Aufflexen eines Tresors hatten die Angeklagten so viel Rauch verursacht, dass ein Rauchmelder Alarm schlug. Die Angeklagten mussten ohne Beute fliehen. Es folgten weitere Einbrüche in Schwimmbäder in Braunschweig, Wolfsburg, Rotenburg, Langenhagen, Salzgitter und Celle. Die Gesamtbeute betrug mehrere 100.000 Euro. Jeder Einbruch war mit einem immensen Sachschaden verbunden gewesen. Die Einbrecher drangen durch Decken, Wände und Glaselemente in die jeweiligen Schwimmbäder ein.

Nach einer akribischen Ermittlungsarbeit der Polizei konnten die Angeklagten am 8. Dezember 2020 festgenommen werden. Als Motiv für ihre Einbrüche nannten die Angeklagten ihre ärmlichen Verhältnisse in ihrer Heimat Rumänien. Einige der Angeklagten hatten sich weniger Strafe gewünscht. Doch daraus wurde nichts. Der Bundesgerichtshof hat die Feststellungen, Überzeugungen und die rechtliche Würdigung der Weigmann-Kammer in vollem Umfang geteilt.

Coronabedingt hatte das Verfahren mit fünf Angeklagten, zehn Rechtsanwälten, zehn Wachtmeistern, fünf Dolmetschern, sieben Richtern und einer Staatsanwältin im großen Festsaal der Weser-Ems-Halle stattgefunden.

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