GGV baut das Konzept „Glasfrei um den Ring“ weiter aus und appelliert an die Vernunft der Umzugsgäste „Einschneidende Erlebnisse“ unerwünscht

Ganderkesee. Glasbruch und die Gefahr, die von herumliegenden Scherben ausgeht – das gehört beim Faschingsumzug um den Ring seit Jahren zu den größten Problemen überhaupt. Vor drei Jahren haben die Gemeinschaft Ganderkeseer Vereine (GGV) als Veranstalter und das Deutsche Rote Kreuz (DRK) deshalb die Initiative „Glasfrei um den Ring“ ins Leben gerufen, die in diesem Jahr weiter ausgebaut werden soll.
03.02.2017, 00:00
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„Einschneidende Erlebnisse“ unerwünscht
Von Jochen Brünner

Ganderkesee. Glasbruch und die Gefahr, die von herumliegenden Scherben ausgeht – das gehört beim Faschingsumzug um den Ring seit Jahren zu den größten Problemen überhaupt. Vor drei Jahren haben die Gemeinschaft Ganderkeseer Vereine (GGV) als Veranstalter und das Deutsche Rote Kreuz (DRK) deshalb die Initiative „Glasfrei um den Ring“ ins Leben gerufen, die in diesem Jahr weiter ausgebaut werden soll. So werden die Verantwortlichen beim Umzug am Sonnabend, 25. Februar, große Banner an der Umzugsstrecke platzieren, auf denen auf die Gefahr von Schnittverletzungen hingewiesen wird. „Einschneidendes Erlebnis“, heißt der Slogan auf dem einen Plakat, ein weiterer Spruch lautet: „Hoffentlich ist es nur Rotwein.“

Knapp 90 grüne Mülltonnen an der Umzugsstrecke sollen auch in diesem Jahr wieder dafür sorgen, dass Flaschen in der Tonne und nicht auf der Straße landen. „Eigentlich appellieren wir aber an die Umzugsbesucher, Glasflaschen erst gar nicht mitzubringen“, sagt GGV-Sprecher Timo Vetter. Wenn es gar nicht anders ginge, sollten die Umzugsgäste dann aber dafür sorgen, das Glas in den bereitgestellten Tonnen zu entsorgen.

Das habe im vergangenen Jahr schon ganz gut geklappt. Insgesamt 5,5 Kubikmeter Glas seien im vergangenen Jahr in den aufgestellten Mülltonnen gesammelt worden, erklärt Vetter – für die Verantwortlichen ein Erfolg. „Wenn man bedenkt, dass dieses Glas vor drei Jahren noch auf der Straße gelandet ist, ist das ein riesiger Schritt in die richtige Richtung“, betont GGV-Vizepräsident Henning Adler. Und auch Bürgermeisterin Alice Gerken findet die Initiative gut: „Als Gemeinde begrüßen wir es sehr, dass sich die GGV so viele Gedanken zu diesem Thema macht, obwohl nicht alle Schnittverletzungen zwangsläufig mit Alkohol zu tun haben“, meint sie.

„Prophylaxe ist das A und O. Keiner möchte beim Fasching bleibende Narben davontragen“, erklärt Petra Hubmann-Lübbe, Vorsitzende des DRK-Ortsvereins Ganderkesee. Teilweise reiche schon das falsche Schuhwerk, um sich eine Glasscherbe durch die Sohle zu treten. Und neben den Schnittwunden verweist sie auch auf die damit verbundene Infektionsgefahr.

Vor vier Jahren startete die GGV damit, am Umzugstag sogenannte „Tatortreiniger“ entlang der Umzugsstrecke und auf dem Festplatz einzusetzen. „Damals haben wir auch Pfandkisten mit Kabelbindern an den Laternenpfählen befestigt“, erinnert sich Vetter. Dieses Konzept habe sich allerdings nicht bewährt, sondern nur dazu geführt, dass nach dem Umzug die Kisten weg waren.

Bis zur letzten Scherbe werde sich das Problem aber sowieso nicht in den Griff kriegen lassen, sind sich Vetter und Adler bewusst. „Wir können kein komplettes Glas-Verbot für den gesamten Ortskern aussprechen. Wir können nur an die Vernunft der Besucher appellieren“, sagt Henning Adler. Auch in diesem Jahr wird der örtliche Einzelhandel – insbesondere die Inkoop-Märkte in Ganderkesee und Bookholzberg, der Famila-Markt, der Getränkemarkt „Hol ab“ an der Bergedorfer Straße sowie die Shell-Tankstelle die Initiative „Glasfrei um den Ring“ wieder unterstützen. „Wir bieten rund um das Faschingswochenende verstärkt ‚Kurze‘ in Plastikflaschen an und werden das auch offensiv plakatieren“, erklärt Sven Ohlsen vom Inkoop-Markt Ganderkesee stellvertretend.

Was das allgemeine Sicherheitskonzept am Umzugstag angeht, hat die Polizei erklärt, dass sie mit einer erhöhten Anzahl von Beamten vor Ort Präsenz zeigen werde. Die Gefährdungslage gelte aber als abstrakt. „Im vergangenen Jahr hatten wir erhöhte Sicherheitsvorkehrungen, weil der Umzug damals direkt an der Flüchtlingsunterkunft am Habbrügger Weg vorbeigelaufen ist“, blickt Alice Gerken zurück. Aber dies habe sich inzwischen bekanntlich erledigt. „Wir sind kein politischer Umzug“, betont auch Henning Adler. Nach den Erkenntnissen des GGV-Präsidiums gebe es keine konkrete Gefahr für den Fasching oder für die Gemeinde.

„Keiner möchte beim Fasching bleibende Narben davontragen.“ Petra Hubmann-Lübbe, Rotes Kreuz
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