Delmenhorster Biobauer bekundet Interesse Einzelhandels-Konzept für die Markthalle

Delmenhorst. Der Delmenhorster Biobauer Martin Clausen hat Interesse, die Markthalle als Bio-Laden zu nutzen und dort laut Beschlussvorlage Lebensmittel aus regionalem Anbau zu verkaufen. Der Wirtschaftsausschuss wird heute Nachmittag darüber informiert.
17.02.2011, 05:00
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Einzelhandels-Konzept für die Markthalle
Von Kai Purschke

Delmenhorst. Muss der Rat seinen Beschluss, dass aus der Markthalle wieder eine Markthalle werden soll, doch nicht zurücknehmen? Zumindest bekommt die Politik jetzt eine neue Variante als mögliche Nutzung geboten: Der Delmenhorster Biobauer Martin Clausen hat Interesse, die Markthalle als Bio-Laden zu nutzen und dort laut Beschlussvorlage Lebensmittel aus regionalem Anbau sowie regionale Produkte zu verkaufen. Der Wirtschaftsausschuss wird heute Nachmittag darüber informiert, dass neben der Nutzung als Veranstaltungszentrum auch eine Markthalle möglich ist.

Zwar bestätigte Clausen gestern auf Nachfrage, dass er mit der in der zusätzlichen Beschlussvorlage erwähnten "Gesellschaft, die seit langen Jahren erfolgreich biologisch-dynamisch erzeugte Lebensmittel vermarktet", gemeint ist. Für Details sei es aber zu früh, da "mir noch die Rahmenbedingungen fehlen, um zu einer abschließenden Beurteilung zu kommen". Die Verwaltung führt dagegen der Politik detailliert auf, was genau in der Markthalle passieren könnte.

Demnach wolle Clausen, der derzeit einen großen Biohof an der Stedinger Landstraße betreibt, in der Markthalle "ein modernes Einzelhandelsgeschäft größeren Umfangs für die Direktvermarktung" einrichten. Das entspräche ziemlich genau dem Ratsbeschluss, und auch Oberbürgermeister Patrick de La Lanne bekäme das, was er 2008 in einer Ratssitzung gefordert hatte: "Die Markthalle soll wieder so aussehen, wie sie einmal ausgesehen hat." Die Markthalle müsse wieder eine Markthalle werden, hatte de La Lanne betont.

Laut Verwaltung will die Gesellschaft die Fläche der Halle längerfristig mieten und betreiben - auch in diesem Fall müsste die Stadt sie selbst sanieren. Als "rein biologisch erzeugte Lebensmittel" sollen laut Verwaltung rund 35 Prozent Obst und Gemüse, etwa 20 Prozent Molkereiprodukte und jeweils 10 Prozent Wurst- und Fleischwaren sowie Brot- und Backwaren angeboten werden. Die restlichen 25 Prozent würden Wein, Gewürze, Süßwaren, Kaffee/Tee, Kosmetik, Getränke, Getreide und anderes ausmachen.

Die Waren könnten, ähnlich wie es die alten Pläne der KG "Unsere Markthalle" vorsahen, an kreisförmig aufgereihten Verkaufsständen angeboten werden, im Zentrum des Baus "könnte ein runder Marktstand" entstehen. Aber auch die Idee eines Bistros sei aufgetaucht, damit ein Teil der Produkte auch in zubereiteter Form angeboten werden kann. Konkurrenzlos soll Clausen aber offenbar nicht bleiben, denn laut Vorlage sei die Vergabestelle der Stadt der Auffassung, dass eine als Einzelhandelsfläche hergerichtete Markthalle "auf dem Wege der öffentlichen Ausschreibung zur Vergabe gleichberechtigt und transparent vermarktet" werden sollte.

Um gut erreichbar zu sein, habe die Gesellschaft die Anlegung von "ca. 20 Parkplätzen unmittelbar an der Gebäudefront zum Wallplatz" gewünscht. Das könnte ein Knackpunkt sein, zumal die Verwaltung darauf hinweist, dass erste interne Abstimmungsgespräche gezeigt hätten, dass "Nachteile für die sonstigen städtebaulichen Ausbauplanungen" gesehen würden.

Während die Stadt bei einer Nutzung der Markthalle als möglicher Betreiber - in Form einer Tochtergesellschaft - einem wahrscheinlichen Zuschussgeschäft entgegensteuert, würde bei einer Bioladen-Nutzung Clausen die laufenden Kosten tragen. Die Verwaltung geht von rund 25000 Euro an Energiekosten aus, sagt aber nicht, für welchen Zeitraum. Mit den veranschlagten Mieterträgen würden aus Sicht der Verwaltung die Kosten für die laufende bauliche Unterhaltung und die Abschreibung/Verzinsung der Investitionen zur Sanierung und Herrichtung der Markthalle innerhalb eines Zeitraums von zehn bis 25 Jahren durch eine kalkulatorische Miete ausgeglichen werden.

Es sei zu entscheiden, heißt es in der Vorlage, ob ein kalkulatorischer Mietzins angesetzt werden soll oder ein den in der Innenstadt marktüblichen Konditionen entsprechender Mietzins, "um eine Wettbewerbverzerrung zu vermeiden".

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