Ganderkesee

„Eisgrau – Frostblau – Schneeweiß“: Die Farben des Winters

Ganderkesee (jbr). „Ab minus 25 Grad mussten wir in der Schule nicht mehr auf den Pausenhof. Frostbeulen waren für uns nichts Ungewöhnliches“, erinnert sich die finnische Künstlerin Pirjo Niiranen an ihre Kindheit.
03.12.2014, 00:00
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„Eisgrau – Frostblau – Schneeweiß“: Die Farben des Winters
Von Jochen Brünner
„Eisgrau – Frostblau – Schneeweiß“: Die Farben des Winters

Unter dem Titel „Eisgrau – Frostblau – Schneeweiß“ präsentiert die finnische Künstlerin Pirjo Niiranen ab Freitag Winterbilder im Haus Müller. Zur Vernissage rezitiert der Lyriker Mathias Groll zum Thema passende Gedichte.

INGO MOELLERS

„Ab minus 25 Grad mussten wir in der Schule nicht mehr auf den Pausenhof. Frostbeulen waren für uns nichts Ungewöhnliches“, erinnert sich die finnische Künstlerin Pirjo Niiranen an ihre Kindheit. Aufgewachsen ist sie in Varkhaus, einer Kleinstadt in der Nähe der russischen Grenze etwa 350 Kilometer nordöstlich von Helsinki. Auch wenn die 64-Jährige inzwischen seit mehr als 30 Jahren in Bremen lebt, hat sie die Faszination des Winters nie wirklich losgelassen. Die kommt auch in ihren Gemälden zum Ausdruck, die unter dem Titel „Eisgrau – Frostblau – Schneeweiß“ ab Freitag, 5. Dezember, im Kulturhaus Müller zu sehen sind. Bei der Vernissage, die um 19 Uhr beginnt, führt VHS-Kulturbeauftragte Wiebke Steinmetz in das Werk ein, Mathias Groll rezitiert eigene Gedichte zum Thema, und Stefan Lindemann begleitet die Eröffnung mit musikalischen Reflexionen.

Die Ausstellung versammelt 40 Bilder, die in den vergangenen 15 Jahren entstanden sind – die jüngsten erst in diesem Sommer. „Für die Ausstellung habe ich auch im August gemalt – bei plus 30 Grad“, erzählt die Künstlerin. Doch die Motive – etwa der Blick aus einem Fenster auf einen zugefrorenen See – sind ständig präsent. Ihre Arbeitsweise bezeichnet Niiranen als intuitiv und assoziativ. So entstehen Werke, auf denen man nach ihren Worten „kaum was erkennt, aber vieles erahnt“.

„Zwar prägen die Bilder Pirjo Niiranens in ihrer reduzierten Formensprache die Weite und die Kargheit Finnlands, doch findet sich in ihnen eine Melancholie, die nicht traurig macht“, analysiert Steinmetz die Arbeiten und freut sich über die gegenwärtigen, zum Thema passenden Minusgrade. Die Künstlerin bekennt, dass der Winter für sie nicht nur depressiv sei, sondern auch Alltägliches und Gemütliches habe. Trotzdem sei es für die Menschen in Finnland eine Herausforderung, die lange Dunkelheit aus- und durchzuhalten.

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