Celina (10) und Demijan (7) Saffran sind die jüngsten Mitglieder im Brieftaubenverein „Auf zur Heimat“ Enkel wollen ihren Opa überflügeln

Celina und Demijan Saffran bilden ein Junior-Team bei den Brieftaubenzüchtern. Ihre Leidenschaft für die Tauben haben sie von Opa Johann geerbt, der seit über 40 Jahren Tauben züchtet – und der stolz auf die ersten Erfolge der Enkel blickt.
18.07.2013, 05:00
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Von Marco Julius

Celina und Demijan Saffran bilden ein Junior-Team bei den Brieftaubenzüchtern. Ihre Leidenschaft für die Tauben haben sie von Opa Johann geerbt, der seit über 40 Jahren Tauben züchtet – und der stolz auf die ersten Erfolge der Enkel blickt.

Ganderkesee. Bei Opa Johann Saffran geht es zu wie im Taubenschlag, kein Wunder, der leidenschaftliche Taubenzüchter hat ja auch einen. 90 Tauben hat er im Winterbestand, im Sommer sind es sogar mehr. Ganz schön viel Arbeit, aber dabei bekommt Opa ja jetzt Hilfe. Seine Enkel – der siebenjährige Demijan und die zehnjährige Celina – konnte er nämlich für die Taubenzucht begeistern. Mit Erfolg, denn zuletzt waren die Kinder bei einem Wettflug der Brieftaubenreisevereinigung Delmenhorst und Umgebung auf dem zweiten Platz gelandet. "Die Tauben sind zweiter geworden", berichtigt Demijan sofort, schließlich ist er ja nicht selbst geflogen. Opa Johann ist ein guter Lehrmeister, das haben die beiden Nachwuchszüchter, die, wie ihr Großvater, im Ganderkeseer Verein "Auf zur Heimat" Mitglied sind, natürlich längst bemerkt. Kein Wunder, schließlich ist Johann Saffran schon seit 1972 aktiv bei den Taubenzüchtern.

In mehr als vier Jahrzehnten hat er mit seinen Tauben viele Preise gewonnen, das ist natürlich Ansporn für die Kleinen. Der zweite Platz ist da nur ein Anfang. Im Herbst erhalten die Enkel für den Erfolg eine Urkunde und Gutscheine. Urkunden hat Opa Saffran so viele, dass er sie gar nicht alle im Taubenschlag aufhängen kann. An der Straße Holtstreek, wo die Saffrans wohnen, hat er ein wahres Taubenparadies in Handarbeit eingerichtet. Davon profitieren auch die Kleinen. Nur die Mutter der beiden, die hat ein wenig Angst vor den Tauben und bleibt lieber auf Abstand, wenn das Geflatter losgeht.

Warum Tauben immer wieder in den heimischen Schlag zurückkehren, auch wenn man sie weit weg aussetzt, können Demijan und Celina noch nicht so richtig erklären. "Sie haben ein sehr gutes Gehirn", sagt der Siebenjährige, der nach den Ferien in die zweite Klasse wechselt. So ganz genau muss man es auch nicht wissen, denn sein Opa sagt: "Da streiten sich bis heute die Gelehrten. Es gab viele Versuche. Es hängt unter anderem mit Magnetfeldern und dem Sonnenstand zusammen."

Seine Enkel jedenfalls haben viel Spaß mit den Tauben, vor allem das Füttern gefällt ihnen. Mais und Erbsen gibt es häufig. "Wir geben den Tauben auch Erdnüsse, die mögen sie besonders", sagt Celina. "Manchmal landen sie bei mir auf dem Knie oder auf dem Kopf", sagt Demijan. Dann sind sie besonders zutraulich. "Wenn sie satt sind, kommen sie aber nicht so nahe", weiß Celina. Johann Saffran ist jeden Tag bis zu vier Stunden mit seinen Tauben beschäftigt. Er ist stolz darauf, dass seine Enkel mit viel Leidenschaft bei der Sache sind. Denn den Brieftaubenvereinen fehlt der Nachwuchs. Nicht nur seinem Verein "Auf zur Heimat", der Trend ist ganz allgemein da. Man brauche halt viel Zeit und noch mehr Platz für das Hobby, sagt der 61-Jährige. Beides ist nicht immer gegeben. Das weiß auch Jürgen Dietrich-Glahe von der Brieftaubenreisevereinigung. "Celina und Demijan sind leider die Ausnahme, junge Leute fehlen uns." Nicht jeder hat eben so einen Opa wie die beiden jungen Saffrans.

Der Nachwuchs aus der eigenen Familie schürt natürlich auch die Konkurrenz. Den Enkeln macht es Freude, wenn ihre Tauben schneller sind als Opas. Aber sie geben zu: "Opa hat uns seine besten Tauben überlassen." Mit der Chiptechnik, die genau belegt, wann welche Taube wieder im Schlag ist, kennen sich die Kleinen auch schon aus.

Am kommenden Wochenende gibt es einen weiteren Wettflug. Da wollen die Enkel es dem Opa wieder zeigen. Und Demijan denkt schon viel weiter: "Wenn ich groß bin, baue ich mir meinen eigenen Taubenschlag, dann sollst Du mal sehen, wer gewinnt, Opa." Der lacht dann und freut sich auf viele gemeinsame Stunden mit seinen Enkeln und Tauben. "Gewonnen", stellt Johann Saffran fest, "habe ich ja schon genug".

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