Entlastung der Bürger in Sicht Entsorgungs-Kooperation spart jede Menge Geld

Delmenhorst. Der Landkreis Delmenhorst soll quasi als Dienstleister sowohl das Delmenhorster Altpapier als auch die Bio- und Grünabfälle der Delmenhorster Bürger verwerten. Damit sollen allein im Jahr 2011 ruind 440000 Euro gespart werden.
21.05.2010, 06:00
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Entsorgungs-Kooperation spart jede Menge Geld
Von Kai Purschke

Delmenhorst. Mit Müll Geld machen. Dieser Devise will die Stadt Delmenhorst jetzt folgen, indem sie mit dem Landkreis Diepholz kooperiert. Was auch positive Folgen für die Geldbörsen der Steuerzahler haben kann. Der Landkreis soll quasi als Dienstleister sowohl das Delmenhorster Altpapier als auch die Bio- und Grünabfälle der Delmenhorster Bürger verwerten. Im Bereich der Bio- und Grünabfälle verspricht sich die Verwaltung eine Einsparung von rund 440000 Euro allein im Jahr 2011. Entsprechende Zweckvereinbarungen mit dem Landkreis hat der Verwaltungsausschuss jetzt beschlossen.

Wie aus einer Beschlussvorlage für den Ausschuss hervorgeht, soll der Landkreis Diepholz ab dem 1. Juli dieses Jahres das Delmenhorster Altpapier, das weiterhin von der Abfallwirtschaft Delmenhorst (ADG) eingesammelt wird, mitvermarkten und mitverwerten. Durch die gemeinsame Verwertung und eine laut Verwaltung 'deutlich größere Gesamtmenge' könnten 'höhere Einnahmen zugunsten der Gebührenzahler der Stadt Delmenhorst und des Landkreises Diepholz' erzielt werden, als wenn beide Kommunen ihre Mengen auf eigene Faust vermarkten. In Delmenhorst kämen jährlich etwa 6000 Tonnen Altpapier aus privaten Haushalten zusammen, im Landkreis seien es rund 19000 Tonnen.

Wie hoch die Einnahmen sind, die sich die Stadt von der Kooperation erhofft, ist nicht in der nicht öffentlichen Vorlage aufgeführt. Im städtischen Haushalt für 2010 sind aber 330000 Euro eingestellt, wobei es sich um eine Annahme handelt, da der Altpapiermarkt starken Schwankungen unterworfen sei. Als Ausgaben für die Kooperation fallen für beide Partner unter Umständen Kosten für eine Ausschreibung an. Dazu kommen Ausgaben für die Anlieferung (wöchentlich etwa 115 Tonnen), wie der Zweckvereinbarung - die unserer Redaktion vorliegt - zu entnehmen ist. Demnach sei das Altpapier 'zum Entsorgungszentrum Bassum (EZB) oder einer vom Landkreis zu benennenden Annahmestelle ...anzuliefern'. Delmenhorst soll die Erlöse für die hier gesammelte Menge Altpapier ohne Abzüge erhalten. Enden soll die Vereinbarung Ende des Jahres 2020.

ADG prüft Bau einer eigenen Anlage

Ein ähnliches Konstrukt wollen Delmenhorst und der Landkreis Diepholz für die Bio- und Grünabfälle schaffen. Sie entsorgt die Stadt derzeit noch über eine Kompostierungsanlage in Ganderkesee - der Vertrag endet allerdings zum Jahresende. Eine neue Lösung muss her, möglicherweise eine in Eigenregie. Wie aus der Vorlage hervorgeht, 'prüft die ADG derzeit die Möglichkeiten zum Bau und Betrieb einer eigenen Bio- und Grünabfallverwertungsanlage', eine sogenannte Trockenvergärungsanlage. Sollte man sich dafür entscheiden, könne der Betrieb aber nicht vor dem Jahr 2014 starten. Mit dem Landkreis soll nicht zuletzt auch in diesem Bereich kooperiert werden, weil die Stadt eine Kündigungsoption verhandelt habe sowie die Tatsache, dass es keine konkreten Mengenfestschreibungen gäbe.

Der Landkreis Diepholz soll als Dienstleister für Delmenhorst die Abfälle durch seine Tochter, die AbfallWirtschaftGesellschaft mbH Bassum (AWG) entsorgen beziehungsweise biologisch behandeln. Von der Delme kämen jährlich rund 6000 Tonnen Bioabfälle und etwa 2000 Tonnen Grünabfälle nach Bassum . Die Zweckvereinbarung darüber soll bis Ende 2025 laufen, kann von Delmenhorst aber jährlich mit einer Frist von einem Jahr gekündigt werden.

Sexy ist vor allem der Preis, den die Stadt für die Entsorgung über den Landkreis Diepholz zahlen müsste. Laut Verwaltung liege er für Bioabfälle fast die Hälfte unter dem, was die Kompostsysteme Nord GmbH in Ganderkesee verlangt. Bei 6000 Tonnen jährlich könnten so im Jahr 2011 über 290000 Euro gespart werden. Damit einher gehen könne 'eine nicht unerhebliche Gebührensenkung für die Bioabfallbehälter'. Die Verwertung von Grünabfällen läge gar 72 Prozent unter den derzeit zu zahlen Verwertungskosten, sodass bei 2000 Tonnen jährlich bereits im Jahr 2011 rund 155000 Euro eingespart werden könnten.

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