Initiative soll Verletzungsrisiko minimieren Faschingsumzug führt glasfrei um den Ring

Vertreter aus dem Präsidium der Gemeinschaft Ganderkeseer Vereine (GGV), örtlicher Firmen und der Gemeinde haben jetzt gemeinsam die Aktion „Unser Ding – Glasfrei um den Ring“ vorgestellt.
03.02.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Marco Julius

Vertreter aus dem Präsidium der Gemeinschaft Ganderkeseer Vereine (GGV), örtlicher Firmen und der Gemeinde haben jetzt gemeinsam die Aktion „Unser Ding – Glasfrei um den Ring“ vorgestellt.

Mit der Aktion soll zum einen der anfallende Müll verringert und zum anderen verhindert werden, dass es beim Fasching zu Schnittwunden kommt.

Es soll – wie immer – ein Tag der Freude werden. Ein Tag des Glücks. Am 14. Februar steht die Gemeinde Ganderkesee Kopf, wenn sich der große Faschingsumzug um den Ring und durch den Ort bewegt, an den Straßen Tausende Faschingsfreunde, die feiern wollen, zunächst an der Strecke, später in den Festzelten und Lokalen.

Doch wie heißt es so passend: Glück und Glas, wie leicht bricht das. Denn Glas, das weiß nicht nur Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas, das weiß auch Henning Adler, frisch ins Präsidium der Gemeinschaft Ganderkeseer Vereine (GGV) gewählt, Glas ist ein Hauptproblem beim Umzug.

„Wir haben ein Problem mit dem Müll, vor allem mit den Glasflaschen, die liegen bleiben. Aber das ist ein Problem, das wir lösen können. Das größere Problem sind zerbrochene Glasflaschen, die immer wieder zu Schnittverletzungen führen oder Reifen beschädigen“, sagt Adler. Ein generelles Glasverbot am Umzugstag ist laut GGV nicht durchsetzbar. Der Umzug führe nun mal mitten durch ein Wohngebiet und vorbei an Märkten, die an diesem Tag geöffnet haben und Geld verdienen wollen.

Der Fasching und alkoholische Getränke gehören für viele zusammen. Mit der Initiative „Unser Ding – Glasfrei um den Ring“ will Adler, will die GGV dem „ständigen Ärgernis“ dennoch einen Riegel vorschieben. Adler hat Kontakt aufgenommen zu den Märkten an der Umzugsstrecke, zu Famila, zu Inkoop, zur Shell-Tankstelle etwa.

Und er ist dort auf offene Ohren gestoßen. „Alle Märkte werden verstärkt Getränke in Plastikflaschen anbieten“, sagt er. „Uns geht es um Prävention, um einen Appell an die Vernunft. Je weniger Glas im Umlauf ist, desto besser“, sagt Adler. „Jede Flasche, die nicht fliegt, beugt Verletzungen vor.“

„Die Idee ist genial und einen Versuch wert“, sagt Bürgermeisterin Gerken-Klaas, die sich freut, dass der örtliche Handel eingestiegen ist in die Initiative. Dabei war es gar nicht so leicht, wie Inkoop-Chef Bernd Oetken berichtet: „Wir bestellen Waren ja meist Monate im Voraus. Und wir können Kunden auch nicht zensieren. Aber wir werden möglichst viel PET-Flaschen anbieten“, berichtet er.

Auch Thea Hausfeldt, Famila-Marktleiter, zieht mit. „Wir werden Sonderwerbung für glasfreie Getränke machen und Alternativen aufzeigen.“ Prosecco in Dosen etwa sei eine Alternative zur Sektflasche aus Glas, Bier gebe es aus PET-Flaschen und in Dosen.

Die Gemeinde unterstützt die Aktion mit zusätzlichen Containern an der Umzugsstrecke. Wer doch aus Glasflaschen trinkt, der solle sie wenigstens leicht, schnell und sicher entsorgen können. „Kleine Schritte, aber in der Summe hoffentlich wirksam“, hofft Gerken-Klaas.

Die GGV macht für ihre Initiative ordentlich Werbung. „Auf Facebook und auf der Homepage weisen wir auf die Aktion hin“, sagt Adler. Bei den Büttenabenden haben bereits Plakate auf den möglichst glasfreien Umzug hingewiesen. Die Aktion selbst freut auch das Deutsche Rote Kreuz, das an Umzugstagen meist viele Schnittverletzungen zu behandeln hat.

Adler und die GGV wollen aber nicht an die Zuschauer des Festumzuges appellieren. „Wir werden auch mit den Umzugsteilnehmern sprechen. Die müssen natürlich mit gutem Beispiel vorangehen.“ Es sei gut möglich, dass sich Gruppen im Wettbewerb um Auszeichnungen disqualifizieren, wenn ihr Umgang mit Glasflaschen zu wünschen übrig lasse.

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