Feuerwehr Delmenhorst

FDP-Ratsherr geht den Feuerwehrchef an

Murat Kalmis findet, dass die Delmenhorster Feuerwehr im neuen Stellenplan zu kurz kommt – und teilt kräftig aus. Im Fokus seiner Kritik steht der Feuerwehrchef Thomas Stalinski.
05.12.2019, 21:30
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Ilias Subjanto
FDP-Ratsherr geht den Feuerwehrchef an

Die Delmenhorster Feuerwehr soll personell aufgestockt werden. Aber FDP-Ratsherr Murat Kalmis reicht das noch nicht.

INGO MOELLERS

In diesem Jahr wurde die Stadt von einer wahren Brandserie heimgesucht: Feuer bei Inkoop, mehrere Schuppenbrände, dazu die Wohnungsbrände an der Wittekindstraße und der Pommernstraße. Die Delmenhorster Feuerwehr hatte alle Hände voll zu tun – auch bei den Starkregenereignissen im Spätsommer. Ob die Einsatzzahlen im nächsten Jahr ähnlich hoch sein werden, weiß natürlich niemand. Trotzdem sieht FDP-Ratsherr Murat Kalmis die Mitarbeitersituation bei der Feuerwehr kritisch. „Bei einigen Großeinsätzen musste sogar Verstärkung aus Wilhelmshaven angefordert werden. Das kann es nicht sein“, moniert er die Personallage bei den Brandbekämpfern.

Die Belegschaft werde im Schnitt immer älter, daher werde es auch schwieriger, die 24-stündige Bereitschaft aufrecht zu erhalten, erläutert Kalmis. Die Feuerwehr müsse eine Mindestbesetzung vorhalten, die auch aus dem Stellenplan des Fachbereichs hervorgehe. Die derzeitige Personalstärke bezeichnet der Ratsherr als „nicht rechtskonform“, die fehlende Stellenbesetzung gehe zu Lasten der vorhandenen Mitarbeiter. „Die Feuerwehr trägt als Arbeitgeber schließlich Verantwortung gegenüber ihrem Personal“, äußert der FDP-Ratsherr sich betont arbeitnehmerfreundlich.

Im Ausschuss für Bürgerangelegenheiten und öffentliche Sicherheit stand am vergangenen Mittwochnachmittag der Stellenplan 2020 auf der Tagesordnung. In der Sitzung befürwortete der Ausschuss – entgegen der Empfehlung des Vorstands der Stadtverwaltung um Oberbürgermeister Axel Jahnz – auch die Schaffung von sieben neuen Stellen bei der Feuerwehr. Für den Ausschussvorsitzenden Kalmis, der der Sitzung wegen eines Arzttermins nicht beiwohnte, war diese personale Weichenstellung jedoch kein Grund zur Freude.

Im Vorfeld der Sitzung hatte er nämlich den Antrag gestellt, für die Atemschutz-Werkstatt und die Medizin-Werkstatt zwei weitere Tagesdienststellen zu schaffen. „Das Arbeitsaufkommen in diesen beiden Werkstätten ist so hoch, dass hier reguläre Tagesdienststellen erforderlich sind, die auch entsprechend bewertet sein müssen“, heißt es in einem Schreiben von Kalmis. Auch verweist er darauf, dass die Aufgaben in den Werkstätten seit 2017 gesetzlich verpflichtend seien.

Dass der bei der Sitzung anwesende Delmenhorster Feuerwehrchef Thomas Stalinski sich nicht zu seiner Anfrage geäußert hat, macht Kalmis verdrießlich. Dabei habe er vorab mit Stalinski gesprochen, der ihm persönlich mitgeteilt habe, die Anfrage zu begrüßen und zu unterstützen. Der Feuerwehrchef sei mit ihm absolut einer Meinung gewesen, versichert Kalmis. Umso unbegreiflicher ist es für den Ratsherren nun, warum Stalinski im Ausschuss nicht die „Gunst der Stunde“ genutzt habe, um für die geforderten Tagesdienststellen zu werben – zumal Kalmis die Angelegenheit bereits vorab mit den Fraktionen von CDU und SPD besprochen habe. Diese hätten beide ihre Zustimmung signalisiert, behauptet der Ratsherr.

Davon weiß die Vorsitzende der Gruppe SPD & Partner im Stadtrat allerdings nichts. "Wir haben mit Murat Kalmis über die sieben neu zu schaffenden Feuerwehrstellen im Stellenplan 2020 gesprochen, und denen haben wir ja auch zugestimmt. Darüber hinaus gehende Stellenforderungen waren aber nie Thema", erklärt die Fraktionsvorsitzende Bettina Oestermann auf Nachfrage. Auch die Anfrage des FDP-Ratsherren sei ihr nicht bekannt.

Auf Nachfrage des DELMENHORSTER KURIER war die Stadtverwaltung Delmenhorst zu keiner Stellungnahme bereit. Der Ratsherr bezeichnet Stalinskis Schweigen in der Ausschussitzung jedenfalls als „sehr schwach“ und „mimosenhaft“. „Das war nicht in Ordnung, und ich kritisiere ihn in höchster Form“, schimpft Kalmis. Warum der Ratsherr aber nicht selber einen entsprechenden Antrag gestellt oder seine Wünsche in der Änderungsliste des Stellenplan untergebracht habe? „Stalinski hätte den Antrag auf der Sitzung einbringen müssen“, sagt der Ratsherr, Kalmis selber habe die Vorarbeiten dazu geleistet, und der Feuerwehrchef hätte „den Ball nur aufnehmen“ müssen. Dass Stalinski als Mitglied der Verwaltung gar keine Anträge in den Ausschuss einbringen kann, scheint Kalmis dabei vergessen zu haben.

Viel Lärm um nichts also? Murat Kalmis möchte nicht lockerlassen. „Wir brauchen diese Stellen“, ist er sich sicher. Er will sein Anliegen am 11. Dezember in der Sitzung des Verwaltungsausschusses zum Thema machen.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+