Feuerwehr erhält neue Drehleiter Technik mindert Schäden

Bei Bränden sei eine Abnahme schwerer Schäden zu verzeichnen, das liege auch am Einsatz von immer modernerer Technik, meint Roland Friesen, Leiter Fahrzeug- und Gerätetechnik bei der Feuerwehr Delmenhorst.
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Technik mindert Schäden
Von Gerwin Möller

„Die Ausstattung mit modernster Technik ist ein Grund dafür, dass wir in Delmenhorst die Brandschäden so niedrig halten können“, sagt Roland Friesen, stellvertretender Leiter des Fachdienstes Feuerwehr. Am Mittwochnachmittag begrüßte er zusammen mit Fachdienstleiter Holger Klein-Dietz und Stadtbrandmeister Klaus Fischer auf dem Hof der Feuerwache an der Rudolf-Königer-Straße Stephan Joachimsmeier sowie Frank Schwerter von der Öffentlichen Versicherung Oldenburg. „Wir überreichen keine Spende, sondern zahlen die Summe von 16 000 Euro als eine satzungsmäßige Verpflichtung zur Unterstützung der Feuerwehrarbeit aus“, erklärte Frank Schwerter von der Bereichsdirektion der Versicherungsgesellschaft. Je 5000 Euro flossen in einen Drehleiterwagen und zwei Löschgruppenfahrzeuge, 1000 Euro gab es zur Förderung der Anschaffung eines Kommandowagens.

Ein Löschgruppenfahrzeug steht bei der Ortswehr Hasbergen, der Kommandowagen ist für die Berufsfeuerwehr im Einsatz, ein weiteres Löschgruppenfahrzeug mit Spezialausrüstung für technische Rettung wird die Arbeit der Ortswehr Delmenhorst unterstützen. Neueste Anschaffung ist die Drehleiter, die der Berufsfeuerwehr seit diesem Jahr zur Verfügung steht. Rund 600 000 Euro hat das mit modernster Technik ausgestattete Fahrzeug gekostet. „Das ist der zweite bauliche Rettungsweg“, sagt Friesen. Im Korb gibt es Platz zur Aufnahme von vier Personen. Den Rettungsweg zu einem Fenster findet die Leiter immer wieder automatisch, so braucht kein Maschinist einen Platz im Korb zu beanspruchen. Leiter und Korb können auch von einem am Ende des Fahrzeugs eingerichteten Platz gesteuert werden.

An Bord des Drehleiterwagens befindet sich auch einiges an Ausstattung, beispielsweise eine Trage für die Personenrettung oder einen Krankentransport. Es komme häufiger vor, dass Menschen ihren Weg ins Krankenhaus über eine Fensterrettung antreten müssen, weil sie so schwer sind, dass der Weg nicht durchs Treppenhaus führen kann. Die Leiter hat eine Länge von 32 Metern und reicht bis in die siebte Etage eines Hauses. „Wenn der Wagen zwölf Meter Abstand vom Haus hält, kann noch eine Höhe von bis zu 23 Metern erreicht werden“, sagt der Leiter für Fahrzeug- und Gerätetechnik. Der Leiterwagen verfügt über eine Totwinkelkamera und über Sky-Beam-Technik. Damit ist die Dachbeleuchtung beschrieben, der Himmel wird mit Scheinwerfern angeleuchtet, damit die Leiter nicht plötzlich in eine Oberleitung gelenkt wird. Auch beim Ausfahren der Stützen kommt eine Kamera zum Einsatz, damit ein weiteres Unglück ausgeschlossen bleibt. Die Wasserwerferfunktion kann ebenfalls ferngesteuert, vom Sitzplatz des am Boden eingesetzten Maschinisten aus, betrieben werden.

Bei der Berufsfeuerwehr sind insgesamt rund 90 Mitarbeitende beschäftigt, davon 60 Einsatzkräfte für die Brandbekämpfung und 30 als Angestellte des Rettungsdienstes. Die tägliche Mindestwachstärke liegt bei 18 Mitarbeitern, davon neun im Regelrettungsdienst. Außerhalb von Einsätzen werden im Tagesablauf weitere Arbeiten verrichtet, etwa in der Schlauchwerkstatt, im Medizin- und Produktelager, in der Desinfektion, in der Atemschutzgerätewerkstatt oder Elektro- und Funkwerkstatt.

Unterstützt wird die Berufsfeuerwehr von den freiwilligen Brandbekämpfern der Ortswehren Stadt Delmenhorst, Delmenhorst-Süd und Hasbergen, „das sind noch einmal 198 Aktive“, sagt Stadtbrandmeister Klaus Fischer. Während bei der Berufsfeuerwehr eine Auszubildende im Bereich der Funkwerkstatt beschäftigt ist, sind bei den Freiwilligen Feuerwehren 24 Frauen im Einsatzdienst. Zur Schutzzielerfüllung soll die Berufsfeuerwehr eine Brandstelle acht Minuten nach der Alarmierung erreicht haben, fünf Minuten später sollen schon Kräfte der Freiwilligen Feuerwehren zur Unterstützung eintreffen. „Wir brauchen beides, die Berufsfeuerwehr und die Freiwilligen“, sagt Roland Friesen. Auf den Fachkräftemangel angesprochen zeigt er sich einerseits zufrieden, weil aus der Jugendfeuerwehr schon einige gewonnen wurden, ihr Hobby zum Beruf zu machen. Aber es gebe noch Personalbedarf.

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