Delmenhorst attraktiver machen

Kalmis fordert Gehaltserhöhung für die Feuerwehr

Wenn bei der Berufsfeuerwehr Stellen zu besetzen sind, zahlen viele Kommunen mehr als Delmenhorst. Das Abwerben von Personal will Murat Kalmis, OB-Kandidat der FDP, mit einem höheren Gehalt verhindern.
12.04.2021, 15:44
Lesedauer: 2 Min
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Kalmis fordert Gehaltserhöhung für die Feuerwehr
Von Björn Struß
Kalmis fordert Gehaltserhöhung für die Feuerwehr

Der Kampf gegen das Feuer ist ein Knochenjob, den Murat Kalmis besser entlohnen möchte.

INGO MÖLLERS

222 Euro mehr pro Monat - mit dieser Gehaltserhöhung will Oberbürgermeisterkandidat Murat Kalmis (FDP) die Arbeit der Delmenhorster Berufsfeuerwehr aufwerten. Ein höherer Bruttolohn ist die zentrale Forderung eines Konzepts, das die Feuerwehr für Bewerber und das bestehende Personal attraktiver machen soll. „Die Arbeit muss lukrativer werden, unsere Nachbargemeinden schlafen nicht. Aktuell bilden wir aus und andere Kommunen werben das Personal dann ab“, mahnt Kalmis im Gespräch mit dieser Zeitung. Seine Ideen hat er per Ratsantrag eingebracht. Die Kommunalpolitik entscheidet deshalb unabhängig von seinem Erfolg bei der OB-Wahl im September, ob sie für die Feuerwehr mehr Geld ausgeben möchte.

Aktuell sind offene Stellen in Delmenhorst mit der Besoldungsstufe A7 ausgeschrieben, was einem Bruttogehalt von 2584,15 Euro entspricht. Laut Kalmis lassen sich viele Feuerwehrmänner per Zusatzqualifikation zum Notfallsanitäter ausbilden, um in die Stufe A9 aufzusteigen und dann 2806,89 Euro zu verdienen. „Etliche Feuerwehren schreiben Stellen direkt mit A9 aus, um Mitarbeiter mit der Qualifikation Notfallsanitäter zu gewinnen, was ihnen auch gelingt“, schreibt der FDP-Politiker in seinem Ratsantrag. Er schlägt deshalb nach der Ernennung zum Beamten auf Lebenszeit binnen zwei Jahren einen automatischen Aufstieg in die höhere Besoldungsgruppe vor. So entfiele die Nachqualifikation, die mehrere zehntausend Euro koste und über drei bis fünf Jahre personelle Lücken aufreiße. Und externe Bewerber könnten dann direkt mit A9 nach Delmenhorst gelockt werden.

Auch der Verzicht auf einen Eigenanteil in Höhe von 1,3 Prozent des Bruttolohns für die Heilfürsorge soll sich positiv auf den monatlichen Kontoauszug auswirken. Städte wie Bremen oder Bremerhaven nutzen laut Kalmis eine freie Heilfürsorge ohne Eigenanteil. Auch für Delmenhorst fordert er die Abschaffung des Eigenanteils. Ein weiteres Element seines Konzepts: Wer freiwillig statt 48 Stunden 56 Stunden arbeitet, soll nicht lediglich 300 und 400 Euro mehr erhalten. Aus den umgerechnet 9,37 und 12,50 Euro pro Stunde sollen per neuer Regelung 16,31 und 22,36 Euro werden.

Die Berufsfeuerwehr beschäftigt aktuell nach Angaben der Stadtverwaltung rund 90 Mitarbeiter. Wie viel Geld mehr eine Bezahlung nach dem FDP-Konzept kosten würde, sagt Kalmis nicht. „Wer eine solche Frage stellt, hat das Problem nicht verstanden. Es geht hier um einen wichtigen Teil der städtischen Daseinsvorsorge. Da darf man keine Milchmädchenrechnung aufmachen und über jeden Euro diskutieren“, argumentiert er.

Auf Nachfrage bei der Stadtverwaltung wollte sich der Chef der Feuerwehr, Holger Klein-Dietz, nicht zu dem Konzept äußern. Die Anfrage werde demnächst bearbeitet, die Antwort sei dann wie üblich im Ratsinformationssystem öffentlich einsehbar. Die erste Gelegenheit für politische Beratungen gibt es erst in über zwei Monaten. Die nächste Sitzung des Ausschusses für Bürgerangelegenheiten und öffentliche Sicherheit ist für den 24. Juni angesetzt.

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