Zukunft der Klosterruine in Hude

Fragen zum Nutzungskonzept

Rund um die Huder Klosterruine gibt es gleich mehrere Baustellen. Bei einem Ortstermin am Mittwoch wurde deutlich, dass die Mauerreste und auch einige der historischen Nebengebäude dringend saniert werden müssen.
21.07.2016, 00:00
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Von Antje Rickmeier
Fragen zum Nutzungskonzept

Der CDU-Landtagsabgeordnete Ansgar Focke (Dritter von links) besuchte die Klosteranlage in Hude, dabei ging es im Gespräch unter anderem mit Greta von Witzleben (Dritte von rechts) und Bürgermeister Holger Lebedinzew (Mitte) auch um die weitere Nutzung des Gemäuers.

Ingo Moellers

Rund um die Huder Klosterruine gibt es gleich mehrere Baustellen. Bei einem Ortstermin am Mittwoch wurde deutlich, dass die Mauerreste und auch einige der historischen Nebengebäude dringend saniert werden müssen.

Die weitere Nutzung der Huder Klosterruine wird in den kommenden Monaten zum Thema. Denn der Pachtvertrag zwischen der Familie von Witzleben und der Gemeinde Hude läuft Ende des Jahres aus. Seit 1997 sei die Gemeinde Pächterin der Klosterruine, die sich im Privateigentum ihrer Familie befinde, erläuterte Greta von Witzleben am Mittwoch bei einem Besuch des CDU-Landtagsabgeordneten Ansgar Focke. Der Verein der Klosterfreunde Hude kümmert sich um die Geschichte der historischen Gebäude. Die Mitglieder organisieren rund 130 Gästeführungen im Jahr und betreuen das Museum im Klostersaal. Ein Ziel des Vereins sei es, den historischen Ort vor einer „Vernutzung“ zu bewahren, sagte der frühere Vorsitzende Gabriel Theermann. Die zwei bis drei Großveranstaltungen im Jahr und andere Aktivitäten sollten so gestaltet werden, dass sie dem historischen Ort nicht schaden würden, erläuterte er.

Weil sich Andenkensammler Stücke mitnehmen oder auf der Ruine geklettert werde, leide die Bausubstanz des Huder Wahrzeichens.

Weil sich Andenkensammler Stücke mitnehmen oder auf der Ruine geklettert werde, leide die Bausubstanz des Huder Wahrzeichens.

Foto: Ingo Moellers

Auch Wind und Wetter setzen den Mauern zu. Regelmäßig werden nach Angaben von Gabriel Theermann Kletterer engagiert, die kleine Schäden beheben. Doch die Klosterruine, die 1987 saniert und zum Denkmal von nationaler kultureller Bedeutung erklärt wurde, müsste erneut von Grund auf saniert werden. Auch bei anderen historischen Gebäuden im Bereich des Klosters gebe es einen erheblichen Sanierungsstau, sagte Bürgermeister Holger Lebedinzew. „Wir brauchen einen Masterplan Alt-Hude“, machte der Verwaltungschef klar. Es müsse ein Konzept erstellt werden. Dabei müsse es auch darum gehen, wie die Baudenkmäler nutzbar gemacht werden könnten, sagte der Verwaltungschef, der sich gegen eine Einzäunung des Geländes aussprach.

Unklare Finanzierung

Doch es ist noch völlig unklar, wie die umfangreiche Sanierung finanziert werden soll. Gabriel Theermann von den Klosterfreunden erläuterte, dass es äußerst schwierig sei, an Geld für die Klosterruine heranzukommen. „Jeder weiß, dass es das wichtigste Gebäude von Hude ist. Aber keiner weiß, wer dafür zuständig ist.“ Der Landtagsabgeordnete Ansgar Focke riet den Hudern, sich an das niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur zu wenden.

Auch für den Klostersaal wünschen sich die Klosterfreunde eine Sanierung. Doch der Verein hat noch andere Probleme: Seit einigen Monaten ist er ohne Vorsitzenden. Der frühere Amtsinhaber Theermann ist zwar noch im Verein aktiv, hatte aber wegen anderer Aufgaben nicht erneut für den Vorsitz kandidiert. Darüber hinaus ist die stellvertretende Vorsitzende Elge Gerdes-Röben erkrankt. Auf Nachfrage von Focke machte Theermann außerdem deutlich, dass der Verein Nachwuchssorgen hat. „Der Altersdurchschnitt ist enorm“, sagte er. Gegen den Vorschlag, dass sich die Klosterfreunde mit der Touristik-Palette Hude zusammenschließen sollten, sprechen aus Sicht Theermanns allerdings die unterschiedlichen Interessen. Die Touristik-Palette wolle die Klosterruine touristisch vermarkten.

Im Anschluss an den Besuch auf dem Klostergelände legte Focke einen Kranz am Ehrenmal für Erwin von Witzleben nieder. Der Urgroßonkel der Huder von Witzlebens war am Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 beteiligt und wurde kurz darauf in Berlin hingerichtet. In den 60er-Jahren ließ die Familie dem Vorfahren ein Denkmal errichten.

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