Westersteder Künstler Norbert Marten hat eine aktive und dynamische Skulptur gestaltet /Ausstellung ab Freitag

Ganter 2.0 vor der Landung

" ... in der Tiefe entdecken ..." ist die Ausstellung mit Arbeiten von Norbert Marten überschrieben, die ab Freitag, 12. Juli, im Kulturhaus Müller in Ganderkesee zu sehen sind. Der Westersteder Künstler ist auch der Schöpfer des "Ganters 2.0", der künftig die Ganter der ersten Generation ablösen soll, die der Delmenhorster Künstler Jürgen Knapp entworfen hatte.
10.07.2013, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Jochen Brünner
Ganter 2.0 vor der Landung

"Der Ganter 2.0 ist deutlich dynamischer als der alte" verspricht Eckhard Eichhorn, Vorsitzender des Vereins Ganter-Art. Ein Pärchen "Schreibtisch-Ganter" aus Bronze ist auch Teil der Ausstellung des Künstlers Norbert Marten, die am Freitag eröffnet wird.

Ingo Möllers

" ... in der Tiefe entdecken ..." ist die Ausstellung mit Arbeiten von Norbert Marten überschrieben, die ab Freitag, 12. Juli, im Kulturhaus Müller in Ganderkesee zu sehen sind. Der Westersteder Künstler ist auch der Schöpfer des "Ganters 2.0", der künftig die Ganter der ersten Generation ablösen soll, die der Delmenhorster Künstler Jürgen Knapp entworfen hatte.

Ganderkesee. Der neue Ganter ist deutlich aktiver und dynamischer als sein Vorgänger: Wenn der Westersteder Künstler Norbert Marten am kommenden Freitag, 12. Juli, um 19 Uhr seine Ausstellung " ... in der Tiefe entdecken ..." im Kulturhaus Müller eröffnet, dann stellt er auch den ersten "Ganter 2.0" vor, der künftig die mittlerweile stadtbildprägenden Skulpturen des Delmenhorster Künstlers Jürgen Knapp ablösen soll. "Der neue Ganter ist nicht symmetrisch aufgebaut, er spreizt seine Flügel und sieht so aus, als ob er quietschend auf einem See landet", beschrieb Marten gestern seine Skulptur. Als Pärchen gibt es die Ganter in einer Auflage von je 30 Stück übrigens auch aus Bronze für den Schreibtisch, und in dieser Form sind sie Teil der Ausstellung, die am Freitag eröffnet wird.

Nachdem der Verein Ganter-Art 60 Ganter der ersten Generation verkauft hat, hofft der Vorsitzende Eckhard Eichhorn, mit dem Ganter 2.0 die Erfolgsgeschichte des Kult-Vogels fortzusetzen. Es werde auch weiterhin das Bestreben des Vereins sein, mit Kunst soziale Projekte zu fördern. Und je mehr Ganter geordert würden, desto mehr (fest vereinbarte) Spenden kämen in die Vereinskasse, will sich Eichhorn nicht auf eine Obergrenze festlegen lassen.

Mit seinen Arbeiten, die er im Haus Müller zeigt, begibt sich Norbert Marten ins Spannungsfeld zwischen Malerei und Bildhauerei. So bevölkern kleine Bronzefiguren auf Sockeln seine Bilder. Und wenn er die Anordnung der Figuren ändert, ändert sich die Aussage der kompletten Arbeit. In seiner Malerei spielt der Künstler mit Andeutungen und Mehrdeutigkeiten: Gesichter und Personen sind mitunter nur schemenhaft zu erkennen und vermitteln auf diese Weise einen surrealistischen Eindruck.

Norbert Marten nennt seine Arbeiten "offene Kunstwerke": "Mir ist wichtig, dass der Betrachter die für sich selbst interpretiert und analysiert", sagte er gestern. "Wenn die Aussage festgelegt wäre, hätte ich sie auch konkretisiert." Einerseits arbeitet der Künstler mit Zitaten aus der Kunstgeschichte, andererseits sei es ihm aber auch wichtig zu demonstrieren: "Ich kann auch malen." Sehr originell sind auch zwei "Haustür-Installationen", die im Foyer des Hauses Müller zu sehen sind. Zunächst steht eine kleine Bronzefigur vor einer halb geöffneten Tür. Löst der Betrachter einen Bewegungsmelder aus, erscheint in der Tür das Relief einer Akt-Fotografie. Für Marten ist das "ein Spiel mit Neugierde".

Die neue Ganderkeseer Kulturmanagerin Wiebke Steinmetz tritt ihre Position im Haus Müller zwar offiziell erst am 1. November an, trotzdem durfte sie gestern schon einmal die Pressekonferenz zur Ausstellung leiten. "Es wird zwar nicht das Haus Coburg, aber es wird das Haus Müller werden – mit einem eigenständigen Profil. Es wird auch kein Kunsthaus, sondern ein Kulturhaus. Gerade diese Vielfalt hat mich ja gereizt", gab Steinmetz einen ersten Einblick in ihre künftigen Vorstellungen und fügte hinzu: "Ich bin zufrieden, wenn ich ein paar Menschen zur Kultur bekehren kann. Da bin ich ganz ähnlich gestrickt wie die Pastoren." Ende des Monats will die Volkshochschule Ganderkesee Steinmetz auch offiziell als neue Mitarbeiterin vorstellen.

Die Vernissage zur Ausstellung von Norbert Marten findet übrigens am Freitag, 12. Juli, um 19 Uhr im Haus Müller statt. Auch dann wird Wiebke Steinmetz die einführenden Worte sprechen.

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