Garnisonstadt Delmenhorst Jubiläum bei der Gesellschaft für Sicherheitspolitik

Die Delmenhorster Sektion der Gesellschaft für Sicherheitspolitik wird 25 Jahre alt. Die Ursprünge reichen bis ins Jahr 1952 zurück. Vorträge locken auch Armeefremde zu Veranstaltungen des Vereins.
09.08.2022, 08:00
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Jubiläum bei der Gesellschaft für Sicherheitspolitik
Von Tobias Hensel

Die allgemeinen Kenntnisse in der Bevölkerung über sicherheits- und verteidigungspolitische Gegebenheiten durch Öffentlichkeitsarbeit zu fördern, ist das selbsterklärte Ziel der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik. Deren Delmenhorster Sektion hat dieser Tage ihren 25. Geburtstag begangen.

Fragen von Krieg und Frieden haben dieser Tage wieder eine ganz besondere Aktualität, nachdem Russland am 24. Februar einen Angriffskrieg auf die Ukraine vom Zaun gebrochen hat. Diese Fragen versucht die Gesellschaft durch regelmäßige öffentliche Vorträge im Haus Adelheide zu erörtern. Nicht unbedingt um Antworten zu finden, sondern vor allem um diese Fragen überhaupt in die Öffentlichkeit zu bringen.

Die Ursprünge der Gesellschaft reichen in das Jahr 1952, schreibt der Vorsitzende der Delmenhorster Sektion, Rolf Dieter Wienand. Rund acht Jahre später, im Jahr 1960, habe sich auch eine erste Delmenhorster Sektion gegründet. "Über deren Zusammensetzung und Wirken" seien jedoch keine Informationen überliefert, so Wienand. Erst ein knappes Vierteljahrhundert später, nach Ende des Kalten Kriegs und Fall des Eisernen Vorhangs, gründete sich am 17. Juni 1997 erneut eine Sektion der Gesellschaft. 

Das große Thema damals: "Die neue Sicherheitspolitik der Bundesrepublik Deutschland." In ungebundener Zusammenarbeit mit dem Standortältesten und dem Reservistenverband wurde bereits damals ein Vortragsprogramm auf die Beine gestellt. Damals wirkten in der Sektion vorwiegend vor Ort stationierte Offiziere und Unteroffiziere sowie Reservisten aus dem Bundeswehrverband, insgesamt etwa 20 Personen. Gründungsvorsitzender war der damalige Leiter des Gymnasiums Ganderkesee und Oberst der Reserve Friedemann Schötten, der das Amt im Jahr 2000 abgab. Seitdem ist Wienand Vorsitzender.

"Nach dem ersten Personalwechsel, sowohl bei den Kommandeuren in Adelheide, als auch im Sektionsvorstand, gestaltet sich die Zusammenarbeit zunächst schwieriger", schreibt Wienand. Erst 2004 sei die Zusammenarbeit zwischen  der Sektion und der Bundeswehr wieder intensiviert und "nimmt in den Folgejahren einen gedeihlichen Verlauf und entwickelt eine gefestigte Tradition", so Wienand weiter. Heute sei die Delmenhorster Sektion mit ihren 25 Mitgliedern zwar eine der kleineren, könne mir ihren durchschnittlich acht Vorträgen im Jahr aber jeweils rund 60 Zuhörer empfangen.

Zu den Höhepunkten dieser Vorträge in den vergangenen Jahren zählt Wienand jene der Generäle Egon Ramms, Kersten Lahl und Reiner Schwalb auf. Auch Volker Wieker, Generalinspekteur der Bundeswehr von 2010 bis 2018 und der damalige Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium Thomas Kossendey gehörten zu den Rednern und zogen jeweils mehr als 100 Zuhörer an. "Erinnerungswert hat auch der Islam-Vortrag von Michael Többens", sagt Wienand. Nach dem Vortrag sei außerordentlich kontrovers, "bis an die Schmerzgrenze" diskutiert worden, so Wienand.

Die Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik findet ihre Vortragsredner üblicherweise in der Stiftung Wissenschaft und Politik, den parteinahen Stiftungen und in Universitäten. Neuland hat die Gesellschaft in diesem Januar beschritten, als sie unter Moderation drei Redner über verschiedene Aspekte der Beziehungen zu China diskutieren ließ.

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