Musikschule des Landkreises mit viel Aufwand saniert / 700 000 Euro investiert „Geist und Hülle im Einklang“

Der Hauptsitz der Musikschule des Landkreises Oldenburg in Wildeshausen ist jetzt mit viel Aufwand saniert worden. Die Zeiten des durchlässigen Dachs, der geplatzten Rohre und der zugigen Fenster sind Geschichte.
05.02.2015, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Marco Julius

Der Hauptsitz der Musikschule des Landkreises Oldenburg in Wildeshausen ist jetzt mit viel Aufwand saniert worden. Die Zeiten des durchlässigen Dachs, der geplatzten Rohre und der zugigen Fenster sind Geschichte.

Wenn es etwas zu feiern gibt, dann ist es gut, wenn man sich im Vorfeld um alles kümmert. Eine gute Location, wie man neudeutsch sagt. Kalte Getränke. Gute Musik natürlich. Und vielleicht einen Redner, der treffende Worte zum freudigen Anlass findet. In diesem Fall lagen die Dinge auf der Hand. Die Musikschule des Landkreises Oldenburg hat ihr Haus an der Burgstraße mit viel Aufwand saniert. Ein Grund zum Feiern. Die Location war damit auch direkt klar, denn der Saal der Musikschule erstrahlt in neuem Glanz. Getränke waren schnell geordert – und gute Musik (und gute Musiker) gibt es in der Schule eh frei Haus. Und gleich zwei gute Festredner mussten auch nicht lang gesucht werden, schließlich gelten Rafael Jung, Leiter der Musikschule, und Landrat Carsten Harings zu Recht als pointierte und auch meinungsfreudige Redner.

Die Musikschule, als gemeinnützige GmbH eine 100-prozentige Tochter des Landkreises Oldenburg, hatte Mitglieder des Kreistages, der Gesellschafterversammlung, der Stadt Wildeshausen, des Vorstands des Freundeskreises der Musikschule und weitere mehr zu der Feierstunde eingeladen, in der der Abschluss der Sanierung festlich begangenen werden sollte. Die hat insgesamt immerhin rund 700 000 Euro gekostet. „Jeder Euro war es wert, investiert zu werden“, sagte dann Landrat Harings und brachte es auf den Punkt: „Der Geist war jung und modern, aber die Hülle war schwach.“ Nach der Frischzellenkur seien Geist und Hülle des Hauses wieder im Einklag, eben „jung und modern“.

Das Gebäude an der Burgstraße, ein ehemaliges Soldatenheim, dessen Grundstein im Jahr 1969 gelegt wurde, hatte die Sanierung dringend nötig. Seit 2009 ist es im Besitz der Musikschule (gekauft für rund 300 000 Euro), zum Einzug wurde damals nur das Nötigste gemacht, wie Rafael Jung in einem launigen Abriss der Musikschul-Geschichte ausführte – eine Geschichte übrigens, die bis zum Erwerb des heutigen Sitzes vor allem von Umzügen geprägt war.

Für Harings ist klar: „Die Investition in die Musikschule ist eine Investition in die Zukunft.

“ Und die Investition, auch das hob Harings hervor, schultere die Musikschule, die wirtschaftlich und erfolgreich arbeite, selbst. „Der Landkreis hilft nur durch Kredite und eine Bürgschaft“, berichtete Harings. Die Musikschule, die im gesamten Kreisgebiet Unterricht bietet, stehe beispielhaft gut da. Der Hauptsitz in Wildeshausen, zwischen Kirche und Rathaus gelegen, präge das Stadtbild und die Kultur in der Kreisstadt mit, auch weil der Saal der Musikschule für Veranstaltungen aller Art genutzt werden kann. Die Musikschule sei ein weicher Standortfaktor, sie sei als Bildungseinrichtung identitätsprägend für die Kultur der Stadt.

Dach, Fenster und die komplette Heizungsanlage sind jetzt auf modernem Stand, im Innenbereich wurden verschiedene Mängel beseitigt, die Schallisolation wurde verbessert, das Parkett im Saal grundüberholt, eine Schließanlage installiert. Jung führte die Gäste im Anschluss an die musikalische Feierstunde nicht ohne Stolz durch das Haus. Stolz klang auch durch, wenn er, der 1983 an die Schule kam und sie seit 1988 leitet, die Musikbeiträge ankündigte, allesamt von aktuellen Preisträgern des Wettbewerbs „Jugend musiziert“. Die jungen Musiker zeigten die Bandbreite der Schule, indem sie Werke von Franz Schubert bis Greenday spielten.

Jung jedenfalls zeigte sich froh, dass die Zeiten des durchlässigen Dachs, der geplatzten Rohre und der zugigen Fenster jetzt Geschichte sind. „Nachdem der Kredit für den Hauskauf schnell getilgt werden konnte, haben wir die Sanierung in Angriff genommen“, sagte Jung. Der erste Kostenvoranschlag der Architekten belief sich auf 1,5 Millionen Euro. So viel Geld sei dann doch nicht da gewesen – und man habe bei den Wünschen „Streichorchester“ gespielt, sich gefragt, was brauchen wir ganz dringend, was kann vielleicht doch warten. Auf knapp die Hälfte konnte die Investitionssumme so eingedampft werden. Jung machte seine Zufriedenheit deutlich: „Ich ziehe aus Wildeshausen nicht mehr weg.“

Zum endgültigen Gelingen der Feier trug dann letztlich noch mal Harings bei, als er verschmitzt ankündigte, auf eine eigene Gesangseinlage verzichten zu wollen.

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