Julia Vogel von der Craftschöpferey veranstaltet zum zweiten Mal ein Druckgrafik-Festival am 10. und 11. Juni Grafiken rücken in den Fokus

Delmenhorst. Linolschnitt, Radierung, Siebdruck, Collagraphie oder Computergrafik – wie vielseitig und individuell Druckgrafiken sein können, will Julia Vogel von der Druckwerkstatt Craftschöpferey mit ihrem Druckgrafik-Festival unter Beweis stellen. Das zweitägige Ereignis findet am Sonnabend und Sonntag, 10.
30.05.2017, 00:00
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Grafiken rücken in den Fokus
Von Esther Nöggerath

Delmenhorst. Linolschnitt, Radierung, Siebdruck, Collagraphie oder Computergrafik – wie vielseitig und individuell Druckgrafiken sein können, will Julia Vogel von der Druckwerkstatt Craftschöpferey mit ihrem Druckgrafik-Festival unter Beweis stellen. Das zweitägige Ereignis findet am Sonnabend und Sonntag, 10. und 11. Juni, bereits zum zweiten Mal statt, dieses Mal unter dem Motto „Bildstörung“.

„Im Vorjahr kam die Frage auf, ob ich das Festival unter ein Thema stellen will“, erzählt Vogel, die selbst ihre Arbeiten an dem Wochenende präsentieren wird. Sie entschied sich für ein Motto, aber ohne Zwang: „Wer wollte, konnte dazu Arbeiten fertigen, aber es war kein Muss“, sagt sie. Dennoch erklärten sich mehrere der ausstellenden Künstler dazu bereit. Eine von ihnen ist Jutta Gebler, die das Thema als Chance gesehen hat, etwas Neues auszuprobieren: „Das Ganze hatte für mich absolut experimentellen Charakter“, sagt sie. Um einer zunächst klassischen Radierung die „Störung“ hinzuzufügen, hat sie das Werk anschließend mit Nadel und Faden bearbeitet und so das Ganze „verfremdet“.

Die Bremer Künstlerin war auch im vergangenen Jahr bereits beim Druckgrafikfestival vertreten. „Der Austausch über die Bilder mit den Besuchern und die Begegnung mit den anderen Künstlern ist eine unheimliche Bereicherung“, findet sie. Denn der Austausch soll im Mittelpunkt des Festivals stehen, das Julia Vogel bewusst in kleinem, familiärem Rahmen halten will: „Ich hoffe, dass sich das Ganze irgendwann zu einem Geheimtipp für Grafiker entwickelt“, sagt sie. „Es gibt ohnehin nur einen sehr übersichtlichen Kreis von grafischen Künstlern.“ Und der ist offenbar bereits im Vorjahr auf ihre Veranstaltung aufmerksam geworden: „Obwohl ich nicht viel Werbung gemacht habe, haben sich bereits einige Künstler beworben“, berichtet Vogel. Das würde eben auch zeigen, dass für Grafiker eine solche Plattform gewünscht ist.

Mit dem Festival will die Künstlerin aber auch das als „Kellerkind“ verschrieene künstlerische Format in den Fokus der Öffentlichkeit rücken. „Julia Vogel bietet einen sehr guten Rahmen, Druckgrafiken ins Bewusstsein zu holen“, findet auch Frauke Eilts, die ebenfalls bei dem Festival ausstellen wird. „Da kann man zeigen, dass jeder Druck ein Unikat ist und dass Druckgrafiken durchaus modern und eben nicht 'nur gedruckt' sind.“ Dabei bietet das Festival die ganze Bandbreite des grafischen Schaffens. „Es gibt hier einfach einen guten Überblick über die verschiedenen Techniken und die unterschiedlichen Stile“, sagt Eilts.

Insgesamt 13 Künstler präsentieren in der Ausstellung ihre Arbeiten. Neben Teilnehmern aus dem vergangenen Jahr sind auch einige Neulinge dabei. So sind etwa auch Giclée-Drucke und Holzschnitte sowie Skulpturen des Künstlers Michael Dangel aus Nordrhein-Westfalen zu sehen. Zwar nicht persönlich, aber in Form seiner Bilder wird außerdem der gebürtige Kubaner Ricardo Vargas, der in Österreich lebt, mit seinen farbigen Collagraphien vertreten sein. Diese experimentelle Technik, bei der mit verschiedenen Materialien wie Stoffen, Kreppband oder Alufolie gearbeitet wird, will Julia Vogel bei der Gelegenheit außerdem einmal näher vorstellen.

Während der Ausstellung, die an beiden Tagen jeweils von 11 bis 17 Uhr geöffnet hat und sich außerhalb der Werkstatt auch auf die Räume im Haus Berger erstreckt, werden die Künstler anwesend sein und Fragen der Besucher beantworten sowie miteinander ins Gespräch kommen. Außerdem gibt es Vorführungen in der Druckwerkstatt. Auch Liebhaber der Buchkunst und Kalligrafie kommen auf ihre Kosten: Die Delmenhorsterin Traudl Koop zeigt ihre kalligrafischen Arbeiten. Darüber hinaus steuert die offene Schreibgruppe, in der Julia Vogel mitmacht, Texte und Fotos zur Ausstellung bei. Der Eintritt zur Ausstellung ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Am Sonnabend, 10. Juni, wird es außerdem eine szenische Wilhelm-Busch-Lesung mit Johannes Mitternacht geben, die um 17 Uhr beginnt. Der Eintritt zur Lesung kostet zwölf Euro, um eine Anmeldung vorab wird gebeten. Weitere Informationen sowie die Möglichkeit, Karten zu kaufen, gibt es bei Julia Vogel telefonisch unter der Rufnummer 01 74 /4 58 35 58 oder per E-Mail an kurse@craftschoeperey.de. Außerdem können Tickets immer mittwochs von 11 bis 18 Uhr auch vor Ort an der Stedinger Landstraße 5 erworben werden.

„Ich hoffe, dass sich das Ganze zu einem Geheimtipp entwickelt.“ Julia Vogel, Craftschöpferey
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