Aktionsgruppe will lieber wieder Trinkwasser im Park gewinnen Graftbündnis: Keine Drainage

Delmenhorst. Das Aktionsbündnis "Rettet die Graft" spricht sich in einer Stellungnahme zum kürzlich vorgelegten Gutachten zur Graftentwässerung gegen die von den Fachleuten vorgeschlagene Variante aus, Drainagen im Park zu verlegen: "Die Lösung ist unseres Erachtens zu sehr ,graftspezifisch’ und lässt die Anrainer der Graft ohne ausreichenden, nachhaltigen Schutz vor Vernässung. Außerdem setzt diese Lösung umfänglich zeitraubende Planungen voraus und macht nicht gewollte topografische Veränderungen in der Graft (Geländeaufhöhungen) notwendig", erklärt Bündnis-Sprecher Heiko A. Honisch.
28.02.2013, 05:00
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Von Andreas D. Becker

Delmenhorst. Das Aktionsbündnis "Rettet die Graft" spricht sich in einer Stellungnahme zum kürzlich vorgelegten Gutachten zur Graftentwässerung gegen die von den Fachleuten vorgeschlagene Variante aus, Drainagen im Park zu verlegen: "Die Lösung ist unseres Erachtens zu sehr ,graftspezifisch’ und lässt die Anrainer der Graft ohne ausreichenden, nachhaltigen Schutz vor Vernässung. Außerdem setzt diese Lösung umfänglich zeitraubende Planungen voraus und macht nicht gewollte topografische Veränderungen in der Graft (Geländeaufhöhungen) notwendig", erklärt Bündnis-Sprecher Heiko A. Honisch.

Das Bündnis spricht sich klar dafür aus, dass das in der Graft geförderte Wasser auch weiterhin als Trinkwasser genutzt werden soll. Allerdings würde es laut Bündnis ausreichen, in Zukunft 1,6 Millionen Kubikmeter pro Jahr in der Graft zu fördern, wie es laut Gutachten zurzeit geschieht, und nicht die maximal erlaubte Fördermenge von zwei Millionen Kubikmetern. Egal sei dabei, ob das Wasser in der Graft selbst in einem neu zu bauenden kleinen Wasserwerk oder in Annenheide aufbereitet werde. Das Bündnis bezweifelt, dass ein Wasserwerkneubau so teuer wie im Gutachten ausgeführt sei und verweist auf Aussagen von Stadtwerke-Chef Hans-Ulrich Salmen aus dem Jahr 2005, wonach ein Neubau für vier Millionen Euro plus den Investitionen für die Technik zum Huminabbau möglich wäre. Die Gutachter gehen dagegen von einem Invest von 8,6 Millionen Euro aus, wenn das jetzige Wasserwerk weiter betrieben wird.

Die Stadt teilte gestern mit, dass die Fällung der 581 irreversibel geschädigten Bäume in der Graft und der Wiekhorn nun abgeschlossen sind. Das Lohnunternehmen führe in diesen Tagen nur noch Restarbeiten wie die Abfuhr des Holzes durch.

Die Geschichte der Graftanlagen seit dem vergangenen Jahrhundert, insbesondere ihre naturräumliche und städtebauliche Bedeutung, steht im Mittelpunkt eines Vortrags, den Ulrich Mahn heute bei der Freimaurerloge "Lessing an der Delme" um 20 Uhr im Logenhaus an der Wittekindstraße hält.

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