Deutschlands größte einflügige Klappbrücke geht in Dienst / Neue Hunte-Querung an die alte B 212 angeschlossen / Ortskernentlastung ab 2018

Große Klappe an der Hunte

Huntebrück. Ab Herbst soll der Verkehr über die neue Huntebrücke rollen. Die alte Hubbrücke wird abgerissen.
30.07.2015, 00:00
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Große Klappe an der Hunte
Von Barbara Wenke
Große Klappe an der Hunte

In Huntebrück steht neuerdings die größte einflügelige Klappbrücke Deutschlands. Sie soll im Herbst für den Verkehr freigegeben werden.

Christian Kosak

Ab Herbst soll der Verkehr über die neue Huntebrücke rollen. Die alte Hubbrücke wird abgerissen. Und in Höhe der Ortschaft Hannöver wird eine Brücke über die Berner Ortsumgehung, die Bundesstraße 212 neu, Fußgängern und Radfahrern einen neuen Rundweg eröffnen. Das hat Joachim Delfs, der Leiter des Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr für den Bereich Oldenburg, am Dienstag den Landtagsabgeordneten aus der südlichen Wesermarsch, Karin Logemann (Berne/SPD), Björn Thümler (Berne/CDU) und Horst Kortlang (Elsfleth/FDP), berichtet.

Die im Bau befindliche Klappbrücke über die Hunte ist laut Delfs „die größte einflügelige Klappbrücke Deutschlands“. 80 Meter misst allein ihr Klappteil. Insgesamt verfügt die Brücke über eine Länge von 250 Metern. Sie liegt rund eineinhalb Meter höher als ihre Vorgängerin, weshalb sie zukünftig nicht so oft geöffnet werden muss. Joachim Delfs verspricht: „Der Straßenverkehr wird seltener behindert, weil die neue Brücke für große Schiffe geöffnet werden muss.“

Mit Investitionskosten in Höhe von mehr als 100 Millionen Euro sei der rund zehn Kilometer lange Teilabschnitt zwischen Huntebrück und Harmenhausen relativ teuer, räumte Delfs ein. Für die hohen Kosten machte der Leiter der Straßenbaubehörde den Brückenbau sowie den schlechten Untergrund verantwortlich. Damit die Straße künftig schwere Lkw verkraften kann, mussten mit Geotextil ummantelte Sandsäulen in den Boden eingearbeitet werden. Allein die Kosten für die ersten eineinhalb Kilometer summierten sich auf diese Weise auf 45 Millionen Euro.

Die alte Hubbrücke werde, obwohl sie ein Baudenkmal ist, abgebrochen, blickte Delfs voraus. Stehen bleiben könne sie nicht, da niemand für die Verkehrssicherheit garantieren könne. Die Stadt Elsfleth hätte das Baudenkmal zwar gerne übernommen und in ihrem Hafen wieder aufgebaut. Allein die Kosten für Abbau und Transport würden den kommunalen Haushalt sprengen.

In erster Linie handelte das Gespräch am Dienstagmorgen aber über die neue Brücke und die zukünftige B 212. Diese soll bis zum Ende des Jahres 2018 an die Landesstraße 875 in Harmenhausen angeschlossen sein. Wie die Bundesstraße von dort in Richtung Bremen weiterverläuft, ist noch offen. Derzeit sei ein externer Dialogbegleiter bestellt, der noch einmal die Interessen der betroffenen Kommunen und Bürgerinitiativen sammelt und neu bewertet.

In drei Jahren wird die Bundesstraße 212 das Berner Gemeindegebiet auf einer Länge von rund zehn Kilometern von West nach Ost durchschneiden. Ein Queren der Trasse wird nur an wenigen Punkten möglich sein. Wie Joachim Delfs betonte, sind kaum Auffahrten und gar keine Grundstücksanbindungen an die neue Bundesstraße vorgesehen.

An Radtouristen und Fußgänger, die vom Berner Ortskern Richtung Weser unterwegs sind, ist allerdings gedacht. Zwar werde die Warflether Helmer zurückgebaut. Geringer landwirtschaftlicher Verkehr sowie Fußgänger und Radfahrer bis zu einer Höhe von gut zweieinhalb Metern könnten die neue Bundesstraße allerdings im Ortsteil Ganspe direkt am Motzener Kanal durch einen Tunnel passieren, teilte Delfs mit. In Höhe der Ortschaft Hannöver werde zudem eine neue Helmer angelegt, die mittels einer Brücke über die Ortsumgehung hinwegführe.

Von der Hunte in Richtung Berne schauend, sind die ersten 100 Meter Schwarzdecke bereits auf den neuen Trassenverlauf aufgebracht worden. Im September oder Oktober soll das erste circa eineinhalb Kilometer lange Teilstück freigegeben werden. Zur Einweihung werde der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann, erwartet.

Entlastung wird die Inbetriebnahme dieses ersten Teilstücks den Bernern jedoch vorerst nicht bringen. Kurz nach dem Passieren der neuen Klappbrücke wird der Verkehr vorerst wieder auf die derzeit bestehende B 212 zurückgeleitet. Erst im Herbst 2016, wenn der komplette Straßenverlauf bis zur Weserstraße in Ranzenbüttel fertiggestellt ist, wird der Verkehr von und nach Bremen-Nord abgeleitet. Die motorisierten Ströme nach Ganderkesee, Delmenhorst und Lemwerder werden sich noch bis zum Jahr 2018 durch die Lange Straße im Berner Ortskern quälen.

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