Erster Spatenstich für bislang größtes Sozialwohnungs-Projekt der GSG im Landkreis

Große Nachfrage schon zu Baubeginn

Wildeshausen/Landkreis Oldenburg. Bei noch frostigerem Wetter wäre es wohl schwierig geworden. So aber war der Boden am Montagmorgen trotz der kalten Nacht noch offen genug, ein paar Spaten darin zu versenken.
06.12.2016, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Ute Winsemann
Große Nachfrage schon zu Baubeginn

Mit Schmackes: Kreis-Sozialdezernent Bodo Bode, Landrat Carsten Harings, GSG-Geschäftsführer Stefan Könner, Bürgermeister Jens Kuraschinski und Architekt Stefan Scheper (von links) führten am gestrigen Montag den symbolischen ersten Spatenstich für die "Heidehöfe" mit Sozialwohnungen neben dem Kreisaltenheim aus.

Janina Rahn

Wildeshausen/Landkreis Oldenburg. Bei noch frostigerem Wetter wäre es wohl schwierig geworden. So aber war der Boden am Montagmorgen trotz der kalten Nacht noch offen genug, ein paar Spaten darin zu versenken. Was aber wohl auch daran lag, dass wie fast jeder sogenannte erste Spatenstich auch der für die „Heidehöfe“ neben dem Kreisaltenheim ein bisschen geschummelt war: Im Hintergrund hatte nämlich deutlich größeres Gerät schon längst mit den Erdarbeiten für die 57 Sozialwohnungen begonnen, die auf dem 7000 Quadratmeter großen Gelände entstehen sollen.

Sie verteilen sich auf drei gleich große Gebäude, jeweils mit Erdgeschoss, erstem Stock und darüber noch einem zurückgezogenen Staffelgeschoss. In jedem Haus gibt es 19 Wohneinheiten mit knapp 50 bis 85 Quadratmetern. Jede der Ein- bis Vier-Zimmer-Wohnungen bekommt eine eigene Terrasse, einen Balkon oder eine Loggia. Die Kalt-Miete wird einheitlich 5,60 Euro pro Quadratmeter betragen. Neben diesem günstigen Wert ist auch mit unterdurchschnittlichen Heizkosten zu rechnen. Denn die aktuellen energetischen Standards gelten für den sozialen Wohnungsbau genauso wie für alle anderen Häuser. „Wir machen, was vorgeschrieben ist“, sagte Stefan Könner, Geschäftsführer der Oldenburger GSG, die die „Heidehöfe“ baut. Mehr sei bei Sozialwohnungen nicht drin, aber eben auch nicht weniger.

Die Wohnungen sind offenbar jetzt schon heiß begehrt: „Wir fühlen uns durch die Nachfrage bestätigt“, sagte Könner. Obwohl es gerade erst losgegangen ist und die ersten Wohnungen frühestens Ende nächsten Jahres bezugsfertig sein sollen, lägen schon fast so viele Reservierungen wie Wohnungen vor. Was aber nicht heißt, dass es vergeblich wäre, sich überhaupt noch zu melden. Denn Zusagen wurden bis jetzt noch keine gemacht. Schließlich gilt nicht das Windhund-Prinzip, sondern die GSG will nach verschiedenen Gesichtspunkten, neben sozialen Kriterien beispielsweise auch die Wartezeit, entscheiden. Außerdem will sie „einen guten Mietermix hinkriegen“, wie Könner sagte.

Wobei sich in dem Gebäude, das am dichtesten am benachbarten Altenheim liegt, die Mischung allerdings ein wenig in Grenzen halten soll: Dort sind elf Wohnungen für behinderte Menschen mit Assistenzbedarf vorgesehen und die anderen acht für Senioren. „Wir haben da keine feste Grenze“, sagte Könner. Gedacht sei insbesondere an Mieter, deren Partner nebenan im Altenheim leben.

Für das Projekt nimmt die GSG etwa 7,5 Millionen Euro in die Hand. Weitere 2,2 Millionen steckt sie in zwölf neue Wohnungen am Kornweg. Dort haben die Arbeiten ebenfalls schon begonnen, angepeilter Einzugstermin ist Ende 2017. Noch ein bisschen eher, im Spätsommer oder Herbst, soll ein Haus mit sechs Sozialwohnungen im Flecken Harpstedt fertig sein. In dieses Objekt investiert die GSG 1,2 Millionen Euro, in ein weiteres mit acht Wohnungen ebenfalls im Flecken Harpstedt, wo es demnächst losgehen soll, noch einmal 1,6 Millionen Euro. Und für ein Vorhaben mit acht Wohnungen in Neerstedt sei gerade vorige Woche der Vertrag unterschrieben worden, sagte Könner. Dort sollen die Bauarbeiter voraussichtlich Anfang des Jahres anrücken. Als Baukosten sind ebenfalls 1,8 Millionen Euro veranschlagt.

Darüber hinaus steht die Stadt Wildeshausen nach Angaben von Bürgermeister Jens Kuraschinski „in der finalen Abstimmung“ mit VR Immobilien, die das Vergabeverfahren für ein städtisches Grundstück am Lehmkuhlenweg für sich entschieden hatte. Dort sei Platz für rund 70 Wohnungen, sagte Kuraschinski, die genaue Anzahl hänge aber noch von der Feinplanung ab.

Bei dem Termin betonten sowohl Landrat Carsten Harings als auch Kreis-Sozialdezernent Bodo Bode die Bedeutung des sozialen Wohnungsbaus. Der Bedarf werde insbesondere durch die demografische Entwicklung weiter wachsen, weil immer mehr Menschen auf Grundsicherung im Alter angewiesen seien, meinte Bode. Aber auch Berufstätige in schlechter bezahlten Positionen, Auszubildende und andere Menschen mit geringem Einkommen seien auf günstigen Wohnraum angewiesen.

Kontakt für Reservierungsanfragen: GSG-Büro Wildeshausen, Victoria Büttelmann, Telefon 0 44 31 / 7 48 30 10.

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