Musikfest-Intendant Thomas Albert am 4. Februar erstmals auch als Dirigent in Ganderkesee zu erleben

Händels musikalisches Hochzeitsgeschenk

Bislang kennt man Thomas Albert in Ganderkesee in seiner Eigenschaft als Intendant des Musikfestes Bremen und somit Verantwortlicher für den Arp-Schnitger-Orgelwettbewerb nur als Kulturmanager. Am Sonnabend, 4. Februar, ist er um 19.30 Uhr erstmals auch als Dirigent zu erleben, wenn er mit dem Barockorchester der Hochschule für Künste Bremen (HfK) in der Kirche St. Cyprian und Cornelius Händels Serenata "Il parnasso in festa" aufführt.
26.01.2012, 05:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Jochen Brünner

Bislang kennt man Thomas Albert in Ganderkesee in seiner Eigenschaft als Intendant des Musikfestes Bremen und somit Verantwortlicher für den Arp-Schnitger-Orgelwettbewerb nur als Kulturmanager. Am Sonnabend, 4. Februar, ist er um 19.30 Uhr erstmals auch als Dirigent zu erleben, wenn er mit dem Barockorchester der Hochschule für Künste Bremen (HfK) in der Kirche St. Cyprian und Cornelius Händels Serenata "Il parnasso in festa" aufführt.

Ganderkesee. Wenn der Prinz oder die Prinzessin heiratet, ist das Beste, Schönste, Prunkvollste, Gediegenste, Kostbarste gerade gut genug. Das gilt im britischen Königshaus heute, wie erst jüngst anlässlich der Hochzeit von Kate Middleton und Prinz William zu erleben war. Das galt aber auch schon zu Zeiten Georg Friedrich Händels: Natürlich musste der bedeutendste und berühmteste Komponist ran, als die königliche Prinzessin 1734 vor den Traualtar trat - zumal mit der damaligen Prinzessin Anne Händels Lieblingsschülerin und größter Fan innerhalb der englischen Königsfamilie ihrem Prinzen Willem von Oranien in der Queens Chapel des St. James Palace das Jawort geben wollte.

Dieser Hochzeit also ist Händels prunkvolle, ebenso prächtige wie lyrische Serenata "Il Parnasso in festa" zu verdanken. Uraufgeführt wurde das Werk am 13. März 1734 im King's Theatre, Haymarket. Das Königshaus besuchte die Aufführung, am folgenden Tag fand die Trauung von Prinzessin Anne statt. Anlässlich der Uraufführung gab es ein opulentes Bühnenbild, die Sänger hatten entsprechende Kostüme. Insgesamt war die Uraufführung ein großer Erfolg und wurde noch im März 1734 viermal wiederholt.

"Parnasso in festa" spielt auf Griechenlands mythischem Berg Parnassos, auf dem Apollo, Gott der Künste, und die neun Musen ihre mythologische Heimstatt haben. In Händels Serenata treten die Musen Kalliope, Klio und Euterpe gemeinsam mit Apollo, seinem Sohn Orpheus sowie dem Kriegsgott Mars auf. Sie alle begleiten die Jägerin Chloris zum Hochzeitsfest des Königs Peleus mit der Meeresnymphe Thetis. Für Händel war der griechisch-mythologische Stoff einer Hochzeit auf dem Parnassos eine dankbare Grundlage, dem Brautpaar Anne und Willem - aber auch dem Publikum - beste Unterhaltung zu bieten. Die Erwartung der hochgestellten Herrschaften galt nämlich nicht nur einer abendfüllenden weltlich-musikalischen Unterhaltung, sondern auch der Stoff musste das besondere Ereignis der königlichen Hochzeit gebührend herausstellen

Größere musikalische Teile des Werks entstammten Händels Oratorium "Athalia", das in London zu der Zeit noch nicht aufgeführt worden war. Insofern konnte der Komponist davon ausgehen, dem Hochzeitspaar und seinen Gästen eine Musik zu bieten, die dem Publikum noch unbekannt war.

Sänger und Instrumentalisten der Akademie für Alte Musik an der Hochschule für Künste Bremen geben regelmäßig Konzerte in der Hansestadt und weit über deren Grenzen hinaus. Zu hören waren das Barockorchester und Gesangssolisten der Hochschule etwa bei den letzten großen HfK-Opernproduktionen, Claudio Monteverdis, "L'Orfeo" (2011) oder Mozarts "La Betulia Liberata" im gleichen Jahr.

Internationales Renommee

Seit 25 Jahren ist die Akademie für Alte Musik Bremen, die seit 1994 Teil der HfK ist, ein international anerkanntes Zentrum für den Unterricht in Alter Musik. Renommierte Spezialisten, die auf europäischen und überseeischen Bühnen aktiv sind, unterrichten den künstlerischen Nachwuchs nach Maßgabe der historisch informierten Aufführungspraxis. Eine Bestätigung für das internationale Ansehen des Studienschwerpunktes Alte Musik waren etwa die Einladungen des Salzburger Mozarteums, alle Meisterkurse zur historischen Aufführungspraxis im Rahmen der Sommerakademien 2010 und 2011 in die Hände von Lehrenden der Hochschule für Künste Bremen zu legen.

Thomas Albert zählt zu den Begründern der Akademie für Alte Musik Bremen und lehrt seit vielen Jahren als Professur für Barockvioline und barocke Streicherpraxis an der HfK.

Tickets für das Konzert gibt es zum Preis von zehn Euro (ermäßigt fünf Euro) im Kirchenbüro der evangelischen Kirchengemeinde am Ring. Bei dem Konzert in Ganderkesee am Sonnabend, 4. Februar, um 19.30 Uhr handelt es sich um die Voraufführung für das Hauptkonzert, das einen Tag später, am Sonntag, 5. Februar, ebenfalls um 19.30 Uhr in der Kirche Unser Lieben Frauen in Bremen stattfindet.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+