Politik will vor Entscheidung erst noch Verkehrsgutachten abwarten / Beschluss nur im Paket Halle am Bahnhof und Parkplätze strittig

Wildeshausen. Wie viele Parkplätze braucht die Wildeshauser Innenstadt und wo? Solange das nicht geklärt ist, mochte auch die Politik noch nicht abschließend über die Änderung des Bebauungsplans für den Bahnhof entscheiden. In der letzten Sitzung der laufenden Wahlperiode beschloss der Rat deshalb, das Thema zu vertagen.
29.10.2016, 00:00
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Von Ute Winsemann

Wildeshausen. Wie viele Parkplätze braucht die Wildeshauser Innenstadt und wo? Solange das nicht geklärt ist, mochte auch die Politik noch nicht abschließend über die Änderung des Bebauungsplans für den Bahnhof entscheiden. In der letzten Sitzung der laufenden Wahlperiode beschloss der Rat deshalb, das Thema zu vertagen. Damit soll sich der neue Rat befassen, wenn ein Verkehrsgutachten vorliegt. Es wird für Ende November erwartet, sodass der Bahnhof voraussichtlich im Dezember wieder auf die Tagesordnung kommt.

Vordergründig geht es bei dem Bebauungsplan gar nicht so sehr um Parkplätze. Denn Anlass für die Neufassung ist, dass Eigentümer Frank Stöver die Ende Juli vorigen Jahres abgebrannte Halle wieder aufbauen will. Vor allem aufgrund von Abstandsregeln der Bahn ist das aber nicht an exakt derselben Stelle möglich, das Gebäude muss ein Stück weiter von den Gleisen abrücken, sodass man künftig darum herumfahren könnte. Schon dafür ist eine Planänderung nötig. Außerdem hatte die alte Halle einen offenen Bereich mit einem Schleppdach, beim Neubau möchte Stöver zugunsten von Platz innerhalb der eigentlichen Halle darauf verzichten. Und spätestens da kommen die Parkplätze ins Spiel. Denn Verschiebung und vollständig geschlossene Wände bedeuten, dass von ursprünglich 70 Parkplätzen nur noch 25 bis 30 übrig bleiben würden. Das aber widerspricht nicht nur dem bisherigen Bebauungsplan. Sondern die Parkplätze stehen auch im dazugehörigen Durchführungsvertrag.

So einig sich die Politiker über diese Sachlage waren, so uneins waren sie, ob die Parkplätze überhaupt nötig sind. Der Riss ging teilweise quer durch die Parteien. So meinte ebenso wie Kreszentia Flauger (Linke) auch Traute Sandkuhl (Grüne), die vorhandenen Plätze würden ohnehin kaum genutzt. Hermann Hitz (UWG) fand dagegen „dass es an vielen Stellen richtig klemmt“. Und Manfred Rebensburg (Grüne) forderte, attraktive Bedingungen für Bahnpendler zu schaffen. Deren Möglichkeiten einzuschränken und zugleich mit 72 000 Euro für die Verbreiterung der Stellplätze auf dem Gildeplatz der Autoindustrie entgegenzukommen, „das passt doch nicht“. Wolfgang Sasse (CDU) wies darauf hin, dass die Stadt 2018 für eine Viertelmillion Euro auf der anderen Bahnhofseite Park-and-Ride-Plätze ausbauen wolle. Erst einmal nur die Halle auf den Weg zu bringen und sich später um die Parkplätze zu kümmern, wie er und auch Evelyn Goosmann (SPD) sich vorstellten, funktioniert laut Verwaltung aber nicht, also dreht nun alles eine weitere Runde.

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