Politik stoppt Bebauung am Südfeld Hasberger Hickhack

Der Delmenhorster Verwaltungsausschuss hat sich gegen eine Änderung des Flächennutzungsplanes für das Südfeld in Hasbergen ausgesprochen. Damit ist ein von dem Gremium angeschobenes Bauleitverfahren obsolet.
16.11.2016, 00:00
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Hasberger Hickhack
Von Andreas D. Becker

Der Delmenhorster Verwaltungsausschuss hat sich gegen eine Änderung des Flächennutzungsplanes für das Südfeld in Hasbergen ausgesprochen. Damit ist ein von dem Gremium angeschobenes Bauleitverfahren obsolet.

Die letzte Entscheidung des VA für Hasbergen lautete: Die Flächennutzungsplanänderung für das Südfeld wird nicht kommen. Nachdem sich der Ortsrat und der Planungsausschuss dafür ausgesprochen hatten. Und nachdem 2015 im VA in geheimer Abstimmung ein Bauleitverfahren für das Südfeld angeschoben wurde, das ohne die Flächennutzungsplanänderung obsolet ist. Die Politik scheint bei diesem Thema keine Linie zu finden, es ist offensichtlich in den einzelnen Ausschüssen davon abhängig, wer gerade an einer Sitzung teilnimmt beziehungsweise wer nicht, sodass immer wieder andere Entscheidungen gefällt werden.

Damit verbleiben in Hasbergen vorerst nur drei Flächen an der Straße Hasberger Feld, für die ein Bebauungsplan aufgestellt wurde – plus die in der gesamten Wohnbauentwicklung noch nie mitdiskutierten vier Bauplätze auf dem Areal der ehemaligen Gastwirtschaft. Die Pläne dort laufen aber wohl all dem zuwider, was vor rund fünf Jahren im Bürgerarbeitskreis Wohnbauentwicklung besprochen wurde. Damals ging es vor allem immer darum, den dörflichen Charakter zu erhalten und das Dorfbild nicht zu zerstören. Allerdings scheint es bislang auch keinerlei Fortschritte bei der Bebauung des Grundstücks des Alt Hasberger Kruges zu geben, die Fläche liegt immer noch brach.

Das Thema Am Südfeld ist anscheinend auch nicht komplett beendet. „Warum der VA jetzt eine Vollbremsung gemacht hat, ist für mich unverständlich“, sagt Martin Wiegmann. Er und seine Frau und drei andere junge Paare wollen auf den Flächen am Südfeld vier Häuser bauen, deutlich weniger als einmal in den Ursprungsplänen vorgesehen waren. Zumal die jetzt immer noch diskutierte Fläche vom Bürgerarbeitskreis seinerzeit als eine der besten Flächen im gesamten Dorf für eine Bebauung angesehen wurde. In einem Bewertungssystem erhielt das Areal zwölf Punkte, das gab es sonst nur noch für eine Fläche an der Kreuzung Delmestraße und Am Südfeld sowie für ein Grundstück westlich des Klosterwegs. Die am besten geeignete Fläche lag östlich des Klosterwegs. Am Ende schlug der Arbeitskreis tatsächlich nur die beiden Grundstücke entlang des Klosterwegs vor – die von der Verwaltung aber abgelehnt wurden. Sie liegen zu nah am einem landwirtschaftlichen Betrieb.

Das Hauptargument der Gegner der Südfeld-Bebauung – allen voran Uwe Dähne von den Unabhängigen – lautete immer: Wenn erst einmal ein erstes Grundstück am Südfeld bebaut wird, werde sich dort bald ein großes Baugebiet entwickeln. „Aber das hat die Politik doch in der Hand, sie kann über jeden Einzelfall entscheiden“, findet Wiegmann. Und auch Lena Sudau, Tochter des Ortsratsherren Herbert Sudau, dem die Fläche am Südfeld gehört, versteht nicht, wieso sich das Blatt jetzt wieder gewendet hat. „Ich hatte den Eindruck, dass die Politik mittlerweile auch dafür war. Aus unserer Sicht ist das ein gutes Projekt.“

Aus Sicht von Uwe Dähne aber nicht. Nicht an der Stelle zumindest, sagt der wohl vehementeste Gegner der Sudau-Pläne. Damit er von seiner Terrasse weiterhin einen freien Blick über das Südfeld habe, unken einige im Dorf. Dähne betont, dass seine Partie natürlich nicht gegen neue Baugrundstücke sei, nur eben nicht willkürlich an irgendwelchen Stellen. „Was wir benötigen, ist ein Konzept, wie wir mit Flächen im Außenbereich verfahren wollen: Wo fügt sich Bebauung organisch ein?“, sagt er. Er geht davon aus, dass die Stadtbaurätin ein entsprechendes Konzept erstellen werde.

Bianca Urban möchte mit Blick auf die Entwicklung in Hasbergen auch noch einen anderen Aspekt wieder stärker in den Fokus nehmen: „die Neuerfindung von Wohnraum in bestehenden Gebäuden“, also den Umbau von bestehenden, heute kaum noch benutzten Hofstellen. Das fehlt bislang im Dorf, obwohl auch der Bürgerarbeitskreis seinerzeit darin große Potenziale gesehen hatte. Und sie ist sich sicher, dass das Thema Wohnen in Hasbergen noch weiter politisch seine Kreise ziehen wird.

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