Zusammenarbeit für den Wald Hasbruchfreunde und Schutzgemeinschaft

Die Freunde des Hasbruchs sind institutionelles Mitglied der bundesweit tätigen Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) geworden. Davon versprechen sich beide Seiten Vorteile.
27.09.2016, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Ute Winsemann

Die Freunde des Hasbruchs sind institutionelles Mitglied der bundesweit tätigen Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) geworden. Davon versprechen sich beide Seiten Vorteile.

In den folgenden Jahrzehnten war der Kontakt allerdings eher lose. Doch nun wollen sie wieder enger zusammenrücken und haben das auch formal besiegelt: Die regional verankerten Hasbruchfreunde sind dem bundesweit tätigen Naturschutzverband als institutionelles Mitglied beigetreten. Davon versprechen sich beide Seiten Vorteile. Die Hasbruchfreunde hoffen, künftig beispielsweise bei Veranstaltungen oder bei der angestrebten Intensivierung der Jugendarbeit von den Ressourcen des Verbands zu profitieren. Und die Schutzgemeinschaft freut sich, über den etablierten Verein mit lokal bekannten Ansprechpartnern stärker in die Fläche wirken zu können.

Hasbruchfreund wird Beirat in Naturschutzstiftung des Landkreises Oldenburg

Erstes Zeichen der neuen Zusammenarbeit ist die Besetzung eines Beiratspostens in der Naturschutzstiftung des Landkreises Oldenburg. Dem Gremium gehört die SDW als anerkannter Naturschutzverband an. Für die nächste sechsjährige Amtsperiode entsendet sie nun den obersten Hasbruchfreund Heiko Ackermann. Das sei aber nicht vorrangiges Ziel der Mitgliedschaft, betonten sowohl Ackermann als auch der Vorsitzende des SDW-Landesverbands Niedersachsen, Philipp Schomaker. Es habe sich nur angeboten, weil sich der bisherige Vertreter der Schutzgemeinschaft, Gerhard Plate, ohnehin aus Altersgründen zurückziehen wollte. Ein kurzer Draht zur Naturschutzstiftung ist aus Ackermanns Sicht auf jeden Fall ein Gewinn – nicht nur im Hinblick auf mögliche zukünftige Projekte, bei denen die Hasbruchfreunde Unterstützung brauchen könnten, sondern auch wegen unmittelbarer Berührungspunkte. „Der Stiftung gehört zum Beispiel die Brookbäken-Wiese“, erklärt Ackermann.

Inhaltliche Zusammenarbeit

Mindestens so wichtig wie die institutionelle Aufwertung – die SDW kann unter anderem auch bei größeren Vorhaben mit Auswirkungen auf die Umwelt Stellungnahmen abgeben – ist den Partnern aber die inhaltliche Zusammenarbeit. Dabei geht es ihnen insbesondere darum, auch die nächsten Generationen für den Wald im Allgemeinen und den Hasbruch im Besonderen zu gewinnen. Seit Heiko Ackermann im vorigen Jahr den Vorsitz der Hasbruchfreunde übernommen hat, bemüht sich der Verein verstärkt um Jugendarbeit. Die ist seit jeher auch eine Domäne der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, deren Entstehung in der Nachkriegszeit unter anderem mit Jugendwaldeinsätzen und dem Aufbau von Schulwäldern zu tun hatte.

Mittlerweile ist aus diesem SDW-Schwerpunkt ein breites Angebot in der Wald- und Umweltpädagogik erwachsen, das sich nun auch die Hasbruchfreunde zunutze machen können. „Wir können zum Beispiel Material zur Verfügung stellen, das sich ein einzelner Verein nicht leisten könnte“, sagte Philipp Schomaker – etwa aufwendig gestaltete Ausstellungen. So könnte es womöglich demnächst in der Region heißen: „Shop den Wald“. In dem nachempfundenen Supermarkt können die „Kunden“ Dinge in ihren Einkaufskorb packen, von denen sie annehmen, dass sie etwas mit Wald zu tun haben, von Lebensmitteln über Haushalts- und Hygieneartikel bis hin zu Kleidung, Musik und Spielzeug. Ein Scanner am Ende verrät dann statt des Preises die Lösung.

Damit das Potenzial derartiger Konzepte auch ausgeschöpft werden kann, ist die SDW ihrerseits darauf angewiesen, an möglichst viele Menschen heranzukommen, und dabei können wiederum die Hasbruchfreunde helfen. „Wir sind nah dran an den Menschen in der Region, die sich für Wald interessieren“, sagte Heiko Ackermann, „wir sind ein guter Multiplikator mit unseren aktuell rund 370 Mitgliedern.“

Darauf setzt die SDW unter anderem auch bei zwei laufenden Projekten. So werden bundesweit Lehrer, Erzieher und andere Interessierte zu „Klimakönnern“ ausgebildet, die dem Nachwuchs die Bedeutung von Wald und Holz als Kohlenstoffspeicher vermitteln sollen. Und das auf Niedersachsen beschränkte „Wer? Wie? Was? Wald!“ bringt sozusagen den eigentlich ja eher schlecht transportierbaren Lerngegenstand ins Klassenzimmer – was für die Schulen oft leichter zu organisieren und auch billiger ist als ein Ausflug.

Und wenn dann die Jugendlichen erst einmal auf den Wald-Geschmack gekommen sind? Könnte es für sie in Zukunft vielleicht eine eigene Abteilung bei den Hasbruchfreunden geben, deuteten Heiko Ackermann und seine Stellvertreterin Bettina Cordes vorsichtig an. „Es gibt Bestrebungen, eine Gruppe zu organisieren“, sagte Cordes. „Aber dafür braucht es ja nicht nur Ideen, sondern auch Helfer, die einen langen Atem haben.“ Einige mit Interesse und auch pädagogischer Kompetenz hätten sich schon gefunden, noch allerdings sei dieser harte Kern nicht groß genug. An Nachfrage der Jugend mangele es aber nicht. „Bei unserer Übernachtungsaktion im vorigen Jahr waren die Teilnehmer begeistert, und viele haben gleich gefragt: ,Wann macht ihr das wieder?'“

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