Umweltausschuss will heute die Weichen für die Prioritäten im Klimaschutz stellen "Hauptsache, es geht jetzt los"

46 Maßnahmenpakete umfasst das Klimaschutzkonzept, das zwei Fachbüros im vergangenen Jahr im Auftrag der Gemeinde Ganderkesee erarbeitet haben. In der vergangenen Woche hat sich der Klimaschutzbeirat nun 16 Punkte aus dem Konzept herausgepickt, mit denen die Gemeinde nun ihre konkrete Klimaschutzarbeit beginnen will. Am heutigen Mittwoch berät der Ausschuss für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz über die ausgewählten Prioritäten.
15.02.2012, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Jochen Brünner

46 Maßnahmenpakete umfasst das Klimaschutzkonzept, das zwei Fachbüros im vergangenen Jahr im Auftrag der Gemeinde Ganderkesee erarbeitet haben. In der vergangenen Woche hat sich der Klimaschutzbeirat nun 16 Punkte aus dem Konzept herausgepickt, mit denen die Gemeinde nun ihre konkrete Klimaschutzarbeit beginnen will. Am heutigen Mittwoch berät der Ausschuss für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz über die ausgewählten Prioritäten.

Ganderkesee. Aus der Prioritätenliste geht unter anderem hervor, dass die Gemeinde Ganderkesee zunächst auf die Aufrüstung der bestehenden Windparks Grüppenbühren, Schweinsheide und Bergedorf setzen will (sogenanntes "Repowering"), ehe man neue Flächen für Windenergieanlagen (etwa im Hohenbökener Moor) ausweist. Jedenfalls taucht die Maßnahme "Ausbau Windkraftanlagen", der die Autoren in der ursprünglichen Fassung des Konzepts noch die Priorität "sehr hoch" zugewiesen hatten, unter den 16 Punkten erst einmal nicht mehr auf. Auch die mit "sehr hoch" bewertete Installation von Fotovoltaikanlagen auf öffentlichen Gebäuden sowie der Ausbau von Biogasanlagen wird wohl erst einmal zurückgestellt. Stattdessen will man sich der wärmetechnischen Sanierung von öffentlichen Gebäuden oder der Optimierung der Wärmenutzung aus bestehenden Biogasanlagen widmen. Ein weiterer Punkt ist die Umrüstung der Straßenlaternen auf eine energieeffiziente Beleuchtung, die mit Kosten von rund 475000 Euro

gleichzeitig die kostenintensiveste unter den ausgewählten Maßnahmen ist.

Für Rolf Kuhlmann von der Agenda 21 ist auch ein wichtiger Baustein der Prioritätenliste, dass sich Politik und Verwaltung nun offenbar doch auf die Einstellung eines Klimaschutzmanagers verständigen wollen, zumal es möglich erscheint, sich die für die Gemeinde verbleibenden Kosten mit der Gemeinde Dötlingen zu teilen. "Der Klimaschutzmanager hat als Bindeglied zwischen Bürgern und Verwaltung eine wichtige Funktion" ist Kuhlmann überzeugt.

Überschaubarer Beginn

Abgesehen davon sei es zweitrangig, mit welchen Maßnahmen man die konkrete Klimaschutzarbeit beginne: "Hauptsache, es geht jetzt überhaupt mal los", sagt Kuhlmann, der dennoch mit der getroffenen Auswahl ganz zufrieden ist. Bei den Maßnahmen handele es sich um einen zwar überschaubaren, aber dennoch breit angelegten Beginn. "Das sind ja alles keine Einzelmaßnahmen, sondern Handlungsfelder, die für sich selbst gesehen noch komplex genug sind", so Kuhlmann. "Zudem ist es nicht so, dass alle anderen Dinge, die jetzt noch nicht sofort berücksichtigt werden, auf alle Zeit verworfen sind." Das Klimaschutzkonzept müsse eher als "Masterplan" verstanden werden, der zehn oder 20 Jahre lang Gültigkeit besitze.

Um mit gutem Beispiel voranzugehen, wollen die Politiker zudem ein gesondertes Teilkonzept beschließen, mit dem die Kommune den "Klimaschutz in eigenen Liegenschaften" voranbringt. Schließlich regt die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen an, das die Gemeinde Ganderkesee dem "Konvent der Bürgermeister/innen" beitritt. Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss von mehr als 3400 Städten in 46 Ländern, die sich besonders in Sachen Klimaschutz engagieren. In Deutschland gehören dem Konvent zurzeit 61 Kommunen an.

Zudem hoffen die Ganderkeseer Klimaschutzaktivisten, auch den Landkreis Oldenburg noch mit ins Boot zu holen. Obwohl es im Sommer 2011 eine groß angelegte Auftaktveranstaltung zur "100-Prozent-Erneuerbare-Energien-Region" gegeben habe, gestalte sich die Lobbyarbeit recht mühsam. Einige Gemeinden hätten noch nicht erkannt, dass es keine Alternative zum Klimaschutz gebe, so Kuhlmann.

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