Schulleitung beklagt "bewusste Provokation" der Zehntklässler Hauptschule Bookholzberg sagt Abschlussfeier ab

Ganderkesee-Bookholzberg. Auf der Internetseite der Hauptschule Bookholzberg wird sie noch für heute um 10.30 Uhr angekündigt, doch die Entlassungsfeier der Zehntklässler findet nicht statt. Die Schulleitung hat die Veranstaltung abgesagt. Weil es "grobe Verstöße" gegen die Schulordnung gegeben habe, sagte der kommissarische Schulleiter Tobias Schüler gestern auf Nachfrage. Ausschlaggebend sei gewesen, dass die Zehntklässler während der sogenannten Mottotage ihren Abschied von der Hauptschule feierten, indem sie bengalische Feuer auf dem Schulhof zündeten.
30.06.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Hauptschule Bookholzberg sagt Abschlussfeier ab
Von Christoph Bähr

Ganderkesee-Bookholzberg. Auf der Internetseite der Hauptschule Bookholzberg wird sie noch für heute um 10.30 Uhr angekündigt, doch die Entlassungsfeier der Zehntklässler findet nicht statt. Die Schulleitung hat die Veranstaltung abgesagt. Weil es "grobe Verstöße" gegen die Schulordnung gegeben habe, sagte der kommissarische Schulleiter Tobias Schüler gestern auf Nachfrage. Ausschlaggebend sei gewesen, dass die Zehntklässler während der sogenannten Mottotage ihren Abschied von der Hauptschule feierten, indem sie bengalische Feuer auf dem Schulhof zündeten.

"Wir hatten bereits im Vorfeld Hinweise erhalten und haben daher mehrfach das Gespräch mit den Schülern gesucht. Wir haben ihnen klar gemacht, dass die Aktion gefährlich ist, dennoch zündeten sie die bengalischen Feuer - eine bewusste Provokation", schilderte Tobias Schüler. Über die Hälfte der 26 Zehntklässler sei beteiligt gewesen. Einige hätten sich sogar vermummt und der ganze Schulhof sei während der großen Pause in Rauch gehüllt worden. "Dabei haben sie eine Gefährdung der anderen Schüler in Kauf genommen", sagte der kommissarische Schulleiter.

Nachdem die Lehrkräfte die Zehntklässler daraufhin vom Schulhof verwiesen hatten, fand am folgenden Schultag noch ein Gespräch statt. "Hätten die anwesenden Schüler Reue gezeigt, hätten wir noch einmal über die Abschlussfeier reden können. Das war aber nicht der Fall", erzählte Schüler. Daraufhin habe die Schulleitung die Entlassungsfeier endgültig abgesagt. Die Entscheidung sei den Verantwortlichen nicht leicht gefallen, aber man habe auch an die Wirkung auf die jüngeren Schüler denken müssen, die die Aktion hautnah miterlebten, so Schüler.

Kein Verständnis für die Absage der Entlassungsfeier hat dagegen Antje Drieling, Elternvertreterin im Schulvorstand der Hauptschule. "Eine Strafe ist ohne Frage gerechtfertigt, aber die Reaktion der Schulleitung ist völlig überzogen", beklagte sie. Die bengalischen Feuer seien frei verkäuflich und jedes Kind kenne diese von Silvesterfeuerwerken. Zudem habe die Schulleitung laut Drieling beklagt, dass die Zehntklässler auf dem Schulhof Alkohol tranken: "Dass nach dem Schulabschluss angestoßen wird, ist aber doch normal. Abiturienten tun dies auch." In dem Gespräch, das auf die Aktion folgte, seien die Zehntklässler dann vor vollendete Tatsachen gestellt worden. "Wie mir Schüler berichteten, wurde nur gesagt, dass die Entlassungsfeier ausfällt. Dann wurden die Schüler gefragt, was sie dazu zu sagen hätten. Das war kein Dialog", sagte Drieling, deren Tochter zu den betroffenen Zehntklässlern gehört.

Die Absage der Abschlussfeier tut Antje Drieling besonders für die Neuntklässler leid: "Diejenigen, die die Schule jetzt nach der neunten Klasse verlassen, sollten auch verabschiedet werden. Für sie fällt dies nun aus, obwohl sie mit dem Zünden der bengalischen Feuer überhaupt nichts zu tun hatten." Die Elternvertreterin hätte eine andere Form der Strafe für angemessen gehalten: "Warum lässt man nicht alle Zehntklässler das Schulgelände und die dortigen Toiletten reinigen?"

Doch die Absage der Entlassungsfeier steht fest. Ein letztes Mal kommen die Zehntklässler heute in der dritten Stunde in die Hauptschule Bookholzberg, um ihre Zeugnisse abzuholen. "Wir wollen uns da nicht völlig verschließen. Wenn es ein erkennbares Zeichen seitens der Schüler gibt, sind die Klassenlehrer bereit, zumindest im kleineren Rahmen Abschied zu feiern", hofft der kommissarische Schulleiter Tobias Schüler noch auf ein versöhnliches Ende des Lehrer-Schüler-Konflikts an der Bookholzberger Hauptschule.

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