Städtische Galerie Delmenhorst

Haus Coburg im Umbruch

Das Haus Coburg muss durch Corona derzeit auf Besucher verzichten und auch die langjährige Leiterin Annett Reckert steht kurz vor dem Absprung – Zeitenwende für die Städtische Galerie Delmenhorst.
20.11.2020, 18:29
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Haus Coburg im Umbruch
Von Björn Struß
Haus Coburg im Umbruch

Langsam, aber sicher richtet sich ihr Blick nach Bremen. Zum 1. März wird Annett Reckert die Leitung der Galerie gegen die Position als Kustodin an der Kunsthalle Bremen eintauschen.

INGO MöLLERS

Delmenhorst. Auch Kunstgalerien erleben derzeit die Neuauflage des Lockdown aus dem Frühjahr. In der Städtischen Galerie Delmenhorst fristen die Exponate aus aller Welt von „Meeting in Language“ deshalb ein sehr einsames Dasein. Doch auch ohne Besucher ist Leiterin Annett Reckert beschäftigt wie eh und jeh. Und – dieser Zusatz ist durchaus wichtig geworden – es ist die Arbeit in Delmenhorst, die Reckerts volle Aufmerksamkeit abverlangt. Auch im Lockdown hat sie ihren mentalen Fokus noch nicht nach Bremen verschoben. Dort wartet ab 1. März 2021 die Kunsthalle Bremen auf sie.

„Ich arbeite an einem Katalog für unsere aktuelle Ausstellung, den muss es unbedingt noch geben“, berichtet sie. Neben den fehlenden Besuchern hat noch ein weiterer Umstand das Haus Coburg leerer gemacht. „Meine Mitarbeiter helfen nun im Gesundheitsamt bei der Verfolgung der Infektionsketten“, sagt Reckert. An ihrer Seite kümmerte sich bisher Aneta Palenga als stellvertretende Leiterin und Co-Kuratorin der aktuellen Ausstellung um das Haus. „Sie ist nun in Mutterschutz, deshalb arbeite ich gerade die Vertreterin ein: Eugenia Kriwoscheja“, berichtet Reckert.

Das Haus Coburg befindet sich also gleich mehrfach im Umbruch. Nach zehn Jahren verlässt Reckert die Galerie. Wer in ihre Fußstapfen treten wird, entscheidet sich gerade in einem Bewerbungsprozess. Spätestens im Januar wird die Stadt wohl den Nachfolger oder die Nachfolgerin präsentieren. Im März kommt dann Kriwoscheja in der Übergangsphase eine wichtige Rolle zu. Und dann auch noch die vielen Fragen rund um die Pandemie: In welchem Format wird es möglich sein, Kunst und Menschen wieder zusammen zu bringen?

„Natürlich muss ich jetzt die Projekte für das nächste Jahr anstoßen. Es muss ja etwas stattfinden, wenn ich die Galerie übergebe“, sagt Reckert. Nach zehn Jahren an einer Wirkungsstätte hatte sie das Bedürfnis, sich noch einmal einer neuen Herausforderung zu stellen. „Ich freue mich auf diese Veränderung. Und der Schwerpunkt Papier zieht sich durch mein ganzes Leben. Schon in meiner Dissertation habe ich mich damit beschäftigt“, sagt sie mit Blick auf ihre Rolle in der Kunsthalle. Das Kupferstichkabinett verfügt über eine Sammlung von rund 200 000 Papierarbeiten. Reckert wird den Bereich 19. bis 21. Jahrhundert verantworten.

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