Erwerbslosenquote sinkt in Stadt und Landkreis / Nur noch vereinzelte junge Leute ohne Ausbildungsplatz

Herbstliche Belebung auf dem Arbeitsmarkt

Delmenhorst/Landkreis Oldenburg. Als „typische Herbstbelebung“ hat die Leiterin der Delmenhorster Agentur für Arbeit, Karin Kayser, die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt im abgelaufenen Monat eingeordnet. In der Stadt Delmenhorst hatten im Oktober 4070 arbeitsfähige Menschen keinen Broterwerb.
03.11.2016, 00:00
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Von Ute Winsemann

Delmenhorst/Landkreis Oldenburg. Als „typische Herbstbelebung“ hat die Leiterin der Delmenhorster Agentur für Arbeit, Karin Kayser, die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt im abgelaufenen Monat eingeordnet. In der Stadt Delmenhorst hatten im Oktober 4070 arbeitsfähige Menschen keinen Broterwerb. Das sind 108 weniger als im September und sogar 110 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote in der Stadt sank damit von 10,6 auf 10,4 Prozent. Im Landkreis Oldenburg waren im selben Zeitraum 2710 Erwerbslose registriert, gegenüber 2772 im September oder 2748 im Oktober 2015. Dementsprechend verringerte sich die Quote von 3,9 auf 3,8 Prozent.

Die Herbst-typische Tendenz hat nach Kaysers Angaben nicht zuletzt damit zu tun, dass viele junge Menschen die Statistik Richtung Studium, Ausbildung oder Anschlussbeschäftigung nach einer Lehre hinter sich lassen. Für den Ausbildungsmarkt verzeichnete Kayser sogar einen „positiven Schub“: Trotz sinkender Schülerzahlen haben einerseits die Berufsberater in der Stadt vom 1. Oktober 2015 bis 30. September dieses Jahres 97 Bewerber mehr betreut als im vorigen Berichtsjahr. Andererseits meldeten aber auch die Unternehmen im selben Zeitraum 20 Ausbildungsstellen mehr. Auffällig ist allerdings trotzdem die Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage, wenn der Blick allein auf die Stadt gerichtet ist: Insgesamt standen 896 Bewerbern nur 400 Stellen offen, also nicht einmal die Hälfte. Trotzdem sind die weitaus meisten jungen Leute untergekommen, viele demnach wohl außerhalb der Stadt. Jedenfalls sind aktuell nur noch 13 unversorgt. Umgekehrt konnten 21 Lehrstellen bislang nicht besetzt werden.

„Der Wunsch, gute Fachkräfte für den eigenen Betrieb auszubilden, ist bei den Arbeitgebern in der Region stark ausgeprägt“, meinte Kayser. Angesichts geburtenschwächerer Jahrgänge werde zunehmend offensiv um den Nachwuchs geworben, bestätigte auch Sabine Doliwa vom Jobcenter – da würden auch schon mal Handys oder Urlaubsreisen versprochen. Das allerdings wohl eher in den weniger beliebten Berufen. Denn nach wie vor konzentrierten sich die Jugendlichen stark auf Büroberufe, Einzelhandel und Berufe rund um Kraftfahrzeuge und hätten anderes nicht im Blick, bedauerte Kayser. „Vielfach wissen Jugendliche und ihre Eltern gar nicht, welche spannenden Tätigkeiten und welche Karrierechancen ein Ausbildungsberuf bietet.“

Aber es gibt natürlich auch immer einige, die es ganz einfach schwerer haben als andere. In diesem Zusammenhang wies Kayser auf ein noch vergleichsweise neues Förderinstrument hin, die "assistierte Ausbildung". Die Kandidaten werden beispielsweise bei Lernschwierigkeiten oder Sprachdefiziten, aber auch bei Problemen im Betrieb oder in ihrem sozialen Umfeld individuell unterstützt. "Das ist eine reine Begleitung"", stellte Kayser klar, "da geht's nicht um Geld". Diese Möglichkeit einer persönlichen Unterstützung dürfte nach ihrem Eindruck aber gern noch bekannter werden.

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