Josef-Hospital Delmenhorst

„Bei uns bleibt kein Fläschchen übrig“

Impfen hilft: Im Josef-Hospital wird das Personal geimpft, man hat wenig Verständnis für Kritik am Vakzin von Astra-Zeneca. Nebenwirkungen seien in Kauf zu nehmen, wenn dadurch der Tod abgewendet werden kann.
10.03.2021, 16:52
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„Bei uns bleibt kein Fläschchen übrig“
Von Gerwin Möller
„Bei uns bleibt kein Fläschchen übrig“

Symbolbild.

Patrick Pleul/dpa

Im Josef-Hospital ist freitags Impftag fürs Personal. Klinikchef Christian Peters berichtet, dass dort auch der Wirkstoff von Astra-Zeneca verimpft werde. Dass immer noch Bedenken gegen dieses Vakzin geäußert werden, kann er nicht nachvollziehen. „Auch dieser Impfstoff wirkt und trägt damit dazu bei, dass schwerste Krankheitsverläufe bis zum Tod verhindert werden.“

Impfen sei noch immer die wesentliche Lösung, um aus der aktuellen Pandemie herauszukommen, sagt Peters. Unterstützt wird er in seiner Auffassung vom Chefarzt der Inneren Medizin am Krankenhaus an der Wildeshauser Straße. Klaus Gutberlet verweist auf eine gute Datenlage: Das Impfen habe dazu beigetragen, dass die Todesrate bei den Hochbetagten zurückgehe. Peters und Gutberlet sind sich auch einig, dass es gut wäre, endlich die niedergelassenen Ärzte in die Impfkampagne einzubeziehen. „Das sind die Profis, die es können und wollen“, sagt Peters. Man solle den niedergelassenen Ärzten aber auch Mitsprache einräumen, welche ihrer Patienten zuerst geimpft werden.

Gutberlet spricht ein anderes Pandemie-Problem an. Zwar registriere die Klinik wieder mehr Patienten, die Auslastung betrage wieder über 60 Prozent, aber er habe auch Patienten gesehen, bei denen ein Tumor schon fortgeschrittener war. Offenbar habe Corona Menschen davon abgehalten, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Im Josef-Hospital würden weiterhin strenge Hygiene- und damit Zutrittsregeln herrschen. Anders als im Handel sei auch nicht an Lockerungen gedacht. Aber: Es sei falsch, bei körperlichen Beschwerden einen Bogen ums Krankenhaus zu machen. Gutberlet ruft auch dazu auf, zu den Vorsorgeuntersuchungen zu gehen.

Aktuell werden im Josef-Hospital acht Patienten wegen Corona behandelt, davon muss ein Erkrankter auf der Intensivstation künstlich beatmet werden. „Die Entwicklung geht in die richtige Richtung“, sagt Peters.

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