Impfwochenende in Delmenhorst

„Danke für eine tolle Arbeit“

Landesweit war für dieses Wochenende zum Zwischenspurt der Impfkamgagne aufgerufen worden. In Delmenhorst besuchte Oberbürgermeister Axel Jahnz zusammen mit dem Landtagsabgeordneten Deniz Kurku das Impfzentrum.
25.04.2021, 16:19
Lesedauer: 3 Min
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„Danke für eine tolle Arbeit“
Von Gerwin Möller

Das Impfzentrum in der Sporthalle Am Wehrhahn reihte sich am Wochenende zu einem landesweiten Zwischenspurt der Impfkampagne ein: Zu den bis dahin unter der Regie des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Delmenhorst verabreichten 11.730 Erst- und 4.490 Zweitimpfungen kamen alleine am Sonntag 530 Geimpfte hinzu. Zweck der vom Sozialministerium initiierten Impfaktion war es, eine über das Osterwochenende entstandene Delle bei der Zahl der Impfungen auszugleichen.

„Bei uns war zu Ostern aber gar kein Stillstand, wir haben die Feiertage genutzt, um mit unseren mobilen Teams Pflegeeinrichtungen aufzusuchen“, sagte DRK-Geschäftsführer Michael Pleus gegenüber Gästen, die die Sporthalle Am Wehrhahn am Sonntagvormittag besuchten. „Alles, was wir hier tun, passiert zum ersten Mal“, sagte Pleus. Für die Bekämpfung des Corona-Virus gebe es kein fertiges Rezept und keine Muster, nach denen man verfahren könne. Es sei richtig und wichtig gewesen, die Versorung mit einer Impfung zuallererst an den Menschen über 80 Jahren vorgenommen zu haben. Pleus nannte die relativ geringe Einwohnerzahl Delmenhorsts von rund 77.000 Menschen als einen Vorteil bei der Impfmittelversorgung. Man habe zusammen mit größeren Landkreisen die gleich großen Kontingente erhalten.

Oberbürgermeister Axel Jahnz und der Landtagsabgeordnete Deniz Kurku (beide SPD) ließen sich Sonntagvormittag zusammen mit Corona-Krisenstabsleiter Rudolf Mattern und Feuerwehrchef Holger Klein-Dietz die Arbeit des Impfzentrums demonstrieren. „Wir arbeiten hier mit 60 Personen“, sagte Michael Pleus in seiner Rolle als Leiter des Impfzentrums. Das Team bestehe aus rund 50 Ehrenamtlichen und zehn hauptamtlich Beschäftigten. „Ich sage Danke für diese tolle Arbeit“, sagte Axel Jahnz. Großen Respekt gegenüber dem Engagement, das im Impfzentrum auf die Beine gestellt wird, zollte auch Deniz Kurku.

„Jetzt kann man auch erkennen, dass wir eine solch große Halle fürs Impfzentrum benötigt haben“, sagte Krisenstabsleiter Rudolf Mattern. Pleus erklärte die verschiedenen Stationen, die die zur Impfung eingeladenen zu durchlaufen haben. Alle Wege können mit Abstand erfolgen und alles ist nach dem Einbahnstraßenprinzip aufgestellt. Bis ein Arzt die Spritze setzt, sind viele Formalitäten zu er- und Formulare auszufüllen. „Immerhin kopieren wir die Unterlagen für die Geimpften, damit beim zweiten Termin diese Vervielfältigung zu einer Vereinfachung führt“, sagt Pleus.

Pleus berichtete auch von einer sehr guten Zusammenarbeit zwischen Impfzentrum und Hausärzten, die auch Impfungen vornehmen. Wichtig sei, genügend Impfdosen bereit gestellt zu bekommen. Im Mai erwarte man auch eine Lieferung mit dem Vakzin des Herstellers Johnson & Johnson. Niedersachsen verteile die dem Land zugesprochene Menge von 21.000 Dosen nicht gleichmäßig auf sämtliche 52 Impfzentren. Man habe sich entschieden, den Impfstoff alleine unter fünf Hochinzidenzkommunen aufzuteilen, davon profitiere man nun auch in Delmenhorst. "Wir erwarten 2800 Dosen, wobei gesagt werden muss, dass sie statistisch doppelt bewertet werden müssten, bei diesem Impfstoff reicht nämlich eine einzige Impfung aus", so Pleus.

Er ging auf die Frage ein, wie gut eine Impfung tatsächlich vor einer Infektion schütze. Vieles sei noch nicht erforscht, über den Impfstoff von Biontech lägen Studien vor, wonach nach der ersten Impfung bereits ein Schutz von 70 bis 80 Prozent aufgebaut sei. Pleus berichtete auch, dass davon ausgegangen werde, dass alle Impfungen einen Schutz über den Zeitraum eines Jahres gewähren könnten. In Zukunft würde die Impfung gegen Corona zu einer Routine werden, so wie es für viele die Impfung gegen Grippe gewesen sei.

Pleus ging zudem auf das Problem ein, dass Menschen, die einen Impftermin zugesprochen bekommen haben, diesen nicht wahrnähmen. Er appellierte an die Solidarität der Menschen: Wer seinen Termin schwänzt oder kurzfristig absagt, verhindere, dass jemand anderes stattdessen zum Zuge kommt. Das Verfahren sei kompliziert, eine Nachbesetzung benötige auch ihre Zeit.

Wenn die Impfmittelbeschaffung schneller vonstatten geht, könne das Tempo im Impfzentrum weiter beschleunigt werden. Aktuell habe man vier sogenannte Straßen aufgebaut, über die die zu Impfenden geleitet werden. Räumlich sei es möglich, noch eine fünfte Straße zu öffnen. Entscheidend sei dabei aber auch, ausreichend Menschen zu finden, die diese Arbeit tragen.

Info

Zur Sache

In Delmenhorst hat es am Sonntag 27 Neuinfektionen mit dem Corona-Virus gegeben. Die Fallzahl ist auf 3022 gestiegen, der Inzidenzwert liegt aktuell bei 197,3. In Delmenhorst sind seit Beginn der Pandemie 62 Menschen an oder mit Covid-19 gestorben. Das Corona-Impfzentrum befindet sich in der Sporthalle Am Wehrhahn 6 in Bahnhofsnähe. Wer einen Impftermin hat, kann die entsprechende Benachrichtigung auch als Fahrausweis für die Fahrzeuge der Delbus nutzen. Alle Delmenhorster ab 60 Jahren können sich auf die Warteliste für einen Impftermin setzen lassen. Eine Anmeldung ist telefonisch unter 0800/ 9988665 oder online über das Impfportal www.impfportal-niedersachsen.de möglich. Delmenhorst hat zusätzlich zur landesweiten Corona-Hotline ein eigenes Bürgertelefon eingerichtet, darüber werden aber keine Termine vermittelt. Fragen zum Impfzentrum Delmenhorst werden unter Telefon 04221/916400 beantwortet.

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