Religiös-politische Organisation „Die Feder“ lässt Bürger über Rechtmäßigkeit des Staates abstimmen

Info-Stände für und gegen Israel in Innenstadt

Delmenhorst. „Israel ist illegal“ – diese These stellt die religiös-politische Organisation „Die Feder“ an diesem Sonnabend an einem Info-Stand in der Fußgängerzone zur Diskussion. „Die Bürger haben die Möglichkeit, über zwei Wahlurnen einen Wahlchip in Pro oder Contra einzuwerfen“, erklärte „Feder“-Mitglied Hassan Mohsen.
17.11.2016, 00:00
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Info-Stände für und gegen Israel in Innenstadt
Von Andreas D. Becker
Info-Stände für und gegen Israel in Innenstadt

Pedro Benjamin Becerra.

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Delmenhorst. „Israel ist illegal“ – diese These stellt die religiös-politische Organisation „Die Feder“ an diesem Sonnabend an einem Info-Stand in der Fußgängerzone zur Diskussion. „Die Bürger haben die Möglichkeit, über zwei Wahlurnen einen Wahlchip in Pro oder Contra einzuwerfen“, erklärte „Feder“-Mitglied Hassan Mohsen. „Es ist unsere Überzeugung, dass Israel nie hätte gegründet werden dürfen.“ Dass er mit dieser These anecken könnte, nimmt Mohsen in Kauf, wie er unserer Zeitung sagte. „Es gehört zu einer Demokratie dazu, dass man Themen bespricht, die sensibel sind.“

Pedro Benjamin Becerra, Vorsitzender der jüdischen Gemeinde in Delmenhorst, sieht dagegen die Demokratie missbraucht. Was „Die Feder“ betreibe, sei schlicht „volksverhetzend“. Nachdem die Anmeldung des Info-Standes bekannt wurde, hat auch die deutsch-israelische Gesellschaft Oldenburg reagiert und ebenfalls einen Stand in der Stadt angemeldet – direkt gegenüber von Mohsen. „Wir wollen die Bürger auch informieren, aber auch die Vorgehensweise der anderen thematisieren.“

Laut Auskunft der Stadtverwaltung ist der Aufbau beider Stände nicht zu beanstanden, aufgrund des sensiblen Themas sei aber auch die Polizei informiert worden, erklärt der für Bürgerangelegenheiten zuständige Fachbereichsleiter Horst Janocha. Mohsen gehört demnach zum Umfeld von Yavuz Özoguz, der unter anderem das islamistische Portal Muslim-Markt betreibt.

Mohsen erklärt, dass das Ergebnis der Umfrage auf jeden Fall auch veröffentlicht werde im Blog der Initiative. Darin beschreibt er in einem anderen Beitrag auch schon, weshalb Israel illegal sein soll. In einem Essay formuliert er deutliche Sätze wie „Den Menschen muss bewusst werden, dass Israel nicht nur in Palästina agiert, sondern weltweit Unheil anrichtet. Erst wenn das zionistische Gebilde der Vergangenheit angehört, wird der Weltfrieden zur Gegenwart und die Hoffnung die Zukunft.“

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