Delmenhorst Initiative legt Resolution gegen rechts vor

Delmenhorst. Mit der Initiative "Nazis raus aus unserer Stadt" wollen die Initiavigründer Peter Vogel und Jörg Dombrowe ein deutliches politisches Signal gegen rechts setzten. Die Stadt verbietet jetzt den Info-Stand der Jungen Nationaldemokraten.
11.05.2010, 06:00
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Initiative legt Resolution gegen rechts vor
Von Kai Purschke

Delmenhorst. 'Keine Nazischule in Delmenhorst' nannte sich das Bündnis damals, als es galt, die Rechtsextremisten vom Hotel am Stadtpark fernzuhalten. Das existiert nicht mehr, ebenso wenig das alte Bündnis. Aber Peter Vogel und Jörg Dombrowe sind wieder da - mit der Initiative 'Nazis raus aus unserer Stadt'. Damit wollen sie keine Konkurrenz zum DGB-Forum gegen rechts darstellen, 'aber uns sehr wohl einklinken', wie Dombrowe am Montag beim Pressegespräch erklärte.

Und in die Ratssitzung wollen die beiden Männer eine Resolution gegen rechts einbringen, die vom Stadtrat getragen werden soll . Dombrowe: 'Wir wollen damit ein Zeichen setzen und hoffen, dass alle dem zustimmen.' Ein 'deutliches politisches Signal', wie sie selbst in einer Pressemitteilung schrieb, hat die Stadtverwaltung gestern gesetzt: Sie untersagt den Jungen Nationaldemokraten (JN) am morgigen Mittwoch einen Informationsstand in der Fußgängerzone aufzubauen. 'Delmenhorst will nichts mit rechts- oder linksextremen Aktivitäten zu tun haben - weder heute noch zukünftig', wird Oberbürgermeister Patrick de La Lanne darin zitiert. Für kommenden Sonnabend haben Rechts- und Linksextremisten jeweils eine Demonstration beantragt - diese Angelegenheit werde derzeit noch von Stadt und Polizei geprüft, heißt es aus dem Rathaus.

Dass den Rechtsextremisten aber schon mal der Infostand untersagt wird, stößt bei der neuen Initiative auf Wohlwollen. 'Das ist eine uralte Forderung von uns. Man sollte das alles verbieten, auch wenn der Prozess vor Gericht an die Wand gefahren wird', sagte Dombrowe dazu. Beide hoffen, dass es am Wochenende zu keiner Kundgebung seitens der JN kommt und haben selbst auch einen Stand angemeldet.

Wovon Peter Vogel schon ein bisschen überrascht ist, wie er erzählte: 'Ich hätte nie gedacht, dass es in meinem Leben nochmal so kommt, dass ich aktiv werden muss. Es hört einfach nicht auf.' Und gerade deshalb finden es die Initiativengründer wichtig, die Bevölkerung zu informieren. Auch in Hinblick auf die im Jahr 2011 anstehenden Kommunalwahlen. 'Wir müssen verhindern, dass die hier im Parlament sitzen', findet Dombrowe, glaubt aber, dass die Rechtsextremisten gerade da den Hebel ansetzen wollen. 'Die schnuppern doch Morgenluft bei unserem Stadtrat, wo schon 15 Leute nicht mehr in der Partei sind, in der sie mal waren.' Eben jener Stadtrat soll heute die Resolution unterzeichnen, in der es unter anderem heißt: 'Der Rat bekennt sich ausdrücklich zu der ihm aus 2006 und 2007 erwachsenen Verpflichtung, allen demokratiefeindlichen Bestrebungen eine Absage zu erteilen.'

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