Bedrohungen und Sachbeschädigungen in Delmenhorst Jobcenter hat Gewaltproblem

Delmenhorst. Im Delmenhorster Jobcenter kommt es regelmäßig zu Sachbeschädigungen und Bedrohungen von Mitarbeitern. Wie Siegfried Dreckmann, der Leiter der Einrichtung, berichtete, seien solche Vorfälle inzwischen so häufig, dass sich etwas ändern müsse. Erst gestern Morgen randalierte ein Kunde in einem Büro des Delmenhorster Jobcenters. Der 19-Jährige riss laut Dreckmann eine Tischplatte aus der Verankerung. Die anwesende Jobcenter-Mitarbeiterin wurde nicht verletzt. Nun ermittelt die Polizei gegen den Mann wegen Sachbeschädigung.
16.06.2011, 05:00
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Jobcenter hat Gewaltproblem
Von Christoph Bähr

Delmenhorst. Im Delmenhorster Jobcenter kommt es regelmäßig zu Sachbeschädigungen und Bedrohungen von Mitarbeitern. Wie Siegfried Dreckmann, der Leiter der Einrichtung, berichtete, seien solche Vorfälle inzwischen so häufig, dass sich etwas ändern müsse. Erst gestern Morgen randalierte ein Kunde in einem Büro des Delmenhorster Jobcenters. Der 19-Jährige riss laut Dreckmann eine Tischplatte aus der Verankerung. Die anwesende Jobcenter-Mitarbeiterin wurde nicht verletzt. Nun ermittelt die Polizei gegen den Mann wegen Sachbeschädigung.

Solch eine Tat sei zwar nicht an der Tagesordnung, aber eben auch kein Einzelfall, sagte Dreckmann. Etwa alle vier Monate käme es im Jobcenter zu Sachbeschädigungen. "Einmal wurden die Reifen unserer Außendienstfahrzeuge zerstochen. Das hätte zu Unfällen führen können", berichtete der Jobcenter-Leiter. Zudem würden häufig Feuerlöscher oder Büroeinrichtungen beschädigt. 2005 sei zudem ein Mitarbeiter mit einem Messer bedroht und seines Portemonnaies beraubt worden. Auch er selbst sei bereits von einem Kunden geschlagen worden, sagte Dreckmann.

Die Sicherheitsvorkehrungen im Jobcenter seien mit der Polizei abgestimmt und ständig erweitert worden. Die Mitarbeiter werden unter anderem in Deeskalation geschult und verfügen über einen Notfallknopf am Computer. Gegenstände wie Locher, die als Wurfgeschoss dienen könnten, wurden ebenso von den Schreibtischen verbannt wie Familienfotos. "Da lässt sich kaum noch etwas verbessern", ist Dreckmann überzeugt. Er fordert stattdessen, dass sich das Image der Jobcenter und der Hartz-IV-Förderung in der Gesellschaft verändern müsse. "Wir haben viele motivierte Mitarbeiter in unserer Einrichtung. Die Arbeitslosigkeit in Deutschland sinkt. Dennoch fehlt es an Respekt und Wertschätzung für unsere Arbeit", glaubt Dreckmann. Dies sei ein Grund dafür, dass einige Jobcenter wie das in Delmenhorst mit einem Gewaltproblem zu kämpfen hätten.

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