Beschäftigte müssen auf Teil ihres Weihnachtsgeldes verzichten

Josef-Stift kürzt wieder Löhne

Delmenhorst. Das katholische Krankenhaus St.-Josef-Stift löst sich nach 2012 und 2013 zum dritten Mal in Folge vom Tarif und kürzt seinen Beschäftigten die Löhne.
15.11.2014, 00:00
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Josef-Stift kürzt wieder Löhne
Von Kai Purschke

Das katholische Krankenhaus St.-Josef-Stift löst sich nach 2012 und 2013 zum dritten Mal in Folge vom Tarif und kürzt seinen Beschäftigten die Löhne. Die rund 360 Mitarbeiter, von denen etwa die Hälfte in Teilzeit beschäftigt ist, müssen dieses Jahr auf ein Drittel ihres Weihnachtsgeldes beziehungsweise ihrer Jahressonderzahlung verzichten. Für die Ärzte gilt: Sie bekommen für ein Jahr monatlich rund drei Prozent weniger Grundgehalt. Ihr Aderlass soll dem Vernehmen nach in etwa der Größenordnung der Weihnachtsgeld-Kürzungen entsprechen. Demnach spart das Josef-Stift rund 350 000 Euro an Personalkosten, darauf haben sich Stift-Geschäftsführer Thomas Breidenbach und die Arbeitsrechtliche Kommission des Deutschen Caritasverbands geeinigt.

Wie Breidenbach am Freitag auf Nachfrage sagte, handele es sich zwar um Kürzungen, aber diese seien im Endeffekt positiv zu sehen: Weil sie höher hätten ausfallen sollen und können. „Darüber sind die Mitarbeiter informiert gewesen“, sagte er, denn bereits im Frühsommer habe er den Antrag an die Kommission gestellt. „Da waren die besseren wirtschaftlichen Entwicklungen aber noch nicht absehbar“, erklärte er. Diese seien durch Spareffekte wie die Ausgliederung des Labors und höhere Einnahmen entstanden. Demnach habe er nun seinen eigenen Antrag revidiert und weniger Einsparungen erzielen wollen.

Nach Informationen unserer Zeitung habe der Geschäftsführer ursprünglich die Hälfte des Weihnachtsgeldes streichen wollen, was in Verbindung mit Lohnkürzungen bei den Ärzten dem Krankenhaus eine halbe Million Euro gespart hätte.

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