Delmenhorst Katzen-Kastrationspflicht wird kommen

Delmenhorst. Die Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für im Freien lebende Katzen wird kommen. 'Dann wären wir die dritte Stadt in Deutschland, die so etwas einführt', erklärte Amtstierärztin Dr. Nicolin Niebuhr während der jüngsten Sitzung des Gesundheits-Ausschusses.
17.02.2010, 19:20
Lesedauer: 1 Min
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Von Andreas D. Becker

Delmenhorst. Die Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für im Freien lebende Katzen wird kommen. 'Dann wären wir die dritte Stadt in Deutschland, die so etwas einführt', erklärte Amtstierärztin Dr. Nicolin Niebuhr während der jüngsten Sitzung des Gesundheits-Ausschusses. Paderborn ist diesen Schritt bereits vor zwei Jahren gegangen, Düsseldorf tat es auch.

Allerdings gab es noch keine Beschlussvorlage für den Ausschuss, die Idee zu so einer Verordnung sollte den Politikern erst einmal vorgestellt werden. Doch die ließen durchblicken, dass sie keine Einwände haben. Bei der nächsten Sitzung soll es dann zum entsprechenden Beschluss kommen.

Hintergrund zu diesem Vorstoß ist - wie berichtet - eine zunehmende Anzahl an verwilderten Hauskatzen. Obwohl die meisten Tiere an ein Leben ohne den Menschen nicht gewöhnt sind, kommt es bei einer Verwilderung zu hohen Nachwuchsquoten, was wiederum zu Nahrungsknappheit und auch zur schnelleren Verbreitung von Seuchen führen kann. Zudem werden zum Beispiel Singvögel von diesen Katzen gejagt und deren Bestände so dezimiert.

Bisher kümmern sich nur Tierschützer um die wilden Katzen, kastrieren sie auch. Doch das allein reicht nicht. Um das Problem in den Griff zu kriegen, geht es nun auch freilaufenden Hauskatzen an den Kragen. 'Es gibt ein Rechtsgutachten, das eine Düsseldorfer Anwaltskanzlei erstellt hat, demnach dürfte eine Verordnung keine rechtlichen Konsequenzen nach sich ziehen', sagte die Amtstierärztin. Auf die Besitzer von solchen Hauskatzen sollen durch die Kennzeichnungs- und Kastrationspflicht keine zusätzlichen Kosten zukommen. Allerdings müssten sie damit rechnen, dass sie Strafen zahlen müssen, wenn sie gegen die Verordnung verstoßen - wobei Dr. Nicolin Niebuhr einräumte, dass die Stadt aufgrund fehlender personeller wie finanzieller Ressourcen nicht gezielt kontrollieren kann und wird.

Grünen-Ratsherr Henning Suhrkamp wies darauf hin, dass die Tierschützer die Kastration von wildlebenden Katzen kaum noch allein finanzieren könnten. Doch Zuschüsse von der Stadt sind wegen der chronischen Ebbe in der Kasse keine zu erwarten, wurde auf der Sitzung erklärt. 'Wir wollen Bürger und Geschäftsleute zu diesem Thema informieren, vielleicht kann man auch Spenden sammeln, um so zu helfen', meinte die Tierärztin.

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