Umfangreiches Programm zum Tag des offenen Denkmals / Jüngstes Gebäude nur gut 50 Jahre alt Kirchen, Villa und Brauerei im Mittelpunkt

Wildeshausen. Ein Gebäude, das beim Tag des offenen Denkmals geöffnet ist, muss nicht unbedingt Jahrhunderte alt sein. In Wildeshausen kann am Sonntag, 11.
01.09.2016, 00:00
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Von Antje Rickmeier

Wildeshausen. Ein Gebäude, das beim Tag des offenen Denkmals geöffnet ist, muss nicht unbedingt Jahrhunderte alt sein. In Wildeshausen kann am Sonntag, 11. September, unter anderem die ehemalige Taufkapelle der St.-Peter-Kirche besucht werden. Der Rundbau aus Beton und Glas wurde 1964 fertiggestellt und steht unter Denkmalschutz. „Es ist ein besonderes Gebäude“, sagte Gästeführerin Karola Müller.

Warum, das erschließt sich vor allem im Innern der Kapelle: Dort entfalten die Glasbausteine, die von außen schlicht und schwarz aussehen, ein Farbenspiel in verschiedenen Blautönen. „Das Wort Gottes soll von außen nach innen wirken“, beschrieb Karola Müller die Bedeutung der Bauweise. Bei einer Führung können Besucher Näheres über die frühere Taufkapelle der katholischen Kirchengemeinde erfahren. Um 16.30 Uhr zeigt die Gästeführerin Interessierten außerdem die St.-Peter-Kirche. Das Gebäude aus dem 19. Jahrhundert ist zwar kein Denkmal nach den Kriterien des Denkmalschutzes, hat aber trotzdem Interessantes zu bieten – etwa eine Darstellung des Kreuzwegs. Außerdem besitzt die Kirche eine wechselvolle Geschichte: Wegen Konstruktionsfehlern wurde sie schon kurz nach der Erbauung im Jahr 1810 wieder abgerissen und ab 1821 neu errichtet. 1997 sei dann das Dach eingestürzt, berichtete Karola Müller. In dieser Zeit sei die katholische Gemeinde in der Alexanderkirche untergekommen.

Die Basilika, die als ältestes sakrales Gebäude im Oldenburger Land gilt, steht im Mittelpunkt der Wildeshauser Aktivitäten zum Tag des offenen Denkmals. Das Kirchengebäude ist von 10 bis 18 Uhr für Besucher geöffnet. „Was erhalten wir“, fragen die Kirchenälteste Wiltrud Stanszus und die Gästeführerin Petra Ostermeier in einem Gottesdienst, der um 10 Uhr beginnt. Von 11.30 Uhr an stehen dann mehrere Gästeführerinnen des Verkehrsvereins bereit, um Besucher durch die Alexanderkirche zu führen. Dabei richten sie sich nach den Interessen der Gäste: „Wir fragen immer, ob sie eher an Geschichte oder an Baukunst interessiert sind“, sagte Karola Müller. Auch die Sakristei der Kirche, die sonst nicht für die Öffentlichkeit zugänglich ist, kann besichtigt werden. Die erste Führung durch Sakristei und Kirche übernimmt Küster Wolfgang Jöllenbeck um 11.30 Uhr. Weitere Besuche in der Sakristei werden um 13.30 und 15.30 Uhr angeboten.

Auch über die Orgel gibt es Interessantes zu erfahren. Kantor Ralf Grössler bietet eine „Offene Orgelempore“ an. Die Besucher bekommen Einblicke, die es sonst nicht gibt: „Sie können hinter die Orgel und in die Orgel sehen“, sagte Karola Müller. Über den geplanten Orgelneubau informiert auch der Förderverein, der im Eingangsbereich der Kirche anzutreffen ist. Die Freilegung der Rosette bildet dabei einen Themenschwerpunkt. Zwischen 11.30 und 17 Uhr gibt es außerdem eine Diashow mit dem Thema „Turmaufstieg“. Der Bibelgarten ist ebenfalls geöffnet. Für 16 Uhr ist eine Führung geplant, außerdem stellt die Künstlerin Sigrun Münch in dem kleinen Fachwerkhaus am oberen Ende des Gartens ihre Arbeiten aus. Zum Abschluss des Tags des offenen Denkmals in der Alexanderkirche beginnt um 17.15 Uhr ein Kerzengebet mit Segen.

Aber es geht am Sonntag nicht nur um Sakralbauten: Über die Geschichte der Villa Knagge informiert der Bürger- und Geschichtsverein. Im Remter an der Alexanderkirche präsentieren die Vereinsmitglieder an einem Informationsstand Texte, Bilder und Zeichnungen, die sich mit dem historischen Gebäude an der Ahlhorner Straße beschäftigen. „Wir möchten darauf aufmerksam machen, was für ein Schatz die Villa Knagge ist“, sagte Eva-Maria Ameskamp. Sie sei ein Denkmal, das erhalten werden solle. Außerdem gibt es eine Dokumentation über Gebäude und Plätze in Wildeshausen, die sich in den vergangenen Jahren verändert haben – was nicht zuletzt im Hinblick auf die aktuelle Diskussion um den Marktplatz auch Diskussionen auslösen könnte. Von 11 bis 16 Uhr ist außerdem das „Sonntagscafé“ im Remter geöffnet.

Auch die Privatbrauerei Bannas an der Lohmühle 10 beteiligt sich am Tag des offenen Denkmals. Um 11.30, 13.30 und 15.30 Uhr bietet Braumeister Thomas Bannas Führungen durch das Brauerei-Gebäude an. Dazu gibt es Musik: „Alles nur akustisch“ heißt das Motto von Ludger Jüchter, der mit einem Partner Musikstücke aus vergangenen Jahrzehnten und Jahrhunderten präsentiert. Die Brauerei ist von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Damit das „Herrengedeck“ komplett ist, kann das Brennereimuseum an der Wittekindstraße ebenfalls besucht werden, zwischen 14 und 17 Uhr gibt es auch dort laufend Führungen.

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