Neue Krippengruppe mit 14 Kindern schon fast ausgebucht Kita Rethorn nach Umbau „aus Dornröschenschlaf erwacht“

Ganderkesee-Rethorn. Lange hatten Politik und Verwaltung gestritten, wie die Gemeinde mit der renovierungsbedürftigen alten Schule in Rethorn umgehen sollte, nachdem das Jugendzentrum „Treff“ dort geschlossen worden war. Vom Verkauf bis zu einem Abriss waren alle denkbaren Varianten im Gespräch.
26.09.2014, 00:00
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Von Jochen Brünner

Lange hatten Politik und Verwaltung gestritten, wie die Gemeinde mit der renovierungsbedürftigen alten Schule in Rethorn umgehen sollte, nachdem das Jugendzentrum „Treff“ dort geschlossen worden war. Vom Verkauf bis zu einem Abriss waren alle denkbaren Varianten im Gespräch. Nach großem Engagement der Rethorner Eltern entschloss sich der Gemeinderat letztlich dazu, das Gebäude zu erhalten und dort einen Kindergarten und eine neue Kinderkrippe einzurichten. Inzwischen sind nicht nur die Kindergartenkinder von ihrem Ausweichquartier in Schierbrok zurückgezogen an den Hohenkamp, auch die neue Krippengruppe hat ihre Arbeit aufgenommen. Und Kita-Leiterin Karin Strudthoff ist glücklich über die neuen Arbeitsbedingungen: „Das Haus ist aus seinem Dornröschenschlaf erwacht“, fühlt sie sich fast wie im Märchen.

Die Skeptiker in den politischen Gremien, die während der Debatte jeglichen Bedarf für eine Krippe in Rethorn anzweifelten, müssen sich schon mal eines Besseren belehren lassen: Zum Start des Krippenjahres am 25. August waren 14 der 15 zur Verfügung stehenden Plätze belegt. Dass Krippenplätze nach wie vor ein knappes Gut in der Gemeinde Ganderkesee sind, zeigt dabei die Tatsache, dass die Krippenkinder in Rethorn keineswegs nur aus den umliegenden Ortsteilen kommen, sondern etwa auch aus dem Kernort Ganderkesee oder sogar aus Hoyerswege. Die Kindergartengruppe ist gegenwärtig mit 17 Kindern ebenfalls gut gefüllt, wobei es bei der auf 25 Plätze ausgelegten Gruppe noch Kapazitäten gibt.

Von der alten Ausstattung ist lediglich das Fresko an der Wand im Obergeschoss erhalten geblieben. Ansonsten wurde unter anderem die komplette Hausinstallation erneuert. Insgesamt 650 000 Euro hat die Gemeinde in die Renovierung des ehemaligen Jugendzentrums gesteckt. Für die Krippe gab es Zuschüsse vom Landkreis (64 500 Euro) und vom Land (115 500 Euro), den Umbau des Kindergartens, der allein 200 000 Euro gekostet hat, musste die Gemeinde allein stemmen. Lediglich die Außenanlagen sind gegenwärtig noch nicht ganz fertiggestellt, aber auch das soll nach den Worten von Fachdienstleiterin Karen Becker bis Ende kommender Woche passiert sein. Dann fehle nur noch ein Spielgerät, das jedoch noch Lieferzeiten habe.

Auch die zwischenzeitliche Unterbringung der Kinder im Bewegungsraum in Schierbrok habe sich als unproblematisch erwiesen, berichtete Strudthoff: „Der milde Winter hat uns da geholfen. So konnten wir häufig nach draußen gehen.“

Zwar erreicht die Gemeinde Ganderkesee unter Berücksichtigung der Tagespflegeplätze die 35-Prozent-Marke, doch sieht Becker kurzfristigen Bedarf für mindestens eine weitere Krippengruppe im Kernort Ganderkesee. „Uns geht es nicht um Quoten, sondern wir haben die Absicht, den tatsächlichen Bedarf zu decken“, sagte die Fachdienstleiterin. Dabei sei augenfällig, dass die Nachfrage im Kernort größer sei als in den Außenbezirken.

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