Gästehaus für Krankenhaus im Visier Klinikum Delmenhorst plant Neubau

Delmenhorst. Die Krankenhäuser der Stadt machen sich fit für die Zukunft: Nicht nur das St. Josef-Stift baut derzeit für rund zehn Millionen Euro ein Gesundheitszentrum - auch am Klinikum Delmenhorst laufen die Planungen für einen Neubau auf Hochtouren. Mitte 2012 soll er stehen.
08.02.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Alexander Schmolke

Delmenhorst. Die Krankenhäuser der Stadt machen sich fit für die Zukunft: Nicht nur das St. Josef-Stift baut derzeit für rund zehn Millionen Euro ein Gesundheitszentrum - auch am Klinikum Delmenhorst laufen die Planungen für einen Neubau auf Hochtouren. Mitte 2012 soll er stehen und nach Angaben von Geschäftsführer Peter Stremmel das Krankenhaus in fachlicher Hinsicht sowie in puncto Familienfreundlichkeit aufwerten. Und vielleicht bekommt das Klinikum als Folge auch ein eigenes Gästehaus.

"Über dieses Gästehaus wurde in der Stadt ja bereits öffentlich diskutiert", sagt Krankenhaus-Sprecherin Mandy Lange, die sich darüber ein bisschen gewundert hat. "Unsere Prioritäten liegen eindeutig woanders, das Gästehaus ist eher eine Zukunftsvision." Wer bei den Plänen des Klinikums in erster Linie über das Gästehaus spreche, zäume das Pferd von hinten auf.

Vier Etagen, 2400 Quadratmeter

Dann also zunächst zum Neubau: Vier Etagen soll er haben, jede davon rund 600 Quadratmeter groß. Die Baukosten wird ein Investor (mit dem Stremmel in diesen Tagen entscheidende Gespräche führt) übernehmen - das Klinikum würde das Gebäude dann mieten. Über das Aussehen hat man sich bereits Gedanken gemacht: Da Teile des Klinikums, entworfen vom Architekten Fritz Höger, unter Denkmalschutz stehen, müsse ein Neubau optisch passen: "Wir werden hier also sicher keinen tristen Betonklotz hinstellen", so Lange.

In dem Neubau sollen mehrere Krankenhaus-Einrichtungen ein neues Quartier finden. Zum Beispiel die Cafeteria. "Aus Patientenrückmeldungen wissen wir, dass unsere jetzige Cafeteria nicht optimal zugänglich ist, da müssen wir uns verbessern", erläutert Lange. Dann ist eine "Krabbelgruppe" geplant, in der die Mitarbeiter ihren Nachwuchs tagsüber betreuen lassen können. "Das soll Ärztinnen und Pflegerinnen den Wiedereinstieg in den Beruf nach einer Geburt erleichtern", sagt Stremmel. Zudem sei eine funktionierende Kinderbetreuung wichtig, um neues Fachpersonal ans Klinikum zu locken.

Darüber hinaus wird der Neubau ambulante Operationssäle, eine Wahlleistungsstation sowie weitere Fachpraxen beheimaten - beziehungsweise den Praxisinhabern, die schon auf dem Klinikum-Gelände ansässig sind, die Möglichkeit eines Umzugs in modernere Räume bieten. So auch Dr. E. T. Rutayungwa und Dr. Anja Mentzel - und das ist der Anknüpfungspunkt zum Thema Gästehaus. Denn deren Nephrologische Praxis und Dialysezentrum befindet sich zurzeit in dem Gebäude, in dem künftig Gäste nächtigen könnten.

Der Bedarf für ein Gästehaus ist vorhanden, meint Stremmel: "In der Urologie und der Thoraxchirurgie haben wir viele Patienten von außerhalb", sagt der Geschäftsführer. "Deren Angehörige könnten in einem Gästehaus übernachten - und damit nur ein paar Schritte von ihren Partnern entfernt." Ein nicht zu unterschätzender Aspekt: Schließlich komme es bei Krankenhaus-Patienten, insbesondere jenen auf der Intensivstation, leider manchmal auf Minuten an. "Eine Anfahrt aus einem Hotel in der Innenstadt kann da schon die entscheidenden Momente zu lange dauern", so Lange. Dass ein Gästehaus eine Konkurrenz zu Delmenhorsts Hotels darstellen könnte, weist Stremmel zurück: "Das würde ja kein Vier-Sterne-Haus, sondern eine pragmatische Übernachtungsmöglichkeit, wie sie im Übrigen viele moderne Krankenhäuser heute bieten."

Dass dort vielleicht auch, wie bereits diskutiert wurde, Gäste des benachbarten Hanse-Wissenschaftskolleg schlafen können, sei laut Lange vorstellbar - aber sicher nicht das entscheidende Argument für ein Gästehaus. Zur Anzahl der möglichen Zimmer oder Betten in dem Haus kann das Klinikum keine Angaben machen, über diese Details habe man sich noch keine Gedanken gemacht. Dazu bleibt auch noch Zeit: Wirklichkeit wird die Zukunftsvision nicht vor 2013 oder 2014.

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