Verein erarbeitet Konzept und hofft auf Unterstützung aus der Politik Kloster-Gelände soll zum Museum werden

Hude. Auf dem Klostergelände in Hude könnte ein Museum entstehen – mit der Ruine als größtem Einzelexponat. Der Vorstand der Freunde des Klosters Hude hat ein Konzept vorgelegt, mit dem die Anlage erhalten und aufgewertet werden soll.
14.01.2017, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von antje rickmeier

Hude. Auf dem Klostergelände in Hude könnte ein Museum entstehen – mit der Ruine als größtem Einzelexponat. Der Vorstand der Freunde des Klosters Hude hat ein Konzept vorgelegt, mit dem die Anlage erhalten und aufgewertet werden soll. Die Klosterfreunde hoffen auf Unterstützung aus der Politik: Ihre Ideen stellten sie kürzlich Christian Dürr, FDP-Fraktionsvorsitzender im Niedersächsischen Landtag, sowie Mitgliedern der FDP und der Freien Wähler aus dem Kreistag und dem Huder Rat vor.

Nach den Plänen des Vereins könnten die Ruine und die historischen Gebäude in Hude zu einem Landkreis-Museum werden. Die Idee entstand nach Angaben des stellvertretenden Vorsitzenden Klaus Rademacher im Gespräch mit Vertretern der Oldenburgischen Landschaft. „Es gibt kein vergleichbares Museum im Landkreis Oldenburg“, gibt er die Einschätzung wieder. „Denken Sie nicht zu klein“, habe man den Klosterfreunden geraten.

Im vergangenen Oktober hatte der Verein eine umfangreiche Bestandsaufnahme für das Klosterareal vorgelegt (wir berichteten). Daraus geht hervor, dass die Ruine dringend saniert und für die Zukunft gesichert werden müsste. Seit der Vorstellung der Ergebnisse im November hat sich einiges getan: Die Klosterfreunde haben Gespräche mit Vertretern der Denkmalpflege und Huder Ratsmitgliedern geführt. „Wir sind überall offene Türen eingerannt“, sagt der Architektur-Professor Rademacher. Anfang März sollen Fachleute vom Monumentendienst die Klosterruine untersuchen und den Sanierungsumfang ermitteln.

Wenn das Kloster-Gelände zum offiziellen Museum des Landkreises Oldenburg oder des Landes würde, könnten aus Sicht der Klosterfreunde viele Probleme gelöst werden. Etwa die Frage der Zugänglichkeit: Der Verein und Greta von Witzleben als Besitzerin des Areals wollen verhindern, dass die Ruine weiterhin von „Fremdnutzern“ wie Fassadenkletterern oder Picknick-Runden mit Baustellenradios besucht wird. Dafür möchten sie den Eingang zur Ruine in den Klostersaal verlegen und Eintrittsgeld erheben. Der Saal, der schon jetzt eine Sammlung zur Klostergeschichte beherbergt, soll zur „Informationszentrale“ werden. Besucher sollen dort unter anderem etwas über die Bedeutung des Klosters und den Einfluss der Zisterzienser-Mönche in der Region erfahren. Die Vereinsmitglieder machen deutlich, dass viel zu wenig über das Kloster als „Baudenkmal von nationaler und kultureller Bedeutung“ bekannt sei. Auch der Landschaftspark und die anderen historischen Gebäude sollen in die „Museums-Landschaft“ einbezogen werden. Besonderheiten wie die Ziegelhöfe, die derzeit nicht zu sehen sind, könnten gezeigt werden. Ideal wäre aus Sicht der Akteure ein Rundweg über das Gelände. „Wir könnten ein kleines, zweites Museumsdorf Cloppenburg machen“, meint von Witzleben. „Wir haben die Gebäude.“ Besucher gäbe es genug: Laut Rademacher besuchten 2015 rund 50000 Menschen das Klosterareal und gaben rund 4,4 Millionen Euro aus.

Dürr bestätigt, dass viele Menschen aus der Region die kulturhistorische Bedeutung der Anlage nicht kennen. Als Laie sehe man Steine, nicht die Bedeutung der Klosterruine, sagte der Landespolitiker aus Ganderkesee. Eine Wertschätzung sei erst möglich, wenn das Kloster richtig eingeordnet werde. Die Idee eines Landkreis-Museums sei charmant, möglicherweise sei aber auch eine Verbindung mit dem Landesmuseum in Oldenburg denkbar, sagt Dürr. „Der kulturhistorische Wert ist in der Bedeutung eher auf Landesebene anzusehen“, meinte er. Dürr will ein Gespräch mit dem Ministerium für Wissenschaft und Kultur führen. Und auch Marion Daniel, Sprecherin der Gruppe FDP und Freie Wähler im Kreistag, sagte zu, das Projekt auf Kreisebene anzustoßen.

Der Vorstand der Klosterfreunde hat bereits viel Arbeit in das Vorhaben gesteckt. Erste Ideen für ein Gesamt-Museumskonzept seien zusammengetragen worden, sagt Rademacher. Um die Bedeutung des Huder Klosters deutlich zu machen, müssten auch viele unterschiedliche Quellen zusammengeführt werden. Ein museumspädagogisches Konzept soll ebenfalls entwickelt werden. Es müsse Angebote geben, um das Klosterleben für Kinder erlebbar zu machen. Außerdem wollen die Klosterfreunde das Areal insgesamt aufwerten. Geplant sind ein Themenspielplatz, eine Terrasse für die Besucher der Klostermühle und eine einheitliche Beschilderung. Rademacher hat das Gesamtvorhaben in viele einzelne Teilprojekte zerlegt, denn der Verein will Fördergeld aus dem Programm Leader beantragen. Die Teilprojekte könnten auch einzeln umgesetzt werden, erläutert er.

Kleine Dinge sind seit Bekanntwerden der Probleme bereits geschehen: Die Beleuchtung der Ruine müsse nicht länger vom Verein bezahlt werden, sondern sei jetzt an die Straßenbeleuchtung angeschlossen, hieß es. Außerdem hat die Gemeinde ein Informationsblatt für die zahlreichen Hochzeitspaare aufgelegt, die sich in der Mühle trauen lassen und die Ruine als Fotokulisse nutzen. Sie werden um eine Spende für die Klosterfreunde gebeten.

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