Die Linke in Ganderkesee

Kowitz startet politisch durch

Andreas Kowitz, ehemaliger Sozialdemokrat, hat seinen politischen Winterschlaf beendet und ist der Linken beigetreten. Sein Ziel ist es unter anderem, in Ganderkesee einen Ortsverband zu gründen.
31.01.2018, 16:37
Lesedauer: 2 Min
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Kowitz startet politisch durch
Von Jochen Brünner
Kowitz startet politisch durch

Vier Jahre war Andreas Kowitz (vorn) politisch komplett abgetaucht, jetzt unterstützt der ehemalige SPD-Ortsvereinsvorsitzende die Partei Die Linke. Über den prominenten Neuzugang freuen sich auch Ratsfrau Susanne Steffgen (Mitte) und Kreisverbandssprecherin Kreszentia Flauger.

INGO MOELLERS

Ganderkesee. Vier Jahre lang war Andreas Kowitz politisch komplett abgetaucht. Nachdem er 2011 als Vorsitzender des SPD-Ortsvereins zurückgetreten war, trat er 2013 auch aus der Partei aus, der er zuvor 24 Jahre lang angehört hatte. Der Grund damals: die Entscheidung der SPD, im Bundestag eine große Koalition mit der CDU zu bilden. Die aktuellen Groko-Diskussionen sind nun auch ein Grund dafür gewesen, dass Kowitz seinen politischen „Winterschlaf“ beendet und bei den Linken „eine neue Heimat“ gefunden hat.

„Die Linke ist die einzige Partei in Deutschland, die gegen Waffenexporte und Kriegseinsätze der Bundeswehr im Ausland stimmt“, begründete Kowitz seine politische Neuausrichtung. „Während Gerhard Schröder immer rechter geworden ist, bin ich immer linker geworden“, meinte er. Mit seinen Erfahrungen will er sich nun für mehr soziale Gerechtigkeit in der Gemeinde Ganderkesee einsetzen. Bei der nächsten Kommunalwahl (2021) will er zudem wieder für den Gemeinderat und den Kreistag kandidieren. Auch Kreszentia Flauger, Sprecherin des Kreisverbandes, freut sich über den prominenten Neuzugang: „Für uns ist das ein Kompetenzzuwachs. Andreas Kowitz bringt Erfahrungen mit, die wir gut gebrauchen können.“

Bis dahin will der Neu-Linke aber erst einmal Ratsfrau Susanne Steffgen unterstützen: Die werde als fraktionslose Einzelkämpferin nämlich nicht zu den interfraktionellen Gesprächen eingeladen und auch nicht über deren Ergebnisse informiert. Flauger hält das für „kommunalverfassungsrechtlich unzulässig“. Als Mitglied des Wildeshauser Rates werde sie auch zu den entsprechenden Runden eingeladen, betonte sie.

Mittelfristig strebt die Partei an, einen eigenen Ortsverband in Ganderkesee zu gründen. Dazu seien laut Kowitz etwa zehn bis zwölf aktive Mitglieder nötig, bislang gebe es in der Gemeinde aber erst fünf. Deswegen lädt die Partei alle Interessierten am Dienstag, 6. Februar, um 19 Uhr zu einer Versammlung in die Gaststätte Oldenburger Hof ein. Künftig soll das öffentliche Treffen dann regelmäßig ein- oder zweimal im Monat stattfinden. Ratsfrau Susanne Steffgen möchte überdies erreichen, dass Sitzungsvorlagen für die Ausschüsse früher öffentlich gemacht werden. So sollen Bürgerinnen und Bürger zeitgleich mit den Ratsmitgliedern zwei Wochen vor der Sitzung Einsicht nehmen können, um sich vorzubereiten. Bislang sind die Unterlagen erst einen Tag vor der Sitzung einsehbar.

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