Lichterfest Delmenhorst Künftig nicht mehr im Rathaus

Delmenhorst. Es gehört seit vielen Jahren zum Weihnachtsmarkt wie der Glühweinstand: das Lichterfest im Rathaus, das jedes Mal tausende Besucher anzieht. Damit ist es jetzt vorbei, wie die Verwaltung entscheiden musste.
05.03.2010, 04:31
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Künftig nicht mehr im Rathaus
Von Kai Purschke

Delmenhorst. Es gehört seit vielen Jahren zum Weihnachtsmarkt wie der Glühweinstand: das Lichterfest im Rathaus, das jedes Mal tausende Besucher anzieht. Damit ist es jetzt vorbei, wie die Verwaltung laut Erster Stadtrat Gerd Linderkamp entschieden hat beziehungsweise entscheiden musste. Denn nach Informationen unserer Zeitung hatte die Feuerwehr wegen des Brandschutzes Bedenken geäußert.

'Das Lichterfest gibt es seit 18 Jahren, es ist immer toll besucht. Wir haben versucht es zu retten und geprüft, wie es im Rathaus gehen könnte', erklärte Linderkamp gestern beim Pressegespräch. Aber selbst wenn man die Stände auf den Fluren so anordne, dass ein 1,50 Meter breiter Fluchtweg bliebe, sei dieser ja nicht wirklich frei, schilderte der Verwaltungsmann. 'Die vielen Besucher sind ja auch noch da.' Im vergangenen Jahr habe es ein kleines technisches Problem gegeben, da sei die Sachlage aufgefallen. Was genau passiert sein soll, erklärte Linderkamp nicht. Aber: 'Uns ist es zu heiß geworden'. Was die Konsequenz ist, machte Linderkamp deutlich: 'Das Lichterfest muss an einem anderen Ort veranstaltet werden.' Das Stadtmarketing suche nun Alternativen, aber dazu könne er nichts sagen, erklärte der Erste Stadtrat. Und: 'Die Sicherheit geht vor.'

Ein Auge zugedrückt?

Dafür, dass die Stadtmarketing GmbH trotz der schon lange bestehenden Brandschutzbestimmungen die renommierte Veranstaltung im Rathaus über die Jahre anbieten durfte, muss die Verwaltung entweder ein Auge zugedrückt oder nicht aufgepasst haben. Eben so lange bis zu jenem Vorfall beim vergangenen Lichterfest, auf den die Feuerwehr offenbar mit einer Stellungnahme reagiert hatte. Lichterfest bedeutet, dass auf den Tischen der Aussteller Kerzen, Tee- und Windlichter brennen, während Stoffe, Strohbasteleien und Holz gleich nebenan liegen. Ein Risiko ist demnach nicht von der Hand zu weisen. Wegen seiner großen Beliebtheit wurde das Fest mitunter sogar auf zwei Tage ausgedehnt.

'Ein Lichterfest ohne Rathaus ist nicht dasselbe', sagte Birgit Lohstroh, Geschäftsführerin des Stadtmarketings, gestern auf Nachfrage. Sie zeigte sich überrascht, dass die Entscheidung gefallen sei, zumal 'das Lichterfest eng mit dem Rathaus verknüpft ist und sein Image pflegt'. Sie fragt sich, ob die Umsetzung der Brandschutzbestimmungen jetzt auch für andere Veranstaltungen wie Ausstellungen gelte. Von einem technischen Problem, das es beim jüngsten Lichterfest gegeben haben soll, sei ihr nichts bekannt. Lohstroh: 'Man kann das Fest nicht einfach in eine Halle verlegen, es gehört zum Weihnachtsmarkt, der vor der Tür stattfindet.'

Da ihr zumindest die Überlegungen, die winterliche Veranstaltung aus dem Verwaltungssitz zu verbannen, nicht unbekannt seien, habe sie sich Gedanken über einen Alternativstandort gemacht. Welchen sie ins Auge gefasst hat, wollte sie aber noch nicht verraten. 'Nicht, bevor das abgeklärt ist.' Laut Lohstroh hatte sie auf eine Entscheidung der Verwaltung gedrängt, denn die Aussteller müssten rechtzeitig informiert werden. Finde sich kein Standort, könne das Lichterfest auch ausfallen.

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