Überfall auf Delmenhorster Juweiliergeschäft Landgericht bestätigt Urteile aus erster Instanz

Delmenhorst. Mit der Bestätigung der erstinstanzlichen Urteile ist gestern die Berufungsverhandlung um den Überfall auf ein Juweliergeschäft in der Bahnhofstraße in Delmenhorst vom 28. Mai 2008 zu Ende gegangen.
16.03.2010, 05:22
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Von Helmuth Riewe

Delmenhorst. Mit der Bestätigung der erstinstanzlichen Urteile ist gestern die Berufungsverhandlung um den Überfall auf ein Juweliergeschäft in der Bahnhofstraße in Delmenhorst vom 28. Mai 2008 zu Ende gegangen.

Damals hatte sich ein 20-Jähriger in dem Ladengeschäft zahlreiche Goldketten zeigen lassen und war dann mit Schmuck im Werte von weit über 10000 Euro geflohen. Wie sich später herausstellte, war der 20-Jährige von zwei anderen jungen Männern durch Drohung und Schläge zu dieser Tat erpresst worden. Der Schmuck war später wieder aufgetaucht.

Die beiden stark vorbelasteten Haupttäter hatten für ihre Erpressung vom Delmenhorster Jugendschöffengericht jeweils Jugendstrafen von 18 Monaten ohne Bewährung erhalten. Bei einem der Männer hatte diese Strafe um eine Vorverurteilung von elf Monaten auf zwei Jahren und fünf Monate aufgestockt werden müssen. Da alle drei Verteidiger für ihre Mandanten in erster Instanz Freisprüche beantragt hatten, war mit dem Gang in die Berufung gerechnet worden.

Ein Täter erschien gar nicht erst

Gestern war einer der beiden wegen Erpressung verurteilten Täter erst gar nicht bei Gericht erschienen, sodass schon aus formalen Gründen seine Berufung verworfen werden musste. Nach einigen rechtlichen Erörterungen war auch bei dem zweiten Erpresser klar, dass er mit einer Verkürzung der erstinstanzlichen Strafe nicht würde rechnen können. Tatsächlich bestätigte das Gericht mit seinem Urteil dann den Spruch des Schöffengerichts.

Auch das eigentliche Opfer der Erpressung konnte sich mit seiner Ansicht nicht durchsetzen, für die erzwungene Tat womöglich straffrei ausgehen zu können. Nachdem bereits die Delmenhorster Richter deutlich gemacht hatten, dass der 20-Jährige im Juweliergeschäft sich in seiner Not hätte offenbaren können, schlossen sich die Berufungsrichter dieser Sichtweise an. Zu einem Urteil kam es nicht mehr. Vielmehr nahm der Verteidiger den Berufungsantrag zurück.

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