Gemeindeelternrat Ganderkesee

Langner wünscht sich Stabilität

„Mehr Stabilität in der Bildungspolitik“ wünscht sich Thomas Langner. Die Vertreter der Ganderkeseer Schulen haben den 45-Jährigen zum neuen Vorsitzenden des Ganderkeseer Gemeindeelternrates gewählt.
08.12.2014, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Langner wünscht sich Stabilität
Von Jochen Brünner
Langner wünscht sich Stabilität

Thomas Langner ist neuer Vorsitzender des Gemeindeelternrates der Ganderkeseer Schulen – und will es lange bleiben.

Ingo Moellers

Die Vertreter der Ganderkeseer Schulen haben Ende November Thomas Langner – Schulelternratsvertreter der Grundschule Dürerstraße – zum neuen Vorsitzenden des Ganderkeseer Gemeindeelternrates gewählt. Langner übernimmt den Vorsitz von Sven Jochims, der seit 2007 Vorsitzender des Gremiums war. Mit Blick auf die vor ihm liegenden Aufgaben hofft der neue Vorsitzende unter anderem auf „mehr Stabilität in der Bildungspolitik“.

Thomas Langner kennt sich aus mit Gremienarbeit. Von 2009 bis 2013 war er Vorsitzender des Gemeindeelternrates der Ganderkeseer Kindertagesstätten. Jetzt setzt der Vater einer Grundschülerin und eines Oberschülers seine Arbeit im Schulbereich fort. „Das ist eine Tätigkeit, die Spaß macht, die konstruktiv ist, und bei der man viel für die Eltern tun kann“, nennt Langner drei wichtige Gründe, die ihn dazu bewogen haben, für das neue Amt zu kandidieren. Auch wenn der 45-Jährige, der zudem dem Elternrat der Grundschule Dürerstraße angehört, zunächst für zwei Jahre gewählt ist, sieht er sein Engagement langfristig angelegt. „Aus meiner Erfahrung in der Kindergartenarbeit weiß ich, dass man viele Themen nicht in einer einzigen Wahlperiode erledigen oder abarbeiten kann. Deshalb möchte ich dieses Amt möglichst lange ausüben“, kündigt er an.

Als größte Herausforderung in der Schulpolitik in den kommenden Jahren sieht er den Bereich der Inklusion. „Es ist ein schwieriges Feld, alle Kinder mitzunehmen“, sagt Langner. Zwar seien die Grundschulen in Ganderkesee (insbesondere die an der Dürerstraße) hier schon gut aufgestellt, doch in den weiterführenden Schulen existiere die Inklusion bislang nur in der Theorie. Gleichwohl hält er auch den Erhalt der Förderschulen für wichtig: „Weil es immer Schüler geben wird, die in einer Regelschule keine Chance haben werden.“ Als Beispiel nennt er in diesem Zusammenhang etwa Kinder aus Flüchtlingsfamilien, die kein Deutsch können und in einer Sprachförderklasse zunächst an das deutsche Bildungssystem herangeführt werden könnten.

Weniger glücklich ist Langner, der die Grundschule Schierbrok und später die Realschule Bookholzberg absolviert hat, mit dem gegenwärtigen Hin und Her in der Bildungspolitik: „Ich halte es für ganz wichtig, dass wir endlich mal eine Stabilität herstellen und nicht alle fünf Jahre wieder alles in Frage stellen. Wir müssen auch mal zu den Reformen stehen – von der Grundschule bis zum Abitur“, fordert er. Gleichwohl dürfe die Frage, welches Etikett auf einer Schule klebe, aber auch nicht überbewertet werden: „Die Schulformen haben sich in den vergangenen Jahren zwar immer wieder verändert, aber so lange die Qualität des Stoffes gewahrt bleibt, kriegen die Schüler davon gar nicht so viel mit“, ist er überzeugt.

Im Bereich der Grundschulen sei gerade auch die Einführung der Eingangsstufe in den vergangenen Jahren ein heikles Thema gewesen. „Aber sie ist sehr positiv aufgenommen worden. Die Kinder profitieren davon, aber es ist natürlich auch wichtig, Lehrer zu haben, die mit Herzblut dabei sind“, resümiert der neue Vorsitzende des Gemeindeelternrates. Zudem gebe es mit dem Ganderkeseer Schulverbund eine institutionalisierte und beispielhafte Kooperation zwischen den einzelnen Schulen.

Aus seiner Zeit als Elternratsvorsitzender der Kindertagesstätten erinnert sich Langner noch gut an die Appelle, den demografischen Wandel und den Rückgang der Geburtenzahlen nicht dazu zu nutzen, Einrichtungen zu schließen, sondern lieber die Gruppen zu verkleinern. Inzwischen habe er gelernt, dass diese Diskussion eher theoretisch gewesen sei, da es auf absehbare Zeit keinen spürbaren Rückgang an Kindern in der Gemeinde geben werde. Sinkende Geburtenraten würden durch Zuzüge und neue Wohngebiete mehr als ausgeglichen. Dies zeige nicht zuletzt die gegenwärtige Notwendigkeit, immer noch neue Krippen- und Kindergartenplätze zu schaffen.

Im Vergleich zu seiner eigenen Schulzeit sieht Langner, dass sich das Klima in den Klassen deutlich zum Positiven verändert: „Früher gab es viel mehr Frontalunterricht. Heute werden die Kinder viel mehr mitgenommen und zu selbstständigem Lernen erzogen. Sie werden mehr gefördert und mehr gefordert“, sagt er.

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