Burginsel-Festival in Delmenhorst

Maffay schägt Collins knapp

Zwei hochkarätige Coverbands haben rund 2800 Besucher beim Burginsel-Festival in Delmenhorst erlebt. Standen am Freitag Songs von Phil Collins und Genesis im Fokus, rockten am Sonnabend Maffay pur die Bühne.
25.08.2019, 17:04
Lesedauer: 2 Min
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Von Alexandra Wolff
Maffay schägt Collins knapp

True-Collins-Sänger Tom Ludwig hat auch optisch eine beeindruckende Ähnlichkeit mit seinem Idol.

INGO MöLLERS

„Was habt ihr denn hier für ein tolles Gelände!“ Spätestens mit diesem Lob für die Burginsel hatte Sänger Tom Ludwig die gut 1400 Delmenhorster auf seiner Seite. Sie alle feierten am Freitag das Konzert seiner Phil-Collins- und Genesis-Tribute-Band „True Collins“ während des Burginsel-Festivals. Genauso viele Menschen sind am Sonnabend gekommen, um die Band „Maffay pur“ zu sehen.

Aber schon mit Genesis‘ „Mama, can't you feel my heart?“ und Phil Conllins‘ „Don't you lose my number“ hatte die fünfköpfige Besetzung die Zuhörer in den Bann gezogen. Zumal schon zum zweiten Lied die „Brass Connection“ mit Trompete, Flügelhorn und Saxophon die Musiker begleitete.

Eine „Jubel-Umfrage“ des Sängers ergab, dass auf den Klappstühlen vor der Bühne tatsächlich mehr Genesis- als Phil-Collins-Fans saßen. Vor der zweiten Pause gab es noch eine Überraschung für Publikum und Band: Der Frontman kündigte ein Lied an, das weder von Collins noch von Genesis ist, sondern von Peter Gabriel: „Solsbury Hill“. Obwohl der Jubel bei dieser Ankündigung noch lauter wurde, war Ludwig nicht zufrieden: „Das klang ja jetzt mehr nach Mitleid. Also noch mal: Jetzt kommt ein Lied von Peter Gabriel.“ Die Stimmung stieg noch mehr und alle sangen bei „My heart is going boom boom boom“ fleißig mit. Eine durchaus gelungene Coverversion – auch wenn man konstatieren muss, dass Ludwigs Stimme so sehr nach Phil Collins klingt, dass sich auch diese Version von „Solsbury Hill“ so anhörte, als würde Collins Karaoke singen.

Was der Qualität der Band keinen Abbruch tut: „True Collins“ bezeichnet ihre Konzerte selbst als „Europas größte und originalgetreueste Phil-Collins-Show“ und auch die Presse kann einer Cover-Band kein größeres Kompliment machen, als zu schreiben, dass der Sänger nicht nur akustisch, sondern auch optisch seinem Original recht nahe kommt. So hat nämlich auch Ludwig eine Glatze wie sein Vorbild. Auch wenn er eher so aussieht, wie der große Sänger, Schlagzeuger und Schauspieler vor zwölf Jahren, also vor dessen Alkoholsucht, die ihn fast das Leben gekostet hatte. Und natürlich tanzte er zu „I can’t dance“ auch genauso wie die Band in dem Video, auch wenn das „uh-huh“ nach „A perfect body with a perfect face“ nicht so schön lasziv rüberkam wie beim Original.

Weitere Hits waren beispielsweise Phil Collins‘ „One more night“, am Ende mit Saxophon-Solo. Genesis‘ „Follow me follow you“, das Ludwig als „große Stunde“ für den Gitarristen Ralf Oehmichen ankündigte: „Es reichen nur wenige Takte, dann erkannt man schon das Lied.“ Und natürlich durfte auch nicht ein Lied aus Phil Collins‘ erstem Solo-Album „Face Value“ nicht fehlen. „Wir entführen euch jetzt in das Jahr 1981“, kündigte Ludwig „I missed again“ mit dem charakteristischen Saxophon-Solo an.

Am Sonnabend ging es dann mit der Peter-Maffay-Cover-Band „Maffay pur“ weiter. „Beide Konzerte wiegen etwa gleich auf“, sagte Swantje Oehler vom Kommunikationsmanagement der veranstaltenden Delmenhorster Wirtschaftsförderungsgesellschaft nach dem Konzert. „Wobei man sagen muss, dass der Sonnabend ganz knapp gewonnen hat.“ Sie hat sich sehr über das herrliche Wetter, die tollen Besucher und die gute Stimmung bei den Konzerten gefreut.

„Beide Bands waren ausgesprochen originalgetreu“, ist ihr noch aufgefallen. „‚Maffay pur‘ war so nah am Original, dass man manchmal nicht wusste, ob nicht tatsächlich Peter Maffay auf der Bühne stehen würde. Sie haben viel zu ihren Songs erzählt, wie sie entstanden sind und was zu der Zeit passiert ist. Sie haben es zum Ende des Konzerts auch geschafft, dass zu dem Lied ‚Du‘ wirklich alle aufgestanden sind und sich in den Armen lagen“, freute sich die Konzertmanagerin über zwei gelungene Abende.

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