Vier Investoren schultern das ehrgeizige Projekt Markthalle: Bald Start des Umbaus

Delmenhorst. Erst tat sich ganz lange gar nichts, dann wurde eine Notlösung vorgestellt und nun soll alles ganz schnell gehen: Vier Investoren stehen bereit, um die Markthallensanierung sowie -ausbau und deren späteren Betrieb zu realisieren.
07.05.2010, 05:00
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Markthalle: Bald Start des Umbaus
Von Kai Purschke

Delmenhorst. Erst tat sich ganz lange gar nichts, dann wurde eine Notlösung vorgestellt und nun soll alles ganz schnell gehen: Vier Investoren stehen bereit, um die Markthallensanierung sowie -ausbau und deren späteren Betrieb zu realisieren. Das sagte Geschäftsmann Dirk Schulte Strathaus am Donnerstag auf Nachfrage, er und Architekt Günter Feith sowie zwei Menschen, deren Namen noch geheim bleiben sollen, wollen das ehrgeizige Projekt schultern.

'Das wurde auch langsam Zeit', sagte Schulte Strathaus und spielte damit auf die lange Vorlaufzeit an, die die Gründung der Kommanditgesellschaft (KG) nun hat. Mehr als anderthalb Jahre hatten er und Feith nach insgesamt 14 Geldgebern gesucht, die je 60.000 Euro beisteuern. Die Stadt gibt 500.000 Euro dazu, das Land 400.000 Euro. Nun bringt das Quartett die Summe alleine auf, um Feiths Konzept und den Willen des Stadtrats umzusetzen: die Markthalle soll wieder eine Markthalle werden. Mit Verkaufsständen im Innern und einem Anbau, in dem ein Gastronom Gäste drinnen und draußen - auch eine überdachte Terrasse am Wasser soll es geben - bewirtschaften kann.

In der jüngsten Sitzung des Verwaltungsausschusses hatte Oberbürgermeister Patrick de La Lanne von dem neuen Betreibermodell berichtet, er betonte gestern auf Nachfrage aber die Vertraulichkeit des Vorhabens. Nach Informationen unserer Zeitung sollen die Stadtwerke Delmenhorst - die zwischenzeitlich als Geldgeber in Frage kamen - nun außen vor sein. Stattdessen setzte man offenbar auf die Zusammenarbeit mit der Raiffeisen-Volksbank Delmenhorst-Schierbrok eG, die die Kredite für die Investoren gewähren soll.

'Da weiß ich nichts von', sagte Schulte Strathaus dazu. Volksbank-Vorstand Wolfgang Etrich erklärte gegenüber unserer Zeitung, dass es 'noch nichts Konkretes' gebe. Aber: 'Sobald ein tragfähiges Konzept vorliegt, sind wir gerne Partner.' Die Bank warte auf die Konkretisierung, habe aber im Allgemeinen ein hohes Interesse solche Vorhaben zu begleiten, erzählte Etrich. Er sagte auch: 'Ich halte das Feith-Konzept für absolut schlüssig.' Die Innenstadt würde belebt.

Bewegung kam in die Angelegenheit Markthalle jetzt, da der Unmut über die Verzögerung der Investorensuche in der Politik immer lauter wurde und die Stadt ihrerseits angekündigt hatte, im August mit der Sanierung des Marktplatzes beginnen zu wollen. Hätte die Stadt in Eigenregie den denkmalgeschützen Bau für etwa eine Million Euro saniert, um ihn lediglich zu erhalten, wäre es in Schulte Strathaus Augen lediglich eine 'Notlösung' gewesen, mehr noch: 'Eine Katastrophe, denn die Stadt hätte in den Jahren immer mehr zuschießen müssen.'

Nun hofft er, dass die Stadt und die Investoren den KG-Vertrag in naher Zukunft unterzeichnen 'und wir vom Bauamt flott die Genehmigung bekommen'. Dann könne der Bau in einem Jahr stehen, glaubt der Investor. Und er erklärt, dass die Markthallensanierung in Einklang mit dem Platzumbau laufen könnte, da dieser in drei Etappen passiere. Parallel zum zweiten Teil könne dann an der Markthalle gearbeitet werden. Architekt Günter Feith hielt sich gestern dagegen sehr bedeckt. 'Wir haben die Leute zusammen', sagte er nur und, dass auf 'höherer Ebene' Verträge geschlossen würden.

Für die 1920 erbaute und unter Denkmalschutz stehende Markthalle hat die Stadt Delmenhorst eine Erhaltspflicht - und hätte in jedem Fall Geld in den maroden Rundbau investieren müssen. Die 500.000 Euro waren bereits im Haushalt eingestellt.

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